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Lange Betonierabschnitte beim Neubau der Terfener Innbrücke ermöglicht

VBC-Freivorbaugerät wurde kürzlich zum ersten Mal in Zentraleuropa eingesetzt

Die rund 235 m lange Terfener Brücke befindet sich auf der Inntal Autobahn A 12 in Tirol.

Terfens/Österreich (ABZ). – Die Neuerrichtung der Terfener Innbrücke auf der Inntal Autobahn A 12 zählt zu den derzeit größten Brückenbaustellen im Westen Österreichs. Seit 2018 meisterte der Kunde gemeinsam mit Peri die Umsetzung des Projekts im straffen Bauzeitplan. Neben umfassender Planungsleistung sowie Peri-Betreuung vor Ort wurde dabei auch zum ersten Mal in Zentraleuropa das VBC-Freivorbaugerät eingesetzt.

Im österreichischen Bundesland Tirol schlängelt sich die etwa 153 km lange Inntal-Autobahn A 12 von der deutsch-österreichischen Grenze bei Kiefersfelden/Kufstein über Innsbruck nach Zams. Auf ihrer Route führt sie dabei durch das Inntal, wo sich die rund 235 m lange Inntalbrücke befindet. Rund 60 000 Fahrzeuge überqueren hier täglich den Inn. Aus Gründen der Effizienz sowie der Sicherheit wird die Brücke seit 2018 innerhalb eines terminkritischen Zeitplans von nur drei Jahren neu gebaut. Die zwei bestehenden Stahlverbundbrücken werden durch zwei neue Brückentragwerke in Spannbeton ersetzt.

Das Projekt wurde im Freivorbauverfahren realisiert. Bei diesem Brückenbauverfahren wird der Überbau im Waagebalkenprinzip unter Einsatz eines Vorbauwagens von den Pfeilern ausgehend in relativ kurzen Abschnitten realisiert. Peri-Ingenieure übernahmen die projektspezifisch zugeschnittene Planung sowie die statischen Berechnungen des Freivorbauwagens. Durch den Einsatz des VBC-Freivorbaugeräts inklusive Schalung lieferte Peri dem Kunden eine maßgeschneiderte Komplettlösung – von der Planung über das Produkt bis hin zur Betreuung vor Ort. Sämtliche Systeme und Abläufe waren dadurch optimal aufeinander abgestimmt und reduzierten potenzielle Fehlerquellen sowie Schnittstellenverluste.

Basierend auf dem VARIOKIT-Ingenieurbaukasten waren die mietfähigen Systembauteile des VBC-Freivorbaugeräts schnell verfügbar. Die erste Auslieferung des Materials erfolgte im Januar 2019, die erste Betonage schon zwei Monate später.

Durch das VBC-Freivorbaugerät konnten ganze 5,7 m lange Betonierabschnitte realisiert werden. Dies ermöglichte eine Reduzierung auf nur vier Bauabschnitte pro Brückentragwerk, insgesamt also acht während des Projekts. Die hohe Flexibilität und das einfache Ausrichten des Systems erlaubten das Betonieren der jeweiligen Segmente im Wochentakt. Darüber hinaus vereinfachte die vollintegrierte Hydraulik das Einstellen und Einmessen der Schalung von einem Abschnitt zum nächsten. Durch die komfortable Bedienung konnte das System schnell und einfach zum nächsten Takt verfahren werden.

Insgesamt war das Projekt sehr komplex. Es war von Vorteil, dass das VBC-Freivorbaugerät an die individuellen Bedürfnisse der Baustelle flexibel angepasst werden konnte. So erforderte beispielsweise die längslaufende Kragplattenstützwand im Bereich des Widerlagers, die von der Oberkante des Fundaments bis zur Unterkante der Kragplatte reichte, eine Anpassung des Überstands der Querträger im Bodenrost sowie einen Tragwerksabstand von nur 50 cm.

Von Vorteil bei der Betonage der Fahrbahnplatte war auch der Schalwagen mit seiner Fahrbahnplattenschalung, die mit ihrer Position auf den Ankerhülsen M24 reduzierte Durchdringungen im Tragwerk ermöglichte.

Auch die Demontage des Freivorbauwagens war vergleichsweise einfach. Ein aufwendiges Niederhängen der Fahrschienen beim Zurückfahren der Wägen war nicht nötig.

Bis dato galt es für das Baustellenteam und die Peri-Ingenieure jedoch, einige Hürden zu meistern. So liegt der Raum Innsbruck, und damit auch die Terfener Brücke, in einer Erdbebenzone. Für den Fall eines Erdbebens musste deshalb nicht nur das Brückentragwerk, sondern auch der Freivorbauwagen statische Berechnungen auf Erdbebenlasten bestehen.

Während des gesamten Projekts unterstützte ein regelmäßiger Richtmeistereinsatz das Team vor Ort bei Tätigkeiten wie der Montage des Tragwerks, der Bedienung des VBC-Freivorbaugeräts, dem Umbau auf den nächsten Hammerkopf und auch der Demontage des Schalwagens.

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