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Kunst oder Natur?

Stahlelemente für Kunstinstallation eingesetzt

CosmoGolem gibt Kinderrechten ein Gesicht – hier sind es 25 Marmorblöcke, die zusammen mehr als 400 t wiegen vereint mit feuerverzinktem Stahl.

Genk/Belgien (ABZ). – Ist es Kunst oder Natur oder gar beides zusammen? Die im Sommer 2019 eröffnete Stätte "Labiomista", frei übersetzt "Mix des Lebens", im belgischen Genk, etwa 50 km von Aachen entfernt, wurde vom Künstler Koen Vanmechelen zusammen mit der Stadt Genk kreiert.

Führende Architekturbüros wie Mario Botta (Medrisio/Schweiz), Buro B (Genk) und Burolandschap (Tongeren) arbeiteten an einigen der zahlreichen Projekte auf dem Gelände zusammen, wobei die Hälfte der insgesamt 24 ha großen Fläche immer noch aus freier Natur besteht. Bei der bebauten Fläche wurde auf ressourceneffektive Werkstoffe gesetzt. Mit dem duroZINQ-Feuerverzinken verschiedenster stählerner Elemente hat auch der ZINQ-Standort Houthalen seinen Anteil an dem interdisziplinären Projekt.

"Langlebigkeit, Integration in die Umwelt und die Betonung natürlicher Materialien – das waren alles Gründe, warum sich die Verantwortlichen für eine Verzinkung ausgesprochen hatten", erinnert sich Ruddi Truyens von Industriebouw MTS, Sint-Truiden (Belgien). "Keine Frage, dass wir dann die zwei großen Vogelkäfige und die Stahlkomponenten vom sogenannten CosmoGolem-Kunstwerk mit unserem Partner Galva Power Houthalen realisiert haben. Wie schon seit Beginn unserer Zusammenarbeit: auch hier mit einem mehr als zufriedenstellenden Ergebnis. Von dem können sich dann auch künftig die hoffentlich zahlreichen Tagesgäste überzeugen." Die Besucher treten über "The Ark", einem Gebäude mit markantem Spitzbogen, ein in die Welt von "Labiomista", eine Welt in der Koen Vanmechelen seine philosophischen Visionen und sein Schaffen vereint.

Ein etwa 1,7 km langer Spazierweg führt über das Gelände, auf dem sich zu früheren Zeiten eine Mine und ein Zoo befanden. Letztgenannter wurde nach diversen Skandalen und Protesten von Tierschützern bereits im Jahr 1997 geschlossen. An beides erinnert heute noch das restaurierte, ehemalige Direktorenhaus ("Villa OpUnDi"). Hier lassen sich allerdings auch Erklärungen von aktuellen wissenschaftlichen Forschungen und Projekten, die mit den Aktivitäten von "Labiomista" verbunden sind, entdecken. Mit "LabOvo" ist auf dem umfangreichen Areal ein Raum für Workshops vorhanden, der aber auch als Labor und Stall für die Tierpflege genutzt wird. Denn Tiere gibt es so einige: Da sind zum einen solche Exoten wie Lamas, Alpakas, Dromedare, Emus und Strauße im "Cosmopolitan Culture Park" zu bestaunen, andererseits sind Hühner allgegenwärtig. Zusammen bilden sie mit den bereits vorhandenen Tier- und Pflanzenarten ein neues Ökosystem.

Das Herzstück von "Labiomista" ist jedoch die "Battery", Betriebszentrale und zugleich Atelier des 54-jährigen Vanmechelen: ein beeindruckender Neubau von fast 5000 m², der nur teilweise für die Öffentlichkeit freigegeben ist. Beeindruckend sind bei diesem Gebäude aus schwarzem Backstein und mit hohen Fenstern insbesondere die beiden etwa 26 m großen Käfige aus feuerverzinkten Rohren und Profilen. "Oben auf dem Dach haben wir die Voliere montiert, die derzeit Seeadler beherbergt", erläutert Ruddi Truyens. "Der zweite Käfig mutet eher wie ein Wintergarten an und hat die schöne Bezeichnung "The Looking Glass". Hier leben Tukane, Fächertauben und Turakos. Installiert ebenfalls von uns vor dem eigentlichen Atelier. Raubtiere und Beute sind hier also dicht beisammen, allerdings jeder im eigenen, abgeschirmten Kosmos." Frei zugänglich für die Besucher ist hingegen noch ein weiteres Kunstwerk auf dem Gelände: der CosmoGolem. Dabei handelt es sich um eine etwa 10 m hohe Skulptur deren stählerne Komponenten mit duroZINQ bestmöglich vor Korrosion geschützt sind. Der offene Kopf steht für freie Gedanken mit einem kritischen Geist und soll Kinderrechten ein Gesicht geben.

Kommt man zur Eingangsfrage zurück, so ist "Labiomista" auf alle Fälle eins: faszinierend, erlebenswert und durch Integration vieler verzinkter Komponenten erwartungsgemäß langlebig und zirkulär.

Dieser Artikel erschien in der Ausgabe Allgemeine Bauzeitung 06/2021.

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