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Kreishaus Ludwigsburg

Betonstützen entstehen am laufenden Band

Mayer Schaltechnik, Betonbau und Stahlbetonbau, Hochbau

Damit die "messerscharfen" Betonkanten die Bauphase unbeschadet überstehen – zumindest bis zur Rohbauabnahme – werden sie mit Kunststoffprofilen geschützt.

Ludwigsburg (ABZ). – Im Zentrum von Ludwigsburg lässt das Landratsamt an der Eugenstraße derzeit einen zusätzlichen Erweiterungsbau für das sogenannte Kreishaus bauen, mit dem ab Mitte nächsten Jahres die Platznot der Kreisverwaltung ein Ende haben soll. Bereits 2007 war der erste Erweiterungsbau eingeweiht worden. Für rund 22,5Mio. Euro Gesamtbaukosten folgt nun unmittelbar angrenzend auf knapp 10000 m² Bruttogrundfläche ein ähnlicher Baukörper. Im Oktober 2016 soll der Rohbau abgeschlossen sein, ab dem nächsten Sommer stehen der Behörde dann auf fünf Stockwerken mit 1250 bis 1750 m² Nutzfläche insgesamt 200 neue Büros zur Verfügung. Zusätzlich ist im Untergeschoss eine Tiefgarage mit 80 Stellplätzen vorgesehen.

Der Entwurf für den aktuellen Erweiterungsbau stammt – wie schon der erste – von dem Berliner Architekturbüro Kubeneck, und passt sich äußerlich dem Nachbargebäude an – ein Kubus mit markanter Metall-Glas-Fassade, einem lichten Innenhof und einem verglasten Verbindungssteg zum Hauptgebäude auf der anderen Straßenseite. Über einen effizienten Sonnenschutz und hohen Dämmstandard, unterstützt von der Bauteilaktivierung der Massivdecken, die per Wasserzirkulation gekühlt werden, soll auch bei hohen Temperaturen ein angenehmer Aufenthalt gewährleistet sein – eine Klimaanlage ist nicht vorgesehen. Wie bereits beim ersten Erweiterungsbau ist die Wüstenrot Haus- und Städtebau GmbH für die Projektsteuerung zuständig.

Der Grundriss des Stahlbetonskelettbaus wirkt ohne Zwischenwände noch sehr offen: Die Massivdecken rund um die aussteifenden Gebäudekerne werden an den Fassaden von Wandscheiben mit sehr weiten Fensteröffnungen getragen, im Gebäudeinneren von Stahlbetonstützen – im gesamten Bau sind insgesamt 170 Stützen mit unterschiedlichen Querschnitten von 25/25 cm bis 50/50 cm herzustellen. Während die für den Rohbau zuständige Bauunternehmung Grötz, NL Nürtingen, die Schalung und Betonage der Decken an einen namhaften regionalen Subunternehmer vergeben hat, werden die in der höchsten Sichtbetonqualität SB 4 geforderten Fassadenscheiben und Stahlbetonstützen von der eigenen Mannschaft erstellt. Für die rund 1m breiten Wandscheiben ist eine übliche Stahlrahmenschalung im Einsatz.

Die insgesamt 170 Betonstützen in Sichtbetonqualität SB 4 sind schon eine klare Ansage – und zusätzlich sind hier auch noch scharfe Kanten gefordert. Also keine Dreikantleisten in der Schalung, die eine sauber gebrochene Kante erzeugen. Das erfordert sowohl beim Einschalen wie beim Betonieren – und nicht zuletzt beim Ausschalen höchste Sorgfalt. Das Baustellenteam von Polier Alexander Armster hat dafür einen Satz aus sechs PAX HD Stützenschalungen von Mayer Schaltechnik zur Verfügung. Bei Grötz hatte man mit PAX die besten Erfahrungen gemacht, sodass auch in Ludwigsburg das Original dieses patentierten Windmühlenflügelsystems zum Einsatz kam. Unterschiedlichste Stützenabmessungen lassen sich damit nicht nur äußerst präzise, sondern auch höchst wirtschaftlich erstellen. Polier Armster: "Die PAX war immer schon Spitze – doch für die verstärkte PAX HD mit dem erhöhten Frischbetondruck gibt es beim Betonieren eigentlich kein "Tempolimit" mehr."

Mit PAX HD lassen sich quadratische und rechteckige Stützenquerschnitte in Sichtbetonqualität sehr wirtschaft-lich schalen. Das System basiert auf dem Windmühlenflügelprinzip, d. h. vier Stahlrahmen mit fest montierter Schalhaut werden über eine Lochleiste mit Bolzen verbunden. Das Verstellraster ermöglicht eine Verstellung in 5-cm-Schritten, sodass bei der PAX HD 60 Stützenquerschnitte von 20 x 20 cm bis 60 x 60cm einstellbar sind. Mit der PAX HD 120 sind Querschnitte von 50 x 50 cm bis 120 x 120 cm möglich – ohne Wechsel der Schalhaut. Die beiden Ausführungen sind auch kombinierbar – so entsteht bspw. die PAX HD 60/120 mit einem Verstellbereich von 15/75 bis 60/120 cm. Und alles natürlich aufstockbar: Mit den vier unterschiedlich hohen Elementen zwischen 0,7 und 3,2 m und dem bis zu 40 cm hohen Aufstockwinkel lassen sich praktisch alle Schalhöhen realisieren.

Die "HD"-Version bietet zudem eine beachtliche Frischbetondruckaufnahme, die bei der PAX HD 60 bis zu 120 kN/m² beträgt, die PAX HD 120 kommt auf max. 80 kN/m². Dazu gibt es eine verbesserte Verschlusstechnik: Mit der Bedienzwinge und dem unverlierbaren Doppelbolzen sind die Flügel der Schalung mühelos und sogar ohne Hammer zu schließen und zu öffnen. Alle Elemente belegt Mayer standardmäßig mit der Longlifeplatte, einer Kunststoffschalhaut mit Holzkern, die gegenüber herkömmlichen Phenolharz-Platten auf die doppelte bis dreifache Nutzungsdauer kommt. Unverändert ist dagegen die Klappfunktion: An einem beliebigen Stützenflügel wird eine Bolzenreihe geöffnet und die PAX HD gegen den Uhrzeigersinn einfach aufgeklappt. Nach dem Ausschalen wird die komplette Einheit in geöffnetem Zustand mit nur einem Kranspiel versetzt oder auf den anklemmbaren Rollen zum nächsten Einsatz verschoben.

Die Betonierergebnisse mit der PAX HD in Ludwigsburg waren denn auch genau so, wie es sich die Architekten vorgestellt haben: Stützen mit einer absolut glatten, nahezu porenfreien und gleichmäßig gefärbten Betonoberfläche, sowie mit sauberen, scharfen Kanten. Und zwar ohne Ausblutungen – nachdem die Schalhautstöße an den Ecken mit Neoprenstreifen zuverlässig gegen das Austreten von Zementschlämme abgedichtet worden waren. Von der besonderen Sorgfalt beim Ausschalen ganz zu schweigen. Dass Polier Armster anschließend an jeder Stütze Eckschutzprofile aus Kunststoff anbringen lässt, ist verständlich, denn nur so kann er diesen optimalen Zustand auch bis zur Abnahme erhalten.

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Dieser Artikel erschien in der Ausgabe Allgemeine Bauzeitung 40/2016.

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