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Kommentar

Schattenthema

Kai-Werner Fajga

Die Tage werden allmählich freundlicher und wärmer, der Bauwirtschaft geht es blendend, die Auftragslage ist solide. Die Auswirkungen der Pandemie sind bis auf Einschränkungen der Lieferketten im globalen Handel überschaubar. Und während das ganze Land über Inzidenzzahlen diskutiert, freuen sich Bauunternehmen über die anhaltend hohe Nachfrage im Wohnungsbau. Es geht auf die Sommermonate zu, die Bautätigkeiten werden der Saison entsprechend ausgeweitet und vor dem virtuellen Auge erscheinen fast automatisch Handwerker, die auf Baustellen in sengender Sonne schwitzen.

Das bringt leider auch ein Thema auf den Tisch, dass die Baubranche seit Jahren immer stärker in Mitleidenschaft zieht, und das dennoch selten Beachtung findet: Hautkrebs. Geradezu alarmierende Zahlen legte dazu jüngst die Berufsgenossenschaft der Bauwirtschaft (BG BAU) anhand einer für das Hitzerekordjahr 2020 angestellten Auswertung vor, das Ergebnis: Im vergangenen Jahr wurden mehr als 2700 neue Fälle gezählt. Das ist zwar weniger als noch 2019 mit knapp über 3000 gemeldeten Fällen, aber dennoch: Fast jede fünfte gemeldete Berufskrankheit geht auf Hautkrebs zurück.

Besonders betroffen sind Beschäftigte aus dem Hoch-, Tief- und Straßenbau sowie dem Dachdecker- und Zimmererhandwerk. Ein wirksamer UV-Schutz ist aber wichtig, weil es bei hoher und vor allem langandauernder Belastung zu folgenschweren Hautschädigungen kommen kann, informiert die BG Bau. "Besonders tückisch daran ist, dass Betroffene die Schädigung nicht sofort bemerken. Nicht selten tritt eine Hautkrebserkrankung erst nach 20 bis 30 Jahren auf", erklärt Anette Wahl-Wachendorf, Ärztliche Direktorin des Arbeitsmedizinischen Dienstes bei der Genossenschaft.

Um das Thema wieder ins Bewusstsein zu rufen, veranstaltete die BG Bau jüngst eine Online-Infoveranstaltung, die über das Thema grundlegend aufklärte und zahlreiche wirkungsvolle Praxis-Tipps gab: "Der UV-Schutz-Aktionstag hatte eine große Resonanz. Wir freuen uns sehr über das gestiegene Interesse" erklärte Bernhard Arenz, Präventionsleiter der BG BAU auf Anfrage der ABZ. Alle Infos stehen bei der Genossenschaft weiterhin zur online zur Verfügung. "Die Sensibilisierung für das Thema Hautkrebs wächst – ein guter Auftakt für den anstehenden Sommer" folgerte Arenz. "Je früher präventiv gehandelt wird, desto weniger kommt es zum Hautkrebs", mahnte Wahl-Wachendorf. Dem kann ich nur vorbehaltlos zuzustimmen.

Dieser Artikel erschien in der Ausgabe Allgemeine Bauzeitung 16/2021.

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