Maritime "Schatzkiste"

Forschungsdepot im Fischereihafen eröffnet

Ludwigshafen/Bremerhaven (ABZ). – Nicht nur der Standort sorgt für durch und durch maritime Assoziationen: Das kürzlich im Fischereihafen Bremerhaven eröffnete neue Forschungsdepot des Deutschen Schifffahrtsmuseums/Leibniz-Instituts für Maritime Geschichte (DSM) wirkt mit der Gebäudehülle in Plankenoptik wie eine Mischung aus Schiffsrumpf und Schatztruhe. Realisiert als vorgehängte hinterlüftete Fassade bieten die Außenwandkonstruktionen zugleich optimalen Brand-, Wärme- und Schallschutz, versichern die Projektverantwortlichen.
Baustellen
Auf 3270 m² Nutzfläche des DSM werden zukünftig bis zu 380 000 Archivalien und rund 60 000 Museumsobjekte gelagert. Foto: Saint-Gobain Isover

Auf den rund 3270 m² Nutzfläche des neuen Forschungsdepots werden zukünftig bis zu 380 000 Archivalien und etwa 60 000 Museumsobjekte des DSM gelagert – vom großen Segelrettungsboot "Geheimrat Heinrich Gerlach" bis hin zu Knöpfen historischer Uniformen. Zur Konservierung und Lagerung der Exponate sowie für die Arbeit von Studierenden und Forschenden bietet das Gebäude optimale Bedingungen: In die zentrale Halle, in die auch große Exponate auf direktem Wege über entsprechende Zufahrtstore gebracht werden können, sowie die darüber liegenden Depoträume fällt kein natürliches Licht. Gleichzeitig sorgen regulierte Temperaturen zwischen 17 und 22 °C sowie eine relative Luftfeuchtigkeit von 40 bis 60 % für ein konstantes Raumklima.

Einen wichtigen Beitrag für das Raumklima leisten auch die Außenwände, die bis auf wenige Fenster- und Toröffnungen in nahezu monolithisch-geschlossener Optik daherkommen. Christoph von Minden, verantwortlicher Projektleiter der mit den Fassadenarbeiten beauftragten Uwe Thormählen GmbH aus dem niedersächsischen Elsfleth, war mit seinem Team acht Monate vor Ort tätig und beschreibt den Konstruktionsaufbau: "Die Basis bilden Außenwände aus 200 Millimeter starkem Stahlbeton. In diese haben wir zunächst die Aluminiumunterkonstruktion für die vorgehängte hinterlüftete Fassade thermisch entkoppelt fixiert. Etwa 1800 Quadratmeter der Fassadenfläche sollten später mit Holzplanken bekleidet werden", erläutert der Spezialist. "Für rund 160 Quadratmeter, unter anderem im Erdgeschoss im Bereich der Zufahrtstore sowie umlaufend um die wenigen Fensterbänder, war eine Metallbekleidung vorgesehen. Daraus ergaben sich kleine Unterschiede im weiteren Aufbau der Fassadenkonstruktion", betont von Minden. "Im Bereich der Metallfassade wurde ein zusätzliches Blech an der Brandschürze angebracht. Um den Versprung zur Holzfassade zu minimieren, haben wir dort eine 2 x 80 Millimeter starke Dämmschicht verlegt, während hinter den Holzbekleidungen 200 Millimeter starke Dämmplatten montiert wurden."

Gefordert waren nichtbrennbare Dämmstoffe (Euroklasse A1), die mit einer niedrigen Wärmeleitstufe eine optimale Wärmedämmung sicherstellen können. Eine gleichermaßen leicht zu verarbeitende wie sämtliche Anforderungen erfüllende Lösung fand das Team in den mit einem schwarzem Schutz-Glasvlies kaschierten Fassaden-Dämmplatten ULTIMATE FSP-034 von Isover. Durch die Hochleistungs-Mineralwolle ULTIMATE bieten die Platten bei einem vergleichsweise geringen Gewicht nahezu die gleiche Festigkeit wie Steinwolle-Platten, erläutert der Hersteller. "Das geringe Gewicht und die elastischen Eigenschaften der ULTIMATE Dämmstofffasern sorgen für eine einfache Verarbeitung auf der Baustelle und somit einen schnellen Baufortschritt. Gleichzeitig bietet die Vlieskaschierung unmittelbar nach Verlegung einen Witterungsschutz von bis zu drei Monaten, was die Logistik insbesondere in Schlechtwetterperioden erheblich entspannt", teilt von Minden mit.

Einen weiteren entscheidenden Vorteil in Sachen Baufortschritt sicherten sich die Mitarbeitenden der Uwe Thormählen GmbH mit der Auswahl und Montage der notwendigen Brandriegel. Seit 2010 schreibt der Gesetzgeber für Gebäude, die höher als 7 m sind und über vorgehängte hinterlüftete Fassaden mit geschossübergreifenden Hohlräumen verfügen, die Ausbildung geschossumlaufender Brandsperren vor.

Christoph von Minden und seine Kollegen setzen auf einen innovativen Brandriegel aus nichtbrennbarer Steinwolle. Der Kontur BR Brandriegel von Isover besteht aus einer schmalen Steinwolle-Platte mit einem speziellen Zähneprofil an der Vorderkante. Die Höhe des Brandriegels beträgt standardmäßig 40 mm, die Länge 1200 mm. Angeboten wird der Brandriegel in drei Stärken (200, 300 und 400 mm), wodurch er vor Ort optimal an die bauspezifischen Gegebenheiten angepasst werden kann. Für das Forschungsdepot in Bremerhaven hieß das: "Wir haben 300 Millimeter starke Brandriegel auf 240 Millimeter Dämmstärke reduziert, wodurch die vorgesehene Hinterlüftungsebene der Fassade von 40 Millimeter vollständig ausgefüllt wird", erläutert der Experte von Minden.

"Der wesentliche Vorteil dieses Brandriegels besteht darin, dass er ohne Unterbrechung der Arbeiten gemeinsam mit der Flächendämmung montiert werden konnte. Gelangt man an die Stelle, an der eine Brandsperre vorgesehen ist, wird der Kontur BR einfach mit dem Zähneprofil nach vorne zeigend auf die Flächendämmplatte gelegt. Anschließend werden die nächsten Dämmplatten mit etwas Anpressdruck auf den Brandriegel gesellt und mit Dübeln fixiert. Der Brandriegel hält seine Position zuverlässig durch die Klemmwirkung der oberen und unteren Platten."

Auf diese Dämmkonstruktion in A1-Qualität erfolgte als nächstes die Bekleidung aller Fassadenflächen. Hierfür wurden an die in einem Rastermaß von 800 mm angebrachten Aluminiumtragprofile die Metallpaneele sowie die Planken aus nordischer Kiefer (Kebony Character) montiert. "Sowohl die Metall- als auch die Holzbekleidung haben wir komplett in unserer Werkstatt vorgefertigt. Dafür war im Vorfeld zwar ein absolut exaktes Aufmaß notwendig, das hat sich aber im weiteren Bauverlauf mehrfach ausgezahlt. Die Montage vor Ort erfolgte dadurch zeitsparend und es wurden immer nur die Fassadenelemente geliefert, die auch angebracht werden sollten."

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