Leipziger Wärmewende

Durch vorgefertigte Betonteile bleibt der Bau des Heizkraftwerks im Zeitplan

Leipzig (ABZ). – Die Leipziger Stadtwerke haben mit dem Bau des Heizkraftwerks (HWK) an der Bornaischen Straße einen wichtigen Meilenstein auf dem Weg zu einer klimaneutralen Energieversorgung der Stadt Leipzig erreicht.
HeidelbergCement Betonfertigteile
Mit dem Bau eines neuen Heizkraftwerkes haben die Leipziger Stadtwerke an der Bornaischen Straße einen wichtigen Meilenstein auf dem Weg zu einer klimaneutralen Energieversorgung der Stadt Leipzig erreicht. Zum Einsatz kommt das komplette Sortiment an Fertig- und Halbfertigteilen der Heidelberger Betonelemente. Das Unternehmen ist in Deutschland spezialisiert auf die Entwicklung von Systemlösungen für das Bauen mit Betonfertigteilen. Foto: HeidelbergCement AG/Silvio Bürger

Das neue Kraftwerk wird mit Gasturbinen betrieben, die in Zukunft auch auf erneuerbare Energien umgestellt werden können. Die Betonfertigteilkonstruktionen für das Kraftwerk, der Gasanlage und der Pumpenhalle hat die Heidelberger Betonelemente GmbH & Co.KG geplant, geliefert und zum Teil auch montiert.

Ende 2022 soll es soweit sein und das neue Gasheizkraftwerk wird die Stadt Leipzig mit Strom und Wärme versorgen und gleichzeitig den Ausstieg aus der Braunkohle ermöglichen. In Leipzig entsteht so eines der modernsten Kraftwerke der Welt, mit dem Ziel, Deutschlands erstes klimaneutrales Großheizkraftwerk auf der Basis von erneuerbaren Energien und insbesondere grünem Wasserstoff zu werden. Das gesamte HWK besteht aus vier Gebäuden, dem Kraftwerk, dem Wärmespeicher, der Gasanlage und der Pumpenhalle, die mit einer Rohrleitungsbrücke verbunden sein werden.

Das Unternehmen Glass Ingenieurbau Leipzig GmbH ist für die Rohbauarbeiten, Erdarbeiten und den Spezialtiefbauarbeiten verantwortlich. Um die Gebäude im vorhandenen Baugrund errichten zu können, war eine Bohrpfahlgründung notwendig.

Die Bohrpfähle können die hohen Lasten im Baugrund verteilen. Die Herstellung ist annähernd erschütterungsfrei. Vorab wurde der Baugrund durch das Einbringen von Probebohrpfähle und anschließender Setzungsbeobachtung genau analysiert.

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HeidelbergCement Betonfertigteile
Die Binder werden mit einem 750 t schweren Mobilkran montiert. Foto: HeidelbergCement AG/Silvio Bürger

Die Pfahlbohrmaschine hat von Mitte 2020 bis Ende 2020 etwa 400 Pfähle mit bis zu 30 m Tiefe gesetzt. Die Gründung und die Bodenplatten wurden in Ortbeton hergestellt.

Die Gründungsebene stellt die Basis für die Stützpfeiler dar: "Die Betonstützen sind als Fertigteile ausgeführt und haben eine Höhe von bis zu 24 Metern und ein Gewicht von 22 Tonnen. Das ist Millimeterarbeit, denn sie müssen mit dem Mobilkran genau in die richtige Position gebracht und passgenau verschraubt werden. Bis zu vier Stützen pro Tag konnten so gesetzt werden", berichtet Andreas Löbel Oberbauleiter Hochbau bei Glass Ingenieurbau.

Die Heidelberger Betonelemente sind in Deutschland spezialisiert auf die Entwicklung von Systemlösungen für das Bauen mit Betonfertigteilen. Heiko Schulzki von Heidelberger Betonelemente erklärt: "Wir haben auch einen Teil der Planung übernommen, da gab es viele Details zu beachten, denn die Gebäude mussten entsprechend der aufwändigen Gebäudeausrüstung angepasst werden. Es kommt unser komplettes Sortiment an Fertig- und Halbfertigteilen zum Einsatz. Im Wesentlichen aber Stützen, Spannbetonbinder und massive Wandelemente mit einer Betongüte von C25/30 bis zu C40/50. Alle Fertigteile werden individuell für das Bauvorhaben hergestellt, damit ist jedes Teil ein Unikat."

Die Dachbinder mit einer Spannweite von 25 m und einem Querschnitt von bis zu 1,4 m sind mit sogenannten Spannlitzen bewehrt, um die große Spannweite zu ermöglichen.

Die Binder haben Einzelgewichte von bis zu 45 t und wurden mit einem 750 t Kran montiert. Andreas Löbel ergänzt: "Die Heidelberger Betonelemente hat uns intensiv in der Detailplanung unterstützt. Die gesamte Fertigteilkonstruktion der Gebäude wurde in 3-D modelliert und die Bauabfolge bauteilweise mit der Firma Glass abgestimmt."

Mittlerweile sind alle Stützen gestellt und Fertigteilwände und die Deckenkonstruktion mit Spannbetonbinder geschlossen.

Das Kraftwerk wird über zwei Anlagenstränge mit Gasturbinen und Heißwassererzeugern ausgestattet. Mit dem Kamin des Heißwassererzeugers wird die finale Gebäudehöhe des Kraftwerksgebäudes von 54 m erreicht. Der Wärmespeicher wird sogar 60 m Gebäudehöhe erreichen und damit Wahrzeichen für die Stadt Leipzig werden.

Die Baustelle HWK Leipzig Süd liegt bestens im Zeitplan. Nicht zuletzt dank dem Einsatz vorgefertigter Betonteile, denn sie sind zeitlich exakt auf der Baustelle steuerbar und machen die schnelle und einfache Erstellung von Einzelgewerken sowie nachfolgender Arbeiten möglich. Dadurch erhöhen sich Wirtschaftlichkeit und Baufortschritt einer Baustelle nachhaltig.

Im Rahmen des Zukunftskonzepts Fernwärme investieren die Stadtwerke Leipzig mit dem "Herzstück" HKW Leipzig Süd in den nächsten Jahren mehr als 300 Millionen Euro in den Bau neuer Anlagen. Durch die Investitionen in umweltfreundliche und innovative Anlagen erzielen die Stadtwerke bessere Wirkungsgrade und erzeugen weniger C02-Emissionen.

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