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Londoner Crossrail Station "Canary Wharf"

Holzkonstruktion setzt Kontrapunkt

Architektur, Bahnbau, Baustoffe, Holz

Die Londoner Crossrail-Station Canary Wharf ist ein Meilenstein für die Holzarchitektur.

London/Großbritannien (ABZ). – Der geniale Entwurf der Bahnstation des international renommierten Architekturbüro Foster + Partner von Lord Norman Foster besitzt als Highlight eine spektakuläre Tonnendach- Konstruktion aus Holz. Sie ist der Blickfang und bildet einen natürlichen Kontrast zu den umliegenden Hochhäusern aus Stahl, Beton und Glas. Für den Holzschutz gelangten Remmers-Produkte zum Einsatz.

Den Auftrag für Planung, Statik und Ausführung des Dachtragwerks erhielt das seit 160 Jahren bestehende oberösterreichische Unternehmen Wiehag. In nur sechs Monaten wurden von ihr im März 2014 die montagefertigen Einzelteile zu einer 300 m langen Dachkonstruktion zusammengesetzt. Aus mehr als 1000 m³ PEFC-zertifiziertem Holz heimischer, nachhaltiger Waldwirtschaft entstanden 1414 Holzträger.

Die Foster-Architekten hatten bei dem ersten Entwurf in ihrem ungebremsten Schaffensdrang eine elliptische Bogenform kreiert. Der Nachteil: jedes Teil wäre ein Unikat gewesen – unbezahlbar. Das Projektteam, bestehend aus den Architekten und den Ingenieuren des Generalunternehmers und des Holzbauunternehmens, erarbeiteten eine Modifikation der Grundidee, die dann auch umgesetzt wurde. Ihre Dachkonstruktion des Stationsgebäudes kann man im Querschnitt als steile Halbellipse beschreiben, die einer Kreisform angenähert ist. Im Gegensatz zum Ausschreibungsentwurf wurde für die Ausführung eine Tonnenform aus vielen gleichen Bauteilen konzipiert. So konnte die Konstruktion wesentlich vereinfacht und damit machbar werden. Die Gitterstruktur des Daches wird hierbei zusammengehalten durch Knotenverbindungen aus Stahl. Deren Berechnung war eine große ingenieurstechnische Herausforderung.

Die Computer glühten bei der statischen Bemessung der 3050 Anschlusspunkte, an denen Kraftmomente aus allen Richtungen zusammenliefen. Für diese Berechnungen gab es keine Standard-Software. Genauso hoch, wie die konstruktiven Anforderungen an den Baustoff Holz bei diesem außergewöhnlichen Bauvorhaben, war die Forderung nach einer hohen visuellen Qualität der Leimbinder, um den Werkstoff Holz auch optisch zur Geltung zu bringen. Das galt für den gesamten Sichtbereich, bei bis zu 7 m Raumhöhe. Auch für diese Anforderung hatte das Unternehmen Holzbau Wiehag ein Konzept: Sie trugen dem Wunsch mit einer sorgfältigen visuellen und auch maschinellen Sortierung von Holz bester Ausgangsqualität Rechnung. Von den 1000 m³ verbauten Brettschichtholz wurden ca. 470 m³ in dieser Exquisit-, ca. 450 m³ in Sicht- und die restlichen ca. 80 m³ in untergeordneten Bereichen in Industriequalität ausgeführt. Eines war aber klar, diese Abstufungen waren den auch zu erwartenden speziellen Mitbewohnern ziemlich egal. Diese "Stadt" über und unter dem Wasser wäre auch für holzzerstörende Insekten ein gefundenes Fressen, wenn ihnen die Wiehag nicht einen Strich durch die Rechnung gemacht hätte. 

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