Lithium-Ionen- und Brennstoffzellen-Technologie

Volle Energie für Antriebe der Zukunft

Aschaffenburg/Offenbach (ABZ). – Die Verfügbarkeit der Transportfahrzeuge ist in der Logistik entscheidend, sie wirkt sich direkt auf die Effizienz der Prozesse aus. Eine zentrale Rolle, insbesondere bei elektrisch betriebenen Flurförderzeugen, spielt dabei das Energiesystem: Ladezeiten, Wartung und Batteriewechsel kosten Zeit. Alternative Systeme versprechen schnelle Ladung oder Betankung und bessere Energieeffizienz. Linde Material Handling präsentierte auf der "World of Material Handling" innovative Entwicklungen bei der Lithium-Ionen- und der Brennstoffzellen-Technologie – neben Lagertechnikgeräten auch die ersten Linde Gabelstapler mit Lithium-Ionen-Batterie sowie wasserstoffbetriebene Fahrzeuge, die bspw. bei DB Schenker, Daimler oder BMW im Einsatz sind. Beide Technologien verbessern die Verfügbarkeit und damit die Produktivität in der Intralogistik.

Immer kürzere Taktungen bestimmen die Prozesse in der betrieblichen Logistik. Stillstand führt zu teuren Verzögerungen: wenn z. B. die Batterie eines Fahrzeuges geladen oder gewechselt werden muss. Hier liegt die Schwäche der konventionellen Blei-Säure-Batterietechnik, die sich besonders im Mehrschichtbetrieb negativ auswirkt. "Wir wollen dem Kunden das für seine spezifische Anwendung effizienteste Energiesystem zur Verfügung stellen", sagt Christophe Lautray, Chief Sales Officer bei Linde Material Handling. "Entsprechend treiben wir die Entwicklung der Technologien weiter voran, die aus unserer Erfahrung die meisten Vorteile bieten." Eine dieser Technologien ist die Lithium-Ionen-Batterie. Sie ist in kurzer Zeit vollständig geladen, bei den Lagertechnikgeräten von Linde bspw. in ein bis zwei Stunden, und kann jederzeit zwischengeladen werden, ohne dass die Lebensdauer beeinträchtigt wird. Zudem geben die Batterien rund 95 % der geladenen Energie auch tatsächlich ab, und zwar ohne Leistungseinbußen, wenn der Ladestand sinkt. Das macht Batteriewechsel und Ersatzbatterien im Mehrschichtbetrieb überflüssig, spart also Zeit, Platz und Geld. Zudem sondert die Lithium-Ionen-Batterie beim Laden keine gesundheitsschädlichen Gase ab und ist wartungsfrei. Die Fahrzeuge können dadurch überall im Unternehmen geladen werden, die Anfahrt sowie der separate Laderaum selbst entfallen und die Mitarbeiter müssen nicht mit Säuren umgehen. "Entsprechend eignen sich die Fahrzeuge besonders für die Lebensmittelherstellung und andere sensible Industrien", erklärt Tobias Zierhut, Head of Produkt & Service Marketing bei Linde.

Bislang bietet Linde Niederhubwagen, Kommissioniergeräte und Schlepper mit Lithium-Ionen-Batterie an. Jetzt präsentierte das Unternehmen einen Hochhubwagen sowie Gegengewichtstapler für Traglasten von 1,4 bis 1,8 t, die mit der innovativen Technologie ausgestattet sind. Für die höheren Tonnagen entwickelte Linde neben den bereits angebotenen 24-V-Batterien eine weitere Größe mit 48 V Nennspannung. Je nach Einsatz kann der Betreiber zwischen zwei Batteriegrößen und zwei unterschiedlichen Ladegeräten mit 9 oder 18 kW Leistung wählen.

"Bei der Entwicklung haben wir großen Wert auf die sorgfältige Systemintegration von Fahrzeug, Batteriesystem und Ladegerät gelegt, um ein hohes Maß an Effizienz und Sicherheit zu gewährleisten", betont Tobias Zierhut. Batterien und Ladegeräte sind speziell für den Einsatz in Flurförderzeugen entwickelt, die Batterien sind in Zell- und Modulaufbau sowie durch die Konstruktion des Batterietrogs besonders geschützt. "Zudem kommuniziert die Batterie mit Stapler bzw. Ladesystem und teilt u. a. den exakten Ladezustand in Stunden und Minuten und eventuelle Fehlfunktionen mit", so Zierhut weiter. Schocksensoren ermöglichen, dass die Batterie bei zu starken Erschütterungen in den Sicherheitszustand gefahren wird.

Linde wird die Produktpalette der elektrisch betriebenen Flurförderzeuge mit Lithium-Ionen-Batterien kontinuierlich ausbauen und entwickelt auch die Ladetechnik weiter: Künftig sollen Fahrzeuge mit Lithium-Ionen-Batterie auch induktiv geladen werden können. Dafür müssen sie dann nur über einer Ladeplatte platziert werden.

Neben der Lithium-Ionen-Batterie treibt Linde aber auch intensiv die Weiterentwicklung der Brennstoffzelle als alternatives Energiesystem voran: Wasserstoffbetriebene Linde Stapler und Lagertechnikgeräte haben sich in verschiedenen Langzeiteinsätzen bei Kunden wie DB Schenker, BMW und Daimler bewährt.

Auf der WoMH zeigt Linde u. a. einen T 20 SP Niederhubwagen, der in einem Umschlaglager von DB Schenker in Linz drei Jahre im Mehrschichtbetrieb eingesetzt wurde. "Insbesondere in intensiven Einsätzen kommen die Vorteile der Brennstoffzelle zum Tragen, da das System innerhalb weniger Minuten aufgetankt ist", sagt Tobias Zierhut. "So ist die Wasserstofftechnologie schon heute unter bestimmten Bedingungen wirtschaftlich einsetzbar und – wenn der Wasserstoff aus regenerativen Ressourcen hergestellt wird – auch mit Blick auf die Nachhaltigkeit eine echte Alternative zur konventionellen Technik."

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