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Kommentar

Träumereien

Rainer Oschütz

Es wird in Zukunft nicht mehr so viele Autos auf den Autobahnen geben. Dieses Argument vertrat kürzlich der BUND. Die Gegner des Lückenschlusses auf der A 39 zwischen Wolfsburg und Lüneburg reagierten damit auf den Kabinettsbeschluss zum Bundesverkehrswegeplan. Der neuen Trasse wird darin ein Vorrangstatus eingeräumt. Bei aller Verbundenheit mit dem Naturschutz sollte der BUND realistisch bleiben. Sein Argument, dass sich die Mobilität wandelt und die Verkehrsströme bis 2025 abnehmen werden, das gehört ins Reich der Träumereien.

Wie dringend die Trasse gebraucht wird, spiegelt sich täglich in der Verkehrsdichte wider. Baustellen, Staus, Unfälle oder Lkw-Kolonnen prägen seit Jahren unter anderem die Ost-West-TrasseA 2. Sie ist zum Synonym für den Verkehrsinfarkt geworden. Tatsache bleibt: So wie es gegenwärtig auf den Hauptverkehrsadern läuft, so kann es nicht weiter gehen. Der Wirtschaftsstandort Deutschland wird in Zukunft im internationalen Wettbewerb nur bestehen können, wenn die Verkehrsinfrastruktur funktioniert.

Es ist zwar nicht die erwartet große Lösung, aber jetzt wurde die langersehnte Verbindung zwischen Wolfsburg und Lüneburg auf den Weg gebracht. Trotz weiterer Proteste der Gegner des Lückenschlusses auf der A 39 – Gutachten und Verkehrsprognosen seien veraltet – hat der niedersächsische Verkehrsminister Olaf Lies klargestellt: Ab 2018 wird gebaut. Mittlerweile sind in die Planung dieser Trasse bereits viele Millionen geflossen – das Vorhaben steht seit den Sechzigerjahren auf der Tagesordnung.

Gute Argumente für das große Verkehrsprojekt, das die A 2 und die A 7 sowie Ortschaften auf der B 4 entlasten wird, liegen auf der Hand: Das Gebiet zwischen Hamburg, Hannover und Berlin ist immerhin der größte autobahnfreie Raum in Deutschland. Sicher ist, dass auch in Zukunft Proteste von Autobahngegnern sowie Insekten oder seltene Lurche Bauvorhaben bremsen werden – aufzuhalten sind sie jedoch nicht.

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