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Kommentar

Überhitzt

Robert Bachmann

Massig Sonne und Temperaturspitzen von über 40 Grad: Hätte Rudi Carrell den diesjährigen Sommer noch erlebt, er hätte eine eindrucksvolle Antwort auf seine 1975 zu einem Evergreen der deutschen Musikgeschichte verarbeitete Frage bekommen. Wo viel Licht ist, da gibt es bekanntlich auch viel Schatten. So hat uns die Rekordhitze der vergangenen Wochen nicht nur bestes Freibadwetter beschert, sondern mitunter auch drastisch erschwerte Arbeitsbedingungen. Das gilt natürlich insbesondere für die derzeit am Anschlag agierende Baubranche und deren Arbeitnehmer, die größtenteils unter freiem Himmel auf der Baustelle schaffen müssen.

Das hat sich zuletzt auch in den Unfallstatistiken der Berufsgenossenschaft Bau (BG Bau) niedergeschlagen. Zwar sei die Zahl der Arbeitsunfälle gemessen am Anstieg der Beschäftigtenzahlen nur verhältnismäßig gering gestiegen, jedoch gebe die zunehmende Zahl hitzebedingter Arbeitsunfälle sowie die seit Jahren steigende Zahl von Hautkrebserkrankungen Anlass zur Sorge. Mit zuletzt fast 3000 gemeldeten Verdachtsfällen ist der sog. weiße Hautkrebs die mittlerweile häufigste Berufskrankheit bei den Versicherten der Branche.

Gerade vor dem Hintergrund des Klimawandels dürfte das Risiko von Unfällen und Erkrankungen durch Hitze und/oder UV-Strahlung künftig noch weiter zunehmen. Grund genug für die Beschäftigten der Baubranche, sich mit entsprechenden Schutzmaßnahmen vertraut zu machen. Denn auch wenn das Thema Arbeitsschutz am Bau in der Vergangenheit nicht immer an erster Stelle stand, sollte nicht erst vor dem Hintergrund des Fachkräftemangels jedem Betrieb klar sein, wie wichtig es ist, in die Gesundheit seiner Mitarbeiter zu investieren. Diese sind schließlich keine Ressource, sondern das Kapital der Branche. Gerade dann, wenn es am Bau hitzig zugeht, sollte verstärkt darauf geachtet werden, dieses Kapital nicht zu verbrennen.

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Dieser Artikel erschien in der Ausgabe Allgemeine Bauzeitung 35/2019.

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