Kommentar

Trippelschritte

von: Kai-Werner Fajga

Wie ein Silberstreif am Horizont wirkte die aktuelle Meldung des Statistischen Bundesamts, dass in der Baubranche rund 19.000 Arbeitskräfte im vergangenen Jahr hinzu gewonnen werden konnten. Die Verbände freuten sich über die Zahlen. "Das ist deutlich mehr, als wir erwartet haben", kommentierte Tim-Oliver Müller, Hauptgeschäftsführer des HDB. Das Ergebnis zeige, dass Bauunternehmen von einer nachhaltigen Nachfrageentwicklung ausgehen, resümierte Felix Pakleppa, Hauptgeschäftsführer des ZDB. Die Branche strahle Zuversicht aus und gewinne damit auch Arbeitskräfte hinzu.

Das ist ein gutes Zeichen, denn erst im Dezember hatte der Deutsche Industrie- und Handelskammertag (DIHK) vor möglichen Personalengpässen im Bau gewarnt. Die "größten Lücken bei qualifiziertem Personal" gebe es in der Bauwirtschaft. Die jüngste bundesweite IHK-Konjunkturumfrage des DIHK aus dem Frühjahr 2022 konstatiert zwar eine "vorsichtig optimistische Grundstimmung", allerdings herrsche auch nach wie vor eine große Unsicherheit bezüglich der künftigen Entwicklungen in der Wirtschaft. Als größte Belastungsfaktoren werden die Corona-Krise, Lieferengpässe, Energie- und Rohstoffpreise sowie der Fachkräftemangel genannt.

Der Mangel an qualifizierten Arbeitskräften wird sogar auf Platz 2 der größten Geschäftsrisiken gesetzt – 61 Prozent der Betriebe befürchten demnach, nicht genug Personal zu finden. Auch wenn Hersteller versuchten, Fachhandwerker "um nicht-wertschöpfende Tätigkeiten zu entlasten", sei eine Trendumkehr nicht zu erwarten, konstatierte eine Unternehmensberatung kürzlich. Es fehle einfach an Arbeitskräften.

Eine vermeintlich neue Idee brachte jüngst Bundeswirtschaftsminister Habeck ins Spiel, indem er über einen flexiblen Renteneintritt diskutieren wollte. Das erscheint in der Bauwirtschaft, wo körperlich schwer gearbeitet wird, geradezu widersinnig. Zudem fuhr der DGB dem Minister in die Parade und informierte: "Schon heute kann jede und jeder Beschäftigte über die gesetzliche Regelaltersgrenze weiter arbeiten, wenn sie oder er dazu gesundheitlich in der Lage ist. Das geltende Recht verbietet das nicht", sagte DGB-Vorstandsmitglied Anja Piel. Der Ansatz, die Branche weiter attraktiver zu machen und Zuversicht zu teilen mag kleinteilig und mühselig erscheinen, auf Dauer wird er aber erfolgreicher sein.

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