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Kommentar

Trendwende auf dem Wohnungsmarkt?

Robert Bachmann

Können Mieter in Deutschland jetzt aufatmen? Hat der über Jahre anhaltende Preisanstieg endlich ein Ende? Aktuelle Zahlen des Immobilienspezialisten F+B legten entsprechende Vermutungen in dieser Woche zumindest nahe. Demnach sind die Neuvertragsmieten in vielen deutschen Städten zuletzt nicht weiter gestiegen, zum Teil sogar zurückgegangen. Und das nicht nur abseits der großen Ballungszentren, sondern auch in Metropolen wie beispielsweise München. Im Durchschnitt zahlten Mieter im vierten Quartal 2019 demnach 0,3 Prozent weniger als noch im Schlussquartal 2018.

Geht die Wohnungs- und Mietpreispolitik der jüngsten Vergangenheit also auf? Diese Frage lässt sich nur schwer beantworten. Eine gehörige Portion Skepsis ist jedoch geboten. Zum Einen dürften die dezent gesunken Mietpreise zu einem Großteil auch daraus resultieren, dass Mieter vermehrt auf günstigere Gemeinden im Speckgürtel größerer Städte ausweichen.

Die enormen Anstrengungen beim Wohnungsbau der letzten Jahre dürften ebenfalls ihren Teil beigetragen haben. Es muss jedoch kaum erwähnt werden, dass aufgrund des vorherrschenden Kapazitätsmangels nach wie vor weit unter Bedarf gebaut wird. Das zeigen auch die weiterführenden Erkenntnisse aus dem F+B-Bericht. Dieser zeigt ebenfalls auf, dass die Bestandsmieten gegenüber den Neuvertragsmieten weiterhin kräftig steigen, ebenso wie die Immobilienpreise in Deutschland.

Der Markt bleibt angespannt, während die Kluft zwischen Mieten und Preisen größer wird. Wegen der kaum noch kalkulierbaren Mieten-Regulationen würden sich Investoren aus dem Ausland zudem mehr und mehr zurückziehen. Die Tatsache, dass die Mieten in Deutschland erstmals seit 15 Jahren wieder sinken, bleibt eine gute Nachricht.

Von einer Trendwende kann jedoch kaum gesprochen werden, denn das Grundproblem bleibt bestehen. Noch immer übersteigt die Nachfrage das Angebot. Da hilft auch weiterhin nur: bauen, bauen, bauen!

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Dieser Artikel erschien in der Ausgabe Allgemeine Bauzeitung 04/2020.

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