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Komplexe Nachtschicht

Sechs Mobilkrane installieren schwebend 71 Meter langen Skywalk

Einfädeln mit Joystick: Schwebend müssen die jeweils 38 t schweren Bauteile zum Verbinden konisch ineinander gesteckt werden.

Hannover (ABZ). – Mit einem eindrucksvollen, mehrere Tage währenden Kraneinsatz überzeugte das Unternehmen Nolte Autokrane vor Kurzem bei einem Einsatz in seiner Heimatstadt Hannover. Zwischen zwei Gebäuden der neu errichteten Firmenzentrale der Continental AG (Conti) musste eine mehr als 70 m lange und freitragende Verbindungsbrücke aus vier Bauteilen und zahlreichen Verbindungselementen schwebend zusammengebaut werden.

Krantechnisch wie logistisch stellte das diffizile Unterfangen eine große Herausforderung dar. Mit hohem Aufgebot an Mann und Maschine rückten die Teams des Kran- und Schwerlastunternehmens Nolte auf der Baustelle der neuen Firmenzentrale von Conti zu einem gewaltigen Marathon-Einsatz an. Wo kurz zuvor noch Straßenbahnen und Fahrzeuge ihren Weg durch Hannovers abendliche Rushhour suchten, waren in kürzester Zeit sechs Liebherr-Mobilkrane für ihren anstehenden Job an einer der Hauptverkehrsstraßen der Stadt gerüstet. EinLTM 1250-6.1, drei LTM 1200-5.1 sowie zwei kleinere Fahrzeugkrane waren zugbereit, als bei Einbruch der Dunkelheit die ersten Brückensektionen angeliefert wurden.

Jeder dieser etwa 36 m langen Fachwerkträger mit einem Einzelgewicht von rund 38 t wurde von einem der vier großen Krane an seine spätere Position gehoben.

Unter eingeschränkten Platzverhältnissen müssen die Konstruktionen abgeladen und vertikal gestellt werden.

Zahlreiche Alleebäume, Verkehrsschilder und die Oberleitung der Straßenbahntrasse ließen einen Hub der kompletten Konstruktion vom Boden aus nicht zu. Erforderlich war also, je zwei gegenüberliegende Brückensektionen in der Luft zu verbinden und danach auf die Widerlager an den Neubauten in 8 m Höhe zu platzieren. Ein Höchstmaß an Präzision und Aufmerksamkeit wurde dabei allen Kranfahrern und den beteiligen Monteuren abverlangt.

"Die Bauteile werden nicht Stoß auf Stoß verschraubt, sondern schwebend konisch ineinander geschoben und anschließend mit gewaltigen Passbolzen verbunden", verdeutlichte Jürgen Peters das erforderliche filigrane und millimetergenaue Zusammenwirken der Krane während der Hebevorgänge. Peters, der Mann für die großen Projekte bei Nolte, hatte den anspruchsvollen Einsatz zuvor akribisch geplant und hat die Montage des Stegs über der breiten Hans-Böckler-Allee mit einer 16-köpfigen Mannschaft im Zweischicht-Betrieb reibungslos durch-geführt.

22 Stunden lang hielten die vier Liebherr-Krane die Brückensektionen, während die beiden kleineren Geräte den Einbau der rund 70 stählernen Ober- und Untergurte zur Verbindung der seitlichen Fachwerkteile erledigten. Im Anschluss daran konnten die Lasten ab-gehängt werden und die kleinen Krane starteten mit der Montage der Schutzvorrichtungen unter dem neuen Brückenbauwerk. Zufrieden zog Peters nach getaner Arbeit Bilanz: "Freitagabend sind wir mit unseren Kranen eingetroffen, 22 Stunden später war die Brücke eingebaut und am Sonntagabend die Schutzeinrichtung unter dem Skywalk installiert. Die ganze Aktion ist gelaufen wie geschnitten Brot." Tatsächlich wurde der Zeitplan nicht nur eingehalten, sondern sogar leicht unterschritten. Etwa sechs Stunden vor Beendigung der Sperrmaßnahmen waren sämtliche Arbeiten des Teams von Nolte abgeschlossen und die letzten Liebherr-Krane rollten zurück zum Betriebshof der Niederlassung, die im Norden der Stadt liegt.

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