Leichtbetonmauerwerk

Beim Thema Ökobilanz ganz vorn dabei

von: Dr. Johannes SCHRENK
Bisotherm Leichtbeton
Frisch aus dem Produktionsprozess lagern die "Grünlinge" durchschnittlich sieben Tage im Hochregallager. Die Abbindereaktion, der Härtungsprozess, erfolgt ohne jegliche Wärmeenergiezufuhr und ist somit eine Einzigartigkeit in der Wandbaustoffherstellung. Foto: Bisotherm

MÜLHEIM-KÄRLICH (ABZ). - Die umwelttechnischen Kenndaten von Leichtbetonsteinen auf Bimsbasis wurden nach den Richtlinien der ISO 14025 und der DIN 15804 ermittelt und in einer sog. EPD (Environmental Product Declaration = Umweltproduktdeklaration) zusammengefasst. Alle Ergebnisse dokumentieren den geringsten Primärenergiebedarf im Vergleich zu anderen Wandbaustoffen. Darüber hinaus helfen die Wandbaustoffe von Bisotherm auch in der Nutzungsphase, den Energieeinsatz in jeglicher Hinsicht zu minimieren. Deshalb ermöglichen Bisotherm Baustoffe – hergestellt mit hochwertigem Naturbims – ökologisch sinnvolles und nachhaltiges Bauen mit vergleichsweise geringem Energieaufwand, sowohl in der Bau- als auch in der Nutzungsphase.

Seit Jahrzehnten entwickelt und vertreibt Bisotherm hoch Wärmedämmende Mauersteine in verschiedenen Formaten, die aus aufbereiteten, sehr leichten Bimskörnungen hergestellt werden. Dieser Bims entstand vor rund 12 500 Jahren durch den Ausbruch des Laacher Seevulkans und wurde im sog. Neuwieder Becken oberflächennah in teilweise bis zu 8 m dicken Schichten abgelagert. Diese Schichten werden im Tagebau abgebaut und liefern den natürlichen Rohstoff u. a. zur Herstellung von Mauersteinen aus haufwerksporigem Leichtbeton ("Leichtbetonsteine").

Im Gegensatz zu industriell hergestellten leichten Gesteinskörnungen ("Leichtzuschlägen") wird zur Produktion von Bims keine thermische Energie verbraucht, da das Material bereits während des Vulkanausbruchs expandiert, d. h. aufgebläht wurde. Dabei entstand eine feinporige und doch feste Struktur, die u. a. für die sehr geringen Wärmeleitfähigkeiten des Leichtbetons verantwortlich ist, aus dem die Bisotherm Mauersteine bestehen. Die Produktionsstätten befinden sich in unmittelbarer Nähe zu den Rohstoffvorkommen, so dass keine weiten Transporte erforderlich sind.

Mauerwerksprodukte von Bisotherm bestehen aus verschiedenen Bimskörnungen und den Bindemitteln Zement und/oder Kalk, die gemischt und in speziellen Maschinen zu den verschiedenen Steinformaten verdichtet werden. Anschließend werden die Steine in großen "Regalen" gelagert, bis die Abbindereaktion weitgehend abgeschlossen ist und die Steine auf den Lagerplatz gebracht werden können. Dieser Prozess kommt ohne Wärmeenergiezuführung aus und ist einer der beachtenswerten Vorzüge der Leichtbetonwandbaustoffe von Bisotherm.

Bei keinem der genannten Produktionsschritte wird thermische Energie verbraucht und so verwundert es nicht, dass Bimssteine über eine hervorragende Ökobilanz verfügen. Insbesondere der Primärenergiebedarf und die CO2-Bilanz (Treibhauspotenzial) fallen besonders günstig aus. Zur Herstellung von 1 m³ zementgebundener Bisotherm-Steine werden 633 MJ Primärenergie verbraucht, ein Bruchteil dessen, was zur Herstellung vergleichbarer Wandbildner eingesetzt werden muss. Während Kalksandstein und Porenbeton bspw. in Autoklaven thermisch gehärtet werden, werden Ziegelsteine bei hohen Temperaturen gebrannt, und für normalen Beton werden große Anteile Zement eingesetzt, der ebenfalls in einem sehr energieintensiven Prozess entsteht. Das renommierte Institut für Bauen und Umwelt (IBU) beschäftigt sich seit Jahren mit der umwelttechnischen Bewertung von Baustoffen und hat für Mauersteine aus Leichtbeton aus natürlichen Zuschlägen die EPD-BVL-2013111-D erteilt, die auf der Grundlage realer Rezepturen und Herstellungsprozesse in einem genau festgelegten Prozess ausgearbeitet wurde.

Ebenso wichtig wie der Primärenergiebedarf zur Herstellung der Wandbaustoffe ist auch das sog. Treibhauspotenzial, die CO2-Bilanz. Sie gibt Auskunft darüber, welche Menge des klimaschädlichen Treibhausgases Kohlendioxid (CO2) bei der Produktion 1 m³ des jeweiligen Baustoffes freigesetzt wird.

Leichtbetonsteine nehmen auch hier einen Spitzenplatz ein, da bei deren Herstellung vergleichsweise wenig CO2 freigesetzt wird. Der Vergleich bezogen auf 1 m³ Wandbaustoff spiegelt die konkreten Verhältnisse beim Bau eines Wohngebäudes jedoch nur verzerrt wider, weil sich Mauerwerksdicken, abhängig von der Bauart und der Wärmedämmung der Außenwände, stark unterscheiden können. Daher ist es sinnvoller, komplette Wandaufbauten zu vergleichen, die denselben U-Wert (Wärmedurchgangskoeffizienten) besitzen.

Im direkten Vergleich der hoch Wärmedämmenden Mauersteine liegt Leichtbeton mit 31 kg/m² CO2-Äquivalent bei deutlich weniger als der Hälfte, verglichen mit Porenbeton und Ziegel. Soll ein Wohngebäude also nach den Kriterien der Nachhaltigkeit erstellt werden, spielen nicht nur die energetischen Kenndaten in der Nutzungsphase eine entscheidende Rolle, sondern auch der Primärenergiebedarf und das CO2-Äquivalent, das zur Herstellung der Baustoffe eingesetzt werden muss.

Durch die fortlaufende Produktoptimierung ist es Bisotherm gelungen, auf der einen Seite die Wärmeleitfähigkeiten der Mauersteine immer weiter abzusenken – derzeitiger Spitzenwert liegt bei 0,055 W/ mK (Birsorocket Hbn) – und damit in monolithischer Bauweise U-Werte im Passivhausbereich zu ermöglichen; auf der anderen Seite führen der Einsatz natürlicher Rohstoffe und die Optimierung der Rezepturen zu hervorragenden ökologischen Kennwerten.

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