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Layher-Geschäftsführer Wolf Christian Behrbohm

Gerüstbaudienstleistungen werden gut nachgefragt

Wolf Christian Behrbohm, Geschäftsführer der Wilhelm Layher GmbH & Co KG.

Auch in der aktuellen Situation sind Gerüstbaudienstleistungen nach-gefragt. Dank der hohen Lieferbereitschaft von Layher können Kunden darauf vertrauen, dass sie Gerüstmaterial auch weiterhin kurzfristig bestellen und an ihr Lager oder direkt auf die Baustellen liefern lassen können. Darüber sowie über Neu- und Weiterentwicklungen sprach ABZ-Chefredakteur Robert Bachmann mit Layher-Geschäftsführer Wolf Christian Behrbohm.

ABZ: Herr Behrbohm, die Corona-Krise beschäftigt Deutschland nach wie vor. Wie hat sich das Geschäft für Ihr Unternehmen vor diesem Hintergrund zuletzt entwickelt?

Behrbohm: Die Auswirkungen der Corona-Pandemie auf die allgemeine Konjunkturentwicklung durch Verhaltensänderungen der Verbraucher, die Verunsicherung von Investoren oder auch gesetzliche Vorgaben sind in Deutschland aber auch weltweit deutlich zu spüren. Nehmen Sie hierzulande die Veranstaltungstechnik, die stark unter dem Verbot von Großveranstaltungen bis voraussichtlich Ende August leidet. Wie stark der Einbruch in der Wirtschaft sein wird, ist gegenwärtig schwer einzuschätzen. Doch es gibt auch Lichtblicke – gerade in der Bauindustrie. Die allermeisten Baustellen laufen in Deutschland weiter und Gerüstbaudienstleistungen werden gut nachgefragt.

ABZ: Neben den Einschränkungen für das gesellschaftliche Leben in den vergangenen Wochen hat das neuartige Coronavirus teilweise auch drastische Auswirkungen auf die international verzweigten Lieferketten der Industrie? Gibt es solche Auswirkungen auch bei Layher?

Behrbohm: Die hohe Lieferbereitschaft von Layher als ein maßgeblicher Baustein unseres Versprechens "Mehr möglich" ist für unsere Kunden angesichts der oft kurzfristigen Auftragsvergabe eine Notwendigkeit – und in der aktuellen Krisensituation wichtiger denn je. Schließlich sind eine umsichtige Unternehmensführung und wohl überlegte Investitionen maßgebend für die weitere erfolgreiche Unternehmensentwicklung. Unsere Kunden müssen also darauf vertrauen können, dass sie Gerüstmaterial bei Bedarf auch weiterhin kurzfristig bestellen und an ihr Lager oder direkt auf die Baustellen liefern lassen können. Dass wir bei Layher langfristig planen, ist zum Vorteil unserer Kunden.

ABZ: Können Sie dies näher erläutern?

Behrbohm: Als verlässlicher Partner haben wir in den vergangenen Jahren infolge der hohen Marktnachfrage in hohem Maße in neue Maschinen und Anlagen investiert. Die deutlich ausgebauten Fertigungskapazitäten erlauben es uns, unser Zentrallager am Stammsitz sowie die Materiallager in unseren bundesweit 30 Service-Stützpunkten regelmäßig auf hohem Niveau nachzufüllen. Möglich ist dies aber auch, weil wir unser Rohmaterial sorgfältig disponieren und frühzeitig ein Arbeitsmodell entwickelt haben, das einerseits einen bestmöglichen Schutz für unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter bietet und andererseits sicherstellt, dass unsere Fertigung aber auch die umfassende Beratung unserer Kunden weiterlaufen können.

Die Anforderungen der TRBS 2121-1 lassen sich mit dem systemintegrierten I-Geländer für das Layher-Blitz-Gerüst ohne zusätzlichen Montageaufwand erfüllen. Durch einen Drehriegel auf einer Seite ist künftig auch ein richtungsunabhängiger Auf- und Abbau in der obersten Lage oder der Einsatz mehrerer Kolonnen möglich – für mehr Flexibilität im Einsatz.

ABZ: Die Neufassung der TRBS 2121-1 ist jetzt seit etwas mehr als einem Jahr in Kraft. Wie beurteilen Sie den Vorgang aus heutiger Sicht?

Behrbohm: Lassen Sie mich dazu vorab sagen, dass die Erhöhung der Arbeitssicherheit im Gerüstbau ein zentraler Anspruch in unserer Produktentwicklung ist und wir jede sinnvolle Maßnahme begrüßen, die die Sicherheit unserer Kunden steigert. Ob es mit den neuen Regelungen gelingt, die Unfallrate im Bereich Höhenzugang zu senken, bleibt abzuwarten. Grundsätzlich denken wir, dass nur die Kombination aus einer Sicherheitskultur in Unternehmen – verbunden mit Unterweisung, regelmäßiger Schulung und Kontrolle – sowie praxisorientierten Produktweiterentwicklungen die Arbeitssicherheit nachhaltig erhöhen kann. Warum praxisorientiert? Sicherheit ist wichtig. Ohne Frage. Gleichzeitig müssen unsere Kunden aber auch in Zukunft Geld verdienen können. Deshalb dürfen wir das Thema Wirtschaftlichkeit nicht aus den Augen verlieren.

ABZ: Welche Unterstützung bietet Layher?

Behrbohm: Aufgrund der verständlichen Unsicherheit vieler Unternehmen war es anfänglich schwierig, Akzeptanz für die neuen Maßnahmen zu schaffen. Trotzdem können wir feststellen, dass sich unsere Kunden intensiv mit den Themen beschäftigen und Maßnahmen ergreifen, um Arbeitsabläufe entsprechend zu modifizieren. Wir unterstützen dabei zum einen durch regelmäßige Seminare – aktuell verstärkt durch Webinare – aber auch mit einer umfassenden Beratung durch unsere erfahrenen Gebietsverkaufsleiter. Gemeinsam mit unseren Kunden analysieren sie den jeweiligen Bedarf und suchen die für jedes Unternehmen individuell richtige Lösung – und zwar nicht nur in technischer, sondern auch in wirtschaftlicher Hinsicht. Je nach Tätigkeitsschwerpunkt können dies die systemintegrierten Bauteile I-Geländer für das Blitz-Gerüst und Allround Geländer System (AGS) für das AllroundGerüst oder das temporäre Layher MSG sein – ein universell einsetzbarer und im Markt bewährter Seitenschutz für die oberste Lage. Auf diese Weise lassen sich die Anforderungen der TRBS 2121 Teil 1 mit dem bestehenden Materialbestand wirtschaftlich erfüllen.

Um Kunden für die digitale Zukunft fit zu machen, bietet Layher in Zeiten von Corona Webinare sowie kundenindividuelle Online-Workshops zum Thema Scaffolding Information Modeling sowie zur integrierten Softwarelösung LayPLAN SUITE an.

ABZ: Wie schätzen Sie in diesem Zusammenhang die Zukunft im Fassadengerüstbau ein? Es bestand ja die Befürchtung, dass bestehende Materialbestände künftig nicht mehr eingesetzt werden können.

Behrbohm: Diesbezüglich können wir unsere Kunden beruhigen – die Layher-Systeme sind weiterhin uneingeschränkt einsetzbar. Gerne möchte ich an dieser Stelle nochmals den Punkt Wirtschaftlichkeit beziehungsweise wirtschaftliche Montage aufgreifen. Hier sind wir im Fassadengerüstbau nach wie vor beim bewährten Rahmensystem, denn die Hauptfaktoren Montage und Logistik werden bekanntlich von Bauteilanzahl und Bauteilgewicht maßgeblich beeinflusst. Ein Stellrahmen ersetzt drei Einzelteile. Dies bedeutet, dass weniger Teile gelagert, transportiert und eingebaut werden müssen. Speziell beim Blitz-Gerüst kommen das geringe Bauteilgewicht, das einfache Handling mit der durchdachten Bauteilform, die schraubenlose Verbindungstechnik und die logisch-sichere Aufbaufolge mit schnellem lotrechten Aufbau hinzu. Passende Ausbauteile ermöglichen vielfältige Einsatzmöglichkeiten – für eine sichere und zugleich regelkonforme Montage sowie Nutzung ist ebenfalls gesorgt.

ABZ: Gibt es Neuigkeiten aus der Produktentwicklung?

Behrbohm: Wir sprachen vorhin bereits kurz vom I-Geländer als eine der möglichen Lösungen für den voreilenden Seitenschutz im Fassadengerüstbau. Es handelt sich dabei um eine leichte, einteilige Rahmenkonstruktion, die sich aus gesicherter Lage schnell montieren lässt und im Gerüst verbleibt. Ein zusätzlicher Montageaufwand entfällt. Auf Basis erster Praxiserfahrungen haben wir die Systemlösung nun in Zusammenarbeit mit Kunden weiterentwickelt. Durch einen Drehriegel sind künftig eine richtungsunabhängige Montage und Demontage in der obersten Lage sowie der gleichzeitige Einsatz mehrerer Kolonnen an einer Fassade möglich. Dies erhöht die Flexibilität bei der Montage deutlich. Vorteile wie die einfache Ein-Personen-Montage sowie die Einsatzmöglichkeiten an der Gerüstaußen- und -innenseite – wie bei Skelettbauten – bleiben ebenso bestehen wie die konstruktiv vorgesehene Montagefolge. Das I-Geländer lässt sich bewusst nur vor Einbau der Stellrahmen montieren. Ein unsachgemäßer Umbau des Gerüsts im Nachhinein durch den Gerüstnutzer kann ebenfalls nicht erfolgen, wodurch auch eine hohe Sicherheit bei der Nutzung gegeben ist. Seit Kurzem steht zudem eine durchdachte Palettenlösung für eine effiziente Logistik zur Verfügung.

ABZ: Wie sieht es aus mit dem Thema Lightweight?

Behrbohm: Die Philosophie Layher Lightweight ist zentraler Schwerpunkt in unserer Produktentwicklung, da die Reduzierung vom Bauteilgewicht – um nur einen Aspekt zu nennen – die Rentabilität im Gerüstbau signifikant steigert. Auf der letztjährigen bauma haben wir beispielsweise den bewährten Layher-Stahlboden in der Lightweight-Variante vorgestellt, der nicht nur bis zu 10 Prozent leichter ist, sondern auch für ein noch besseres Handling sorgt. Die Ergonomie im Gerüstbau wird verbessert und die Kosten für Transport sowie Montage sinken. Und zwar bei jedem Einsatz. Diese unternehmerischen Vorteile überzeugen auch unsere Kunden: Die Nachfrage steigt kontinuierlich. In Kürze wird es auch eine 4 Meter lange Ausführung geben, zum Beispiel für Überbrückungen ohne den Einsatz von Gitterträgern.

Der Stahlboden LW von Layher ist nicht nur bis zu 10 Prozent leichter, sondern sorgt auch für ein noch besseres Handling. Die Ergonomie im Gerüstbau steigt, die Kosten für Transport und Montage sinken – bei jedem Einsatz. Dies erhöht die Rentabilität im Gerüstbau.

ABZ: Die Digitalisierung/Beschleunigung von Planungs- und Bauprozessen bleibt auch 2020 ein Dauerthema bei Politik und Baubranche. Wie gehen Ihre Kunden heute mit dem Thema und den Unterstützungsangeboten, die ihnen Layher zur Verfügung stellt, um?

Behrbohm: Um Kunden beim Schritt in ihre digitale Zukunft zu unterstützen, haben wir mit Scaffolding Information Modeling – kurz SIM – ein auf 3D-Modellen basierendes Konzept zur Digitalisierung von gerüstspezifischen Prozessen entwickelt. Layher SIM ist speziell auf temporäre Gerüstkonstruktionen zugeschnitten und umfasst alle wesentlichen Faktoren des Gerüstbaus – also Planung, Logistik und Ausführung. Basis ist die integrierte Softwarelösung LayPLAN SUITE, die für jeden Bedarf passende Module enthält: von der automatisierten Planung standardisierter Gerüstanwendungen bis hin zur individuellen 3D-Planung von Gerüstanwendungen im Rahmen des ingenieurmäßigen Gerüstbaus. Auch Lösungen zum Materialmanagement, zur realitätsnahen Visualisierung und zur Übergabe der Gerüstkonstruktionen an das Stabwerksprogramm RSTAB sind berücksichtigt. Da Krisenzeiten auch die Chance bieten, sich mit neuen Themenstellungen aus dem Markt wie der fortschreitenden Digitalisierung zu beschäftigen und damit die Grundlage für die weitere erfolgreiche Unternehmensentwicklung zu legen, sind wir gerade in einem engen Austausch mit unseren Kunden. Wir veranstalten allgemeine Webinare zur Einführung in das Thema Digitalisierung mit Layher SIM sowie kundenindividuelle Online-Workshops und Online-Schulungen – ein Angebot, das von zahlreichen Kunden angenommen wird.

ABZ: Wie laufen die Vorbereitungen für die neue Verzinkerei?

Behrbohm: Wie bereits erwähnt, verfolgt Layher schon immer eine langfristig angelegte und kontinuierliche Investitionspolitik. Wir haben uns deshalb trotz der aktuell unsicheren Lage entschlossen, die Arbeiten an den erforderlichen Genehmigungsverfahren für den Bau unseres dritten Fertigungswerks weiterzuführen. Dazu gehört derzeit auch das aufwendige immissionsschutzrechtliche Genehmigungsverfahren nach dem Bundes-Immissionsschutzgesetz (BImSchG) für die angeschlossene Feuerverzinkerei. Durch den Ausbau unserer Fertigungskapazitäten können wir auch in Zukunft die Nachfrage aus dem Markt zuverlässig bedienen – selbst kurzfristig. Ein entscheidender Wettbewerbsvorteil für unsere Kunden.

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