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Logistisches Meisterstück

Autobahnbrücke an der A8 über Nacht abgerissen

Caterpillar, Baustellen, Abbruchtechnik, Abbrucharbeiten, Brückenbau

Innerhalb von nur 10 Std. gelang es dem Unternehmen Fischer Weilheim, eine Brücke aus 1500 t Stahlbeton auf der Autobahn A 8 quasi über Nacht abzureißen.

ULM (ABZ). - Eine Brücke aus 1500 t Stahlbeton musste in der Nacht vom 19. auf den 20. September in nur 10 Std. abgebrochen werden. Die Autobahn A 8, über die die Brücke führte, wurde für den Rückbau 14 Stunden komplett gesperrt. Eine gut vorbereitete logistische Meisterleistung von Fischer Weilheim, die für diese Herausforderung mit acht Baggern und insgesamt 20 Maschinisten, Logistikern und Ingenieuren angetreten waren.

Bereits vor dem Beginn der Aktion und der Sperrung der Autobahn um 22.00 Uhr herrschte auf der Baustelle eine gespannte Atmosphäre. Letzte Anweisungen gab es von Polier Jörg Lutz beim Briefing, bevor es endlich losging. Nach der Freigabe der Autobahnmeisterei wurde das Fallbett aus 300 m³ Schotter über die Fahrbahn angelegt; die ersten Bagger begannen bereits mit dem filigranen Entfernen des Brückengeländers. Der erste Biss in die Kappe der 64 m langen und 6 m breiten Brücke erfolgte schließlich kurz vor 23.00 Uhr durch einen Liebherr 936 mit einer Atlas-Copco Schere. Hiermit begann das 10-Std.-Fenster, das die Männer von Fischer Weilheim für den reinen Abbruch zur Verfügung hatten.

Innerhalb kurzer Zeit gesellten sich die weiteren sieben Maschinen hinzu, nachdem das Fallbett gefertigt war. Mit Schere und Meißel wurde die Brücke von den Ungetümen aus dem Hause Cat, Liebherr und Hitachi bearbeitet. Selbst für die unzähligen Schaulustigen aus den umliegenden Gemeinden, die dieses nicht alltägliche Spektakel aus sicherer Entfernung verfolgten, war die Professionalität der Maschinisten von Fischer Weilheim klar zu erkennen. Die Bewegungen der Bagger glichen einem gut einstudierten Ballett. Eine Maschine kam der anderen bei einem schwierigen Biss zu Hilfe; ein Baggerführer versetzte sein Arbeitsgerät um 1 m, damit sein Nebenmann besser manövrieren konnte. Dank dieses Teamworks gelang es den Männern, die Brücke bereits um 00.33 Uhr kontrolliert zu Fall zu bringen – eine 0,5 Std. früher, als im Zeitplan vorgesehen.

Auf den Lärm der niederkrachenden 1500t Stahlbeton folgte kurze gespenstige Stille – dann begeisterter Beifall. Nachdem dieser verebbt und die großen Staubwolken dank des Westwinds schnell verzogen waren, wurden die einzelnen Brückensegmente auf Bodenniveau weiter bearbeitet. Die groben Betonbrocken, die teilweise noch Stahlarmierungen enthielten, wurden auf Anhänger verladen und von Traktoren ein kurzes Stück innerhalb der Baustelle zum Brechen weitertransportiert. Ein Cat 329E übernahm anschließend das Pulverisieren der Teile und das Aussortieren des Stahls. Das recycelte Material wurde zur Wiederverwendung gelagert. Bis zum nächsten Morgen konnte der vorgesehene Zeitplan von Fischer Weilheim nach wie vor eingehalten werden. So wurde am Sonntag um 08.30 Uhr die Baustelle sauber aufgeräumt, inklusive gereinigter Fahrbahn der Autobahn A 8 an den Bauherrn – die DB Projekt Stuttgart-Ulm GmbH – übergeben. Fischer Weilheim hat somit seine Schlagkräftigkeit erneut unter Beweis gestellt, und ein weiteres Großprojekt unter Zeitdruck souverän zum Abschluss gebracht. "Das war eine logistische Meisterleistung", zollte auch der Projektsprecher der Bahn, Jörg Hamann, den Männern von Fischer Weilheim Respekt. Die Aktion sei generalstabsmäßig abgelaufen. Die abschließenden noch notwendigen Arbeiten – wie z. B. das Montieren der Leitplanken – konnten direkt nach der Baustellenübergabe durchgeführt werden. Die Autobahn A 8 wurde wie vorgesehen nach 14-stündiger Vollsperrung um 12.00 Uhr am Sonntag freigegeben.

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Dieser Artikel erschien in der Ausgabe Allgemeine Bauzeitung 40/2015.

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