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Kommentar

Theorie und Praxis

Kai-Werner Fajga

Der Sommer neigt sich dem Ende zu, Tagestemperaturen und Sonnenstunden nehmen allmählich ab. Doch das Problem des Gesundheitsschutzes auf Baustellen bleibt. Nach einer aktuellen Umfrage der BG BAU unter 2500 Bauunternehmen gaben 96 Prozent an, dass sie die gesundheitlichen Gefährdungen von UV-Strahlung kennen und 85 Prozent, dass Sonnenschutz bei Arbeiten unter freiem Himmel für sie wichtig ist. Erst im Frühjahr hatte die BG BAU ermittelt, dass fast jede fünfte gemeldete Berufskrankheit auf Hautkrebs zurückgeht. 2700 Fälle wurden allein 2020 gezählt.

Die Zahlen und die Ergebnisse der Umfrage zeigen, dass das Problem bei Unternehmen bekannt ist – und das Risiko ebenfalls. "Aber praktische Probleme, mangelndes Wissen sowie fehlende Routinen verhindern die konstante Anwendung von Schutzmaßnahmen" erklärte Bernhard Arenz, Leiter der Hauptabteilung Prävention der BG BAU die Ergebnisse. Praktische Probleme seien beispielsweise, dass Bauarbeiter bei großer Hitze keine lange Kleidung tragen wollten, oder dass Staubentwicklung den Auftrag von Sonnencremes behindere.

Nach Ansicht der Genossenschaft sollten aber immer technische und organisatorische Maßnahmen Vorrang haben. Auf Baustellen könnten etwa wechselnde Arbeitszeiten unter Sonneneinstrahlung vereinbart werden. Oder es sollten Sonnenschirme oder Überdachungen aufgestellt werden – zumindest während der Pausenzeiten sei das ein adäquates Mittel. Das würde allerdings nur von 21 Prozent der Bauunternehmen angeboten. Die BG BAU unterstützt Unternehmen sogar finanziell bei der Anschaffung von Sonnenschirmen.

Die Sensibilisierung für das Thema Hautkrebs bleibt also eine Dauerbaustelle, und die BG BAU mahnt zu Recht, dass der Prävention mehr Aufmerksamkeit geschenkt werden muss – von Mitarbeitern ebenso wie von Unternehmern.

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