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Kommentar

Systemrelevant

Robert Bachmann

Liebe Leserinnen und Leser, die Ziellinie ist in Sicht. Mit dieser Ausgabe der ABZ neigt sich ein in vielerlei Hinsicht außergewöhnliches Jahr dem Ende. Für viele war es ein schwieriges Jahr, ein anstrengendes für die allermeisten, für manche gar ein verlorenes. Wenn es bei allen Strapazen, die uns 2020 abverlangt hat, so etwas wie Gewinner geben kann, dann muss man die Baubranche definitiv dazu zählen. Nicht, weil sie in irgendeiner Weise von der Krise profitieren würde, sondern weil ihre Werthaltigkeit beziehungsweise ihre Relevanz für das System, wie es nun so oft heißt, in den zurückliegenden Monaten ganz deutlich zutage getreten ist.

Vieles war dieses Jahr nicht möglich und wird es wohl auf absehbare Zeit auch 2021 nicht sein. Der Baustellenbetrieb in Deutschland stand jedoch zu keinem Zeitpunkt still. Im Gegensatz zu vielen anderen Branchen und Industriezweigen steht der Bau konjunkturell deshalb zum gegenwärtigen Zeitpunkt außerordentlich gut da. Das ist Privileg und Leistung der Branche zugleich. Straßen, Schienen und Häuser zu bauen, ist weiterhin systemrelevant, weil uns ohne funktionierende Infrastruktur und bezahlbare Wohnungen auch nach überstandener Pandemie gesellschaftliche wie wirtschaftliche Probleme drohen.

Dass die Arbeit auf den Baustellen weiterlaufen konnte, war und ist dennoch nicht selbstverständlich. Die Bauunternehmen haben einen finanziellen wie organisatorischen Kraftakt gestemmt, um ihr ohnehin hohes Tempo unter Einhaltung von Sicherheits- und Hygienevorschriften aufrecht zu erhalten. Die Herausforderungen werden 2021 nicht geringer werden. Die Pandemie wird uns wohl noch einige Zeit beschäftigen, der Bedarf für Bauleistungen nimmt keinen Deut ab, die personelle Situation bleibt angespannt, die Digitalisierung des Bauwesens ist längst noch nicht gelöst und es bestehen hinsichtlich der neu startenden Autobahn GmbH sowie der finanziellen Lage der Kommunen berechtigte Sorgen um die Auftragslage am Bau.

Statt über die Feiertage nun aber in Sorge oder gar Unmut zu verfallen, sollten wir die vor uns liegenden, in diesem Jahr wahrlich stillen Nächte vielleicht einfach nutzen, um uns auf das zu besinnen, was gut war an diesem ansonsten furchtbaren Jahr. Mehr denn je hat sich der Bau als konjunktureller Anker der Gesamtwirtschaft erwiesen. Darauf darf man bei allem Unmut ruhig ein wenig stolz sein. Das Team der ABZ wünscht Ihnen ein erholsames Fest, einen guten Rutsch und ein hoffentlich gesundes (!) neues Jahr.

Dieser Artikel erschien in der Ausgabe Allgemeine Bauzeitung 51/2020.

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