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Mauerwerkskongresse in Ulm und München

BIM und Bauen 4.0 stießen auf großes Interesse

Der Mauerwerkskongress ist für renommierte Referenten bekannt (v. l. n. r.): Dipl.-Ing. Gerhard Klingelhöfer, Prof. Dr. Oliver Kornadt, Prof. Dr. Andreas Holm, Dipl.-Ing. Alfred Emhee (Moderator), Johannes Edmüller (Geschäftsführender Gesellschafter Schlagmann Poroton), Dipl.-Ing. Architekt Stefan Horschler und Prof. Dr. Werner Seim.

Ulm/München (ABZ). – Mit den Themen der zu Ende gegangenen Mauerwerkskongresse hat die Schlagmann Akademie bei Planern und Unternehmern aus Bayern und Baden-Württemberg den Nerv der Zeit getroffen. Das zeigten die Veranstaltungen, die mit insgesamt rd. 750 Teilnehmern kürzlich ausverkauft waren. Bauen im Kontext von Tradition und Moderne, von Festhalten an Altbewährtem und sich Einlassen auf Neues, auf BIM und Bauen 4.0 – damit hat Schlagmann-Geschäftsführer Johannes Edmüller in seiner Begrüßung das Themenumfeld des Kongresses beschrieben und ein Bild des Szenarios entworfen, in dem sich die Branche in Deutschland momentan bewegt. Ein vertrauter Zustand für den Baustoff Ziegel, der sich – in seiner nahezu 8000-jährigen Geschichte oft totgesagt – seine nachhaltige Qualität bewahrt habe und doch in den vergangenen 50 Jahren immer wieder neu erfunden worden sei – nicht zuletzt auch aufgrund der Neuentwicklungen aus dem Hause Schlagmann (Planziegel, Perlitgefüllte Ziegel, Wärmedämmfassade). Gerade mit perlitgefüllten, hochwärmedämmenden Poroton-Ziegeln seien alle Gebäudetypen jeglicher Anforderungen möglich – vom Niedrigstenergiehaus bis zum Mehrgeschosser.

Neben BIM und Digitalisierung boten sich den teilnehmenden Architekten, Planern, Bauphysikern, Unternehmern und Bauträgern klassische Mauerwerksthemen wie Schallschutz, Schimmel oder Entwurf und Konstruktion, die je nach Wissendurst und Kenntnisstand aus jeweils zwei Foren gewählt werden konnten.

Dr. Franz Alt, Journalist, Buchautor und Solarenergie-Experte, hielt den Impulsvortrag "Industrie 4.0 – Digitalisierung 4.0 – Arbeit 4.0 – Energie 4.0" zum Start des Vortragsprogramms. Für Alt stellt die Digitalisierung neben allen Risiken letztlich eine Chance dar: Der Mensch werde im Mittelpunkt bleiben, Roboter und Computer könnten nur in einigen Bereichen Arbeitsplätze übernehmen. Digitalisierung wird laut Alt zu mehr sozialer Gerechtigkeit und einem höheren Grad an Mitbestimmung führen –vorausgesetzt, die ethischen Rahmenbedingungen werden eingehalten. Auf den Faktor Umwelt bezogen plädierte er dafür, die Nutzung erneuerbarer Energien – vor allem die der Sonnenenergie – voranzutreiben; verstärkt auch Ideen solarer Architektur zu verfolgen.

Bei Prof. Werner Seim von der Uni Kassel ging es um "Basics" im Mauerwerksbau. Er zeigte, auf welcher Grundlage gute Bauwerke entstehen können. Architekt Stefan Horschler erweiterte im Vortrag "Auf dem Weg zum Niedrigstenergiegebäude" die Materie auf energieeffiziente Gebäude. Anforderungen werden ab 2019 verschärft werden: Worauf im Detail heute zu achten sei, welche Berechnungen sinnvoll und welche Normen neu bzw. überarbeitet sind, waren seine Inhalte.

Änderungen der seit 2016 in Kraft getretenen Schallschutznorm DIN 4109 "Schallschutz im Hochbau" beleuchtete Prof. Dr. Oliver Kornadt, Uni Kaiserslautern. Der Obmann des Normungsausschusses genau dieser Norm wies darauf hin, wie Berechnung und Nachweis zu führen sind und welche Bauausführungen das Ergebnis verschlechtern.

Wie man Schallschutz rechtssicher gestaltet, thematisierte Dr.-Ing. Steffen Hettler, Fachanwalt für Bau- und Architektenrecht sowie promovierter Bauphysiker im Bereich Schallschutz. Er zeigte Unterschiede zwischen baulich gefordertem Schall- und Lärmschutz und der rechtlichen Auslegung.

Das Thema von Prof. Dr. Andreas Holm, FIW München, Grundlagen und Vermeidung von Schimmel in Gebäuden, ist in der Sanierung von Gebäuden ein Riesen-Thema, aber auch im Neubau durch Energieeffizienz und Luftdichtigkeit aktuell: Daher legte er alle Seiten – von Entstehung bis Vermeidung – dar.

Gerhard Klingelhöfer, BDB, Pohlheim, referierte darüber, wie sich die Abdichtung nach neuer DIN 18533 und Feuchteschutz von Sockelbereichen sinnvoll sowie dauerhaft durchführen lässt und untermauerte seinen Vortrag mit Beispielen.

Prof. Hans-Georg Oltmanns, Oltmanns und Partner GmbH sowie Mitglied der Arbeitsgruppe BIM im Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur (BMVI), erläuterte, was BIM für Planer genau bedeutet. Er bestärkte die Zuhörer darin, BIM als Chance zu betrachten.

Die Vertiefung von Fachwissen ermöglichen auch weitere Seminarangebote: Baurechtsseminare zum Thema Bau- und Architektenverträge mit Prof. Uwe Meiendresch gibt es an noch drei Terminen im März. Das Statiker-Seminar zur Bemessung von Mauerwerk nach Eurocode 6 mit Prof. Detleff Schermer, OTH Regensburg, findet am 19. März in München-Unterföhring statt. Hinzu kommt das Schallschutzseminar am 17. April in München-Unterföhring, das zur neuen DIN 4109 informiert. Anmeldung unter: www.schlagmann.de/de/Akademie/Schlagmann-Akademie.

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Dieser Artikel erschien in der Ausgabe Allgemeine Bauzeitung 10/2018.

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