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Mauerwerksbranche in der Corona-Krise

Hersteller spüren noch keine Einbußen

Dr. Hannes Zapf (r.) und Dr. Ronald Rast (l.) sind die führenden Vertreter der DGfM, die die Verbandsinteressen des Mauerwerks- und Wohnungsbaus in Deutschland wahrnehmen.

Berlin (ABZ). – Die Mauerwerksbranche sieht sich in der Corona-Krise bislang nicht von wirtschaftlichen Einbußen betroffen. Das geht aus einer Pressemitteilung der Deutschen Gesellschaft für Mauerwerksbau (DGfM) hervor. Die Nachfrage sei derzeit sogar höher als im vergleichbaren Vorjahreszeitraum, erklären Dr. Hannes Zapf, Vorsitzender der DGfM, und deren Geschäftsführer Dr. Ronald Rast, in dem als Interview verfassten Statement. Aufgrund personeller Engpässe und möglicher weiterer Verschärfungen der Umgangsregeln bezüglich der Corona-Pandemie könnte sich die Lage jedoch jederzeit ändern.

„Bislang sind bei den Herstellern noch keine Einbußen spürbar“, erklärt Dr. Hannes Zapf zur Lage der DGfM-Mitgliedsunternehmen in der aktuellen Situation. Derzeit würden diese sogar einen stärkeren Absatz verzeichnen als im vergleichbaren Vorjahresmonat. Zapf führt das auf eine mögliche Vorratshaltung bei den Bauunternehmen und Baustoff-Händlern zurück. Dabei komme der Branche zugute, dass sie nicht von internationalen Warenströmen abhängig sei, betont der DGfM-Vorsitzende und hofft, dass diese Erkenntnis auch über die aktuelle Situation hinaus bestand hat. Gleichzeitig warnt Zapf vor Problemen auf den Baustellen selbst. Wegen der hohen Zahl an Entsendearbeitern, die derzeit von Reisebeschränkungen betroffen sind, komme es hier zu personellen Engpässen. „Hier sollte die Politik sicherstellen, dass diese Fachkräfte mit erforderlichen Sicherheitsmaßnahmen weiterarbeiten können.“

Auch der Betrieb bei den Mauerwerksproduzenten könne aktuell ohne größere Probleme weitergeführt werden. Hier komme der Industrie ihr hoher Automatisierungsgrad zugute, wie Dr. Ronald Rast erklärt: „Teilweise reichen drei bis fünf Mitarbeiter aus, um den gesamten Maschinenpark in einer Schicht zu steuern.“ Anders sehe es im Vertrieb, in der Logistik sowie der Verwaltung aus. Hier werde strengstens auf die Einhaltung der Abstandsregeln und der Hygienemaßnahmen geachtet. Betriebsschließungen oder Kurzarbeit seien angesichts voller Auftragsbücher in den rund 200 Mauersteinwerken bislang kein Thema, betont Rast. Das könne sich jedoch schnell ändern, wenn beispielsweise Baustellen zum Erliegen kommen sollten oder der Baustoff-Fachhandel geschlossen werde.

Die von der Bundesregierung beschlossenen Hilfsmaßnahmen sieht die DGfM mit gemischten Gefühlen. In puncto Soforthilfen und Steuererleichterungen habe die Bundesregierung vorbildlich reagiert, so Zapf. In Rekordzeit habe sie Hilfen auf den Weg gebracht, die insbesondere den kleinen und mittelständischen Bauunternehmen ermöglichen, handlungsfähig zu bleiben. Dennoch sei aktuell nicht absehbar, ob das verabschiedete Milliardenpaket ausreichen wird, um die große Zahl der Betroffenen abzudecken. Deshalb müsse in der Zeit nach der Pandemie ein Konjunkturanschubpaket folgen. „Wünschenswert wäre darüber hinaus ein staatlicher Fonds, der Mietausfälle auf Vermieterseite abfedert und dafür sorgt, dass der Mietermarkt weiter funktioniert“, so Zapf.

Die Schaffung von bezahlbaren Wohnraum bleibt aus Sicht der DGfM eine der wichtigsten Aufgabe der Gesellschaft. Da viele Menschen derzeit Gehaltseinbußen hinnehmen müssen, andere gar von Insolvenzen oder Arbeitsplatzverlusten betroffen sind, werde die Bedeutung des Themas sogar noch zunehmen, erklärt Rast: „Vor diesem Hintergrund wird die Förderung des sozialen Wohnungsbaus eine der wichtigsten politischen Aufgaben bleiben.“

Für die Zeit nach der Krise wünscht sich die DGfM, dass die Politik die Bauwirtschaft als zentralen Hebel wahrnimmt, die innerdeutsche Wirtschaft wieder in Gang zu bringen. Zapf: „Schon nach der Banken-Krise 2008 hatte sich gezeigt, dass die regionale Wirtschaft am schnellsten wieder anspringt. Bereits damals zählte der Bau zu den ersten Branchen, die Fahrt aufgenommen haben. Wenn die Politik die Weichen richtig stellt, kann die Baubranche wieder zum Konjunkturmotor für das ganze Land werden.“

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