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Kommentar

Noch keine Feierlaune

Burkhard Büscher

Über eine Tunnelverbindung zwischen Puttgarden auf Fehmarn und der dänischen Insel Lolland wird seit nunmehr 24 Jahren diskutiert. Nach der Zusage des dänischen Parlaments im März wurde jetzt eine weitere wichtige Hürde genommen: die Planungsgesellschaft Femern A/S unterzeichnete jetzt mit den Baufirmen die ersten Bauaufträge. Allerdings ist das noch längst kein Grund, um die Sektkorken knallen zu lassen, denn mit der Unterzeichnung der Verträge ist auf deutscher Seite noch lange nicht alles geregelt. Hier soll erst 2017 der Planfeststellungsbeschluss kommen. Bei den Planungen sind rd. 3000 Einwendungen – fast alle aus Deutschland – zu berücksichtigen. Selbst wenn der Beschluss vorliegt, werden mit Sicherheit neue Klagen kommen. Davon ist auch der Kieler Verkehrsminister Reinhard Meyer (SPD) überzeugt. Die Folge wäre, dass vermutlich erst 2019 nach einem Spruch des Bundesverwaltungsgerichts das Baurecht vorliegt. Falls dieses nicht erteilt wird, können die Baufirmen immerhin mit einer Entschädigung rechnen. Es gibt also noch einige Unbekannte in der Rechnung. Ganz zu schweigen von der maroden Fehmarnsundbrücke, bei der 2012 festgestellt wurde, dass sie den Belastungen nach Eröffnung des Tunnels nicht gewachsen ist. Hier muss schnell für Ersatz gesorgt werden, damit der künftige Verkehr auf Fehmarn und in Ostholstein nicht zum Erliegen kommt. Die Planungen laufen zwar, aber Konkretes lässt noch auf sich warten. Ohne Frage, der Fehmarnbelttunnel ist eines der wichtigsten Infrastrukturprojekte der letzten Jahrzehnte. Man rechnet mit rd. 3500 Arbeitsplätzen während der Bauzeit und jeder Menge Aufträge für Zulieferbetriebe. Für die Tunnelelemente werden 3,2 Mio. t Beton benötigt und auf den Baustellen bei Puttgarden und Rodbyhavn sollen 100 Baufahrzeuge, Bagger und Krane eingesetzt werden. Für die Baufirmen, die die Ausschreibung gewonnen haben, sicher eine lohnende Sache.

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