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Großprojekt am Liebherr-Standort Ehingen

Unternehmen strukturiert interne Abläufe neu

Die Leitungsumlegungen für das neue Lager der Produktion laufen auf Hochtouren.

Ehingen (ABZ). – Seit der Gründung der Liebherr-Werk Ehingen GmbH im Jahr 1969 durch Hans Liebherr hat sich viel getan. Das Unternehmen ist am Standort Ehingen kontinuierlich gewachsen, auf aktuell mehr als 3500 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sowie rund 900 000 Quadratmeter Werksfläche. Doch auch nach mehr als 50 Jahren erfolgreicher Historie wird in Ehingen kräftig erweitert.

Trotz kontinuierlicher Modernisierungsmaßnahmen gibt es komplexe, gewachsene Strukturen sowie ein Lager, das nicht mehr der aktuellen Technik entspricht und dringend ersetzt werden soll.

Mit dem Projekt WeLog, kurz für "Werksentwicklung Logistik" adressiert die Liebherr-Werk Ehingen GmbH diese Herausforderungen: Das Material soll effizient und durchdacht gelagert und transportiert werden. Die internen Abläufe sollen einfacher gestaltet werden und die Produktion so zukünftig störungsfrei arbeiten können. Auch die Qualität der Mobil- und Raupenkrane soll sich weiter verbessern. Die Notwendigkeit des Projektes unterstreicht Ulrich Heusel, Geschäftsführer Produktion, wie folgt: "Heute verlassen rund 2000 Mobil- und Raupenkrane pro Jahr unser Werk in Ehingen. Das ist eine extrem hohe Zahl, die wir in den letzten 20 Jahren fast verdoppeln konnten."

Nun sei es dringend notwendig, auch die Strukturen und Materialflüsse im Werk entsprechend anzupassen. Es werde in hoher Schlagzahl produziert und man müssen trotzdem flexibel bleiben, da Kunden teilweise kurzfristige Änderungen an ihrem Kran wünschen – je nach Auftrag. Und diese Flexibilität, bei hoher Qualität und Montagegeschwindigkeit, könne Liebherr nur mit diesen Investitionen sichern.

Dieses Mammutprojekt bedeutet Veränderungen für viele der Beschäftigten. Für die Geschäftsleitung und das Projektteam ist es deshalb besonders wichtig, alle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter einzubinden, zu informieren und transparent zu kommunizieren. "Dabei ist es uns ganz wichtig zu betonen, dass das Projekt 'Werksentwicklung Logistik' keine Arbeitsplätze bedroht, sondern langfristig eher zusätzliche Arbeitsplätze schaffen wird", bestärkt Daniel Pitzer, kaufmännischer Geschäftsführer. Für die bessere Übersichtlichkeit innerhalb des Projekts WeLog verwendet Liebherr drei Farben: Rot bezieht sich auf die Serienproduktion, Blau ist alles, was mit Customer Service und Ersatzteilen zu tun hat und die Kranreparatur mit der neuen Reparaturniederlassung Süd in Berg bekommt organisatorisch die Farbe Grün.

Die Arbeiten am Fundament für das neue Ersatzteil- und Versandlager haben mit dem Einbringen von 465 Bohrpfählen begonnen. Hier wird künftig auch Energie mit Geothermie gewonnen.

Die ersten Schritte im Projekt sind bereits erfolgt: Auf dem Werksgelände am Stammsitz in Ehingen laufen die Baumaßnahmen bereits auf Hochtouren. Das bestehende, alte Hauptlager wird durch mehrere Neubauten in ein Lager für Ersatzteile und ein Lager für die Serienproduktion gesplittet. Dadurch könnten Abläufe künftig optimal geplant und Störungen vermieden werden, da das bisher gemeinsame Lager auf die beiden Bereiche aufgeteilt und somit eine höhere Verfügbarkeit der Bauteile garantiert würden, so Liebherr.

Mit dem Bau des neuen Ersatzteillagers wurde im Herbst 2020 begonnen. Um den hochmodernen Komplex aus Lkw-Schleuse, zweigeschossigem Hallenbereich, Hochregallager und Kleinteilelager verwirklichen zu können, sind aufwändige Arbeiten am Fundament notwendig. Große Drehbohrgeräte aus dem Liebherr-Schwesterwerk in Nenzing (Österreich) bohrten exakt 465 Löcher, um Bohrpfähle zu erstellen. Diese sind dabei zwischen 18 und 33 Meter tief im Untergrund verankert. So wird zudem Energiegewinnung durch Geothermie für das neue Gebäude möglich. Bis 2024 soll das neue Ersatzteil- und Versandlager fertiggestellt und voll funktionsfähig sein.

Ebenso baut Liebherr ein separates Lager für Teile, welche für die Serienproduktion der Mobil- und Raupenkrane benötigt werden. Dieses Lager wird sich dabei auf zwei Gebäude verteilen. Ein Gebäude wird als Palettenlager verwendet, im zweiten Gebäude werden ein Kleinteilelager und ein sogenannter "Waren-Supermarkt" eingerichtet.

Im Lauf des Jahres 2021 sollen die ersten Teile aus dem bisherigen Lager ins neue Serienlager umziehen. Neben dem Bau der neuen Gebäude musste Liebherr bereits innerhalb des Werks die Straßenführung deutlich verändern, um die Bauflächen bedienen und gleichzeitig alle Abläufe aufrechterhalten zu können. "Wenn man sieht, was hier im Werk derzeit alles entsteht an neuen Gebäuden und Prozessen, kann man klar sagen, wir machen uns am Standort Ehingen fit für die Zukunft. Und dafür nimmt die Familie Liebherr einen hohen zweistelligen Millionenbetrag in die Hand. Das ist auch ein deutliches Signal an alle Beschäftigten und die Stadt Ehingen", erläutert Pitzer.

Anfang des Jahres 2021 haben außerdem die Erdarbeiten im Ehinger Stadtteil Berg begonnen: Hier entsteht die Reparaturniederlassung Süd. "Durch die Auslagerung des Reparaturzentrums werden die Serviceangebote für unsere Kunden deutlich verbessert, gerade im süddeutschen Raum", so Christoph Kleiner, Geschäftsführer Vertrieb.

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