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Logistikimmobilien auf dem Weg zu Netto-Null

Ökologisches Bauen fördert nachhaltigere Logistik

Von Graeme Munro

Mit Oberlichtern und großflächiger Verglasung oberhalb der Überladebrücken werden 15 % des Lichtbedarfs durch Tageslicht gedeckt.

Frankfurt a. Main/Hamburg/München. – Innovative Entwickler für Logistikimmobilien setzen sich das Ziel, die Wirkung der Logistik auf die Umwelt umzukehren. Dem ökologischen Bau der Logistikzentren kommt dabei eine besondere Bedeutung zu. Nachhaltiger Betrieb der Immobilien und ihre Einbindung in effiziente Lieferketten sind weitere Meilensteine auf dem Weg zum Ziel.

Normalerweise werden sie kaum wahrgenommen: Logistikimmobilien. Wie ein Uhrwerk funktionieren sie im Hintergrund des Handels und der Produktionsversorgung. Mitunter jedoch werden ökonomische und ökologische Aspekte von Logistikansiedlungen gegeneinander aufgewogen, obwohl beides keinen Gegensatz darstellt. Was steckt dahinter?

Neubauten sind unerlässlich, um neue Logistikflächen für den boomendenE-Commerce und die Just-in-time-Anlieferung für Fertigungsbetriebe zu entwickeln. Ohne die Lieferketten der Logistik, des drittgrößten Wirtschaftszweigs in Deutschland, gibt es keine schnelle Lieferung an Konsumenten und keine reibungslose Produktion.

Gleichzeitig belastet Neubautätigkeit natürlich immer auch das Klima, ebenso wie der Betrieb eines Gebäudes. Kurzum, Bebauung hat, wie kann es anders sein, ihren Anteil an den weltweit anfallenden CO2-Emissionen.

Ausgewählte Unternehmen der Logistikimmobilienbranche haben sich nun zum Ziel gesetzt, die Wirkung der Logistik auf die Umwelt nicht nur zu begrenzen, sondern umzukehren, und auf diesem Wege kommen sie voran. Ein wesentlicher Meilenstein wird die Entwicklung nachhaltiger Netto-Null-Gebäude sein, die unter ökologischen Gesichtspunkten geplant, gebaut und betrieben werden. Sie harmonieren nicht nur mit der Umwelt, sondern senken auch die Kosten für den Unterhalt der Immobilie, sodass sich ihre Mieter einen dauerhaften Kostenvorteil sichern können.

Ein Investor und Entwickler wie beispielsweise GLP fokussiert sich dabei auf drei Prioritäten: Reduktion der CO2-Emissionen, Wassermanagement und Biodiversität. Seine Logistikimmobilien werden prinzipiell gemäß den strengen Nachhaltigkeitsstandards der DGNB Deutsche Gesellschaft für Nachhaltiges Bauen errichtet.

Ausgangspunkt bei der gesamten Planung und Realisierung einer Immobilie ist das Grundprinzip der Kreislaufwirtschaft, angefangen bei verantwortungsbewusstem Sourcing.

Solarthermie und Photovoltaik bei einem Objekt in Kassel.

Bereits vor Baubeginn wird eine CO2-Ökobilanz für den gesamten Lebenszyklus der Logistikimmobilie einschließlich der Bauphase aufgestellt. Die Analyse beginnt bei der Bewertung der Baustoffe und ihrer Herstellung und erstreckt sich weiter auf Transport, Bau und Betrieb sowie das Ende der Gebäudelebenszeit. Ziel ist es, den CO2-Fußabdruck zyklusübergreifend zu begrenzen einschließlich des in den Baustoffen gebundenen CO2 und der CO2-Emissionen, die bei Errichtung und Betrieb entstehen.

Verwendet wird vor allem nachhaltiges Baumaterial einschließlich Holz aus verantwortlich bewirtschafteter Forstwirtschaft für Deckenkonstruktion und Innenausstattung sowie recycelte und recycelbare Materialien. Dazu gehören Recycling-Beton und Zuschlagstoffe wie Hüttensand. In Baumaterialien enthaltenes CO2 wird durch die Wahl passender Materialien reduziert, etwa durch Verwendung von zementarmem Beton und Stahl statt Aluminium für die Wandverkleidung.

Um die lokale Wirtschaft zu fördern und den Transport zu minimieren, wird Baumaterial vor allem bei lokalen Anbietern beschafft. In einer Datenbank werden die relevanten Daten für die LCA (Life Cycle Assessment)-Zertifizierung erfasst.

Die Unternehmensstandards zur Verwendung nachhaltiger Materialien gelten für alle Zulieferunternehmen. Auf dem Weg zu Netto-Null-Gebäuden zeichnen sich Logistikimmobilien, die von Anbietern wie beispielsweise GLP entwickelt werden, bereits jetzt durch eine Vielzahl nachhaltiger Qualitätsmerkmale aus.

Um den Energieverlust beim späteren Betrieb zu minimieren, wird die nördliche Gebäudeseite nur geringfügig verglast. Für alle anderen Gebäudeseiten wird ein Konzept zur Beschattung aufgestellt.

Die in das Belüftungssystem integrierte Wärmerückgewinnung senkt Energieverbrauch und Heizkosten.

Mit Oberlichtern und großflächiger Verglasung oberhalb der Überladebrücken werden 15 % des Lichtbedarfs durch Tageslicht gedeckt. Im Innen- und Außenbereich wird außerdem mit LED-Beleuchtung Energie gespart.

Die Wandverkleidung besteht aus einem isolierenden Verbundplattensystem, das sich durch hohe Wärmedämmung auszeichnet. Durch Mindestdämmstärken, die über den Anforderungen der EnEV liegen, wird sichergestellt, dass die Betriebskosten dauerhaft niedrig bleiben.

Aufgrund des blau-weißen Farbverlaufs der Wandverkleidung passt sich das Gebäude vor dem Himmel unauffälliger in die Umgebung ein. Ladestationen für E-Bikes und Elektrofahrzeuge gehören ebenso zur Ausstattung vieler Objekte wie der Anschluss an das öffentliche Nahverkehrssystem, wo immer möglich. Außerdem sind die Gebäudedächer für die Installation von Photovoltaik-Anlagen ausgelegt.

Auf dem Gebäudedach wird Regenwasser aufgefangen, mit dem die Toilettenspülungen versorgt werden. Mit wassersparenden Armaturen, beispielsweise Sprühköpfen an den Waschbecken, wird der Trinkwasserverbrauch weiter reduziert. Thermische Solaranlagen heizen Warmwasser vor, wodurch Energie gespart wird.

Ausgewählte Entwickler begrünen ihre Grundstücke mit heimischen, bienenfreundlichen Pflanzen, legen Teiche an und stellen Insektenhotels auf. Dadurch fördern sie die lokale Artenvielfalt. Von Imkern betreut, werden in einzelnen Objekten sogar Bienenstöcke aufgestellt. Die Bienenvölker bereichern ihre Umwelt durch Bestäubung der lokalen Flora.

Fazit: Bei der Entscheidung für Logistikansiedlungen bilden ökonomische und ökologische Aspekte heute keine Gegensätze mehr, wenn der gesamte Lebenszyklus der Gebäude den Prinzipien der Kreislaufwirtschaft folgt. Dem ökologischen Bau der Immobilien kommt dabei eine besondere Bedeutung zu.

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Der Autor ist Head of Construction Europe, GLP.

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