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Mayer Schaltechnik

Abschalschiene macht Doppelwandelemente noch wirtschaftlicher

Doppelwandelemente, auch Filigranwände genannt, lassen die viergeschossige Produktionshalle in Selb schnell in die Höhe wachsen. Vor dem Ausbetonieren der Wände mussten pro Etage rd. 1000 m Stoßfuge abgeschalt werden – insgesamt also 4 km.

Selb (ABZ). – Vor allem als Stadt hochwertiger Porzellanwaren ist die große Kreisstadt Selb im Fichtelgebirge bekannt geworden, nachdem Lorenz Hutschenreuther vor gut 160 Jahren mit der industriellen Porzellanproduktion das "weiße Gold" auch für Normalbürger erschwinglich gemacht hatte. Seit fast 100 Jahren ist in Selb aber auch die RAPA, die Rausch & Pausch GmbH zu Hause, die heute mit knapp 1000 Mitarbeitern zu den weltweit führenden Spezialisten von Ventilsystemen für die Automobilindustrie, aber auch für andere Branchen zählt. Das inhabergeführte Familienunternehmen produziert im Hauptwerk am Albert-Pausch-Ring in Selb vor allem Komponenten für Automatikgetriebe, die in den Fahrzeugen fast aller namhaften Hersteller zu finden sind. Auch beim aktuellen Thema "aktives Fahrwerk" sind RAPA-Ventile ganz stark vertreten, so dass die Geschäftsführung einen Hallenneubau für insgesamt 13 Mio. Euro beschlossen hat: Auf 7500 m² Produktionsfläche, verteilt auf vier Etagen, soll in der neuen Halle 6 demnächst der Betrieb starten. Der Rohbau wurde von der beauftragten AS-Bau Hof GmbH in nur vier Monaten Bauzeit hochgezogen.

Der Schlüssel für diese Rekordleistung liegt in den vorgefertigten, bis zu 5 m hohen Doppelwandelementen. Das macht nicht nur enorm Tempo beim Bauablauf, sondern bringt bei geringem Aufwand auch optimale Betonwände. Die Achillesferse dieser Bauweise mit sog. Filigranwänden ist allerdings die Abdichtung der Stoßfugen zwischen den einzelnen Elementen. Im Gegensatz zu den makellosen Betonoberflächen der Fertigteile mit ihren exakt gebrochenen Kanten lässt die Ausführungsqualität dieser Fugen oft zu wünschen übrig.

Für den Bau der RAPA-Halle wurden relativ schmale Fertigteil-Elemente vorgesehen – damit steigt allerdings auch der Fugenanteil: So kamen bei 5 m Wandhöhe je Etage etwa 1000 lfd. M. Fuge zusammen, insgesamt mussten also 4000 m Stoßfugen vor dem Ausbetonieren der Hohlwandelente abgedichtet werden, um den plastischen Füllbeton am Auslaufen zu hindern. Wie in den meisten Bauunternehmen hat auch AS-Bau bisher Holzleisten verwendet, eine Methode, die nicht nur unwirtschaftlich ist, sondern auch selten befriedigende Ergebnisse bringt. Diese sind schwierig zu befestigen.

Verspannen ist mühsam, andübeln, -schießen oder -kleben würde die Platten beschädigen. Auch das oft praktizierte Ausschäumen der Stöße mit Bauschaum ist nicht gerade ideal, auch wenn dies die "Qualitätsgemeinschaft Doppelwand", ein Zusammenschluss bayerischer Betonfertigteilwerke in ihrer "Anleitung zur Montage von Doppelwandelementen" vorschlägt. Wie und mit welchem Aufwand die Betonflächen anschließend von den Schaumresten zu reinigen sind, damit der Architekt die Abnahme nicht verweigert, darüber schweigt sich der Verband diskret aus. Ebenso darüber, wie gewährleistet werden soll, dass der Montageschaum nicht in den Ortbetonkern hineinragt.

AS-Bau hat sich in Selb für eine wesentlich "elegantere" und vor allem wirtschaftlichere Variante entschieden und bei Mayer Schaltechnik rd. 500 m Fluxx Schienen geordert. Mit diesen V-förmigen Federstahlprofilen lässt sich schnell und einfach eine einwandfreie Stoßfugenabschalung herstellen, deren Ergebnis auch dem Blick eines kritischen Architekten standhält. Für AS-Bau waren nicht nur das zu erwartende Betonierergebnis ausschlaggebend, sondern auch die Kosten. AS-Bauleiter Johannes Dimmling: "Die bisherige Holz-Lösung mussten wir kalkulatorisch mit rd. 10 Min. für einen Meter Fuge ansetzen, dazu kam der Aufwand für die Beschaffung der Holzleisten und deren Entsorgung nach dem Ausschalen. Mit den Fluxx-Schienen schaffen wir in rd. 10 Min. jetzt 3 m und mehr, also mindestens die dreifache Leistung – und das ganz ohne Abfall." Auf diese Weise amortisieren sich die Anschaffungskosten in kürzester Zeit, meist schon nach dem dritten bis vierten Einsatz.

"Allein an der RAPA-Halle in Selb konnten wir unsere 500 m Fluxx-Schienen achtmal einsetzen", zieht Bauleiter Dimmling Bilanz. Die Wirtschaftlichkeit dieser Investition dürfte damit außer Frage stehen.

Seit Mayer vor etwa acht Jahren sein Fluxx-System vorgestellt hat, gehören Holzlatten oder Bauschaum zum Abdichten von Doppelwandelementen gegen auslaufenden Beton in die Mottenkiste. Die clevere Abschalschiene ist mit 1 und 1,5 m Länge erhältlich und hat das Bauen mit vorgefertigten Betonwänden enorm rationalisiert. Das Ergebnis sind tadellose Fugen in Rekordzeit, also kostengünstig.

Die Profile aus verzinktem, rot pulverbeschichtetem Stahlblech werden mit Kunststoffankern in den Stoßfugen der Hohlwandelemente festgespannt – von einem Arbeiter und völlig ohne Werkzeug. Das Blech der Abschalschienen passen sich federnd in die 45°-Fasen der beiden Fertigteile ein und dichten den Stoß sicher ab.

Gleich nach dem Ansteifen des Betons können die Schienen wieder abgenommen werden: Dazu werden die Kunststoffanker einfach überdreht, so dass sie an der definierten Sollbruchstelle brechen. Zurück bleibt eine sauber ausgebildete V-förmige Fuge, die je nach Ansprüchen keine oder allenfalls min. Nacharbeit erfordert. Und bei guter Behandlung sind die Schienen praktisch "endlos" wiederverwendbar. Mit neuen Kunststoffankern, versteht sich, das sind die einzigen Verbrauchsstoffe mit (min.) Folgekosten. Selbst bei strömendem Regen oder sehr tiefen Temperaturen funktioniert das Einmannsystem Fluxx bestens – bei unverändert niedrigem Lohnaufwand.

Mayer Schaltechnik stellt am Stand von Ischebeck (B3, 449) mit aus.

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