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Mecalac Baumaschinen-Geschäftsführer Benedict Dunkelberg

Multifunktionalität ist der Schlüssel zum Erfolg

Von Rainer Oschütz
Mecalac, Bagger und Lader, Kompaktmaschinen, Unternehmen, Unternehmenszahlen, Intermat Paris

Mecalac Baumaschinen-Geschäftsführer Benedict Dunkelberg präsentiert den AX 850, eine Maschine der neuen AX-Knicklader Baureihe, die im kommenden Monat auf der Intermat in Paris das erste Mal der Branche vorgestellt wird.

BÜDELSDORF. – Im neuen schnittigen Design verlassen dieser Tage die ersten Maschinen einer komplett überarbeiteten neuen AX-Knicklader-Baureihe die traditionsreiche Mecalac-Fertigungsstätte im schleswig-holsteinischen Büdelsdorf. Die im hohen Norden Deutschlands gefertigten kompakten Radlader mit einem Schaufelvolumen von 0,7 bis 1,6 m³ werden demnächst erstmals auf der Intermat in Paris den Fachleuten und Besuchern vorgestellt.

Die Allgemeine Bauzeitung konnte vorab am ehemaligen Ahlmann-Stammsitz "über den Zaun blicken". "Mit den neuen Maschinen gehen wir noch stärker als bisher auf Kundenwünsche wie Funktionalität, Anwendung und niedrige Emissionen ein", betonte Geschäftsführer Benedict Dunkelberg. Prozessoptimierung zum Nutzen der Kunden ist auch am französischen Mecalac-Stammsitz in Annecy zentraler Teil der Unternehmensphilosophie. Immer mehr Bauunternehmen würden – nicht nur auf Baustellen in Deutschland und Frankreich – wendige und vielfältig einsetzbare Maschinen fordern, um die komplexen Arbeitsabläufe möglichst effizient und kostengünstig zu gestalten.

Dunkelberg: "Im Mittelpunkt steht immer der Kunde, dem wir nicht nur eine Maschine verkaufen wollen, sondern eine Systemlösung anbieten." Das sei auch ein Teil der Verkaufsstrategie der Kiesel Gruppe, die seit 2012 die Mecalac-Radlader und exklusiv die Mecalac-Bagger in Deutschland und Österreich vertreibt. Eigens dafür stünden ausgebildete Kiesel-Mitarbeiter bereit und entwickeln für die Kunden spezielle Lösungen für deren Arbeitsabläufe. Der Mecalac Baumaschinen-Geschäftsführer wies darauf hin, dass zunehmend nicht nur der Preis einer Maschine im Mittelpunkt der Beratung steht, sondern vor allem die Lebensdauerkosten von der Anschaffung über die Nutzung bis zur Weiterverwertung der Maschine. Bei einer derartigen Betrachtung werden die Vorteile des Einsatzes einer multifunktionalen Maschine auf der Baustelle schnell erkennbar.

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Radlader-Fertigung bei Mecalac Baumaschinen in Büdelsdorf. Fotos: Mecalac

Neben dem deutschen Markt sei Mecalac in den Benelux-Staaten und natürlich im Mutterland Frankreich stark aufgestellt. Das seien nach wie vor die größten Radlader- und Mobilbagger-Märkte in Europa, wo Mecalac auch vom Mietgeschäft profitiere. "Leider ist der französische Markt aktuell, aufgrund einer Regionalreform, die in diesem Jahr umgesetzt wird, rückläufig. Zuständigkeiten in Politik und Verwaltung der neuen, größeren Regionen müssen neu definiert werden. Das bremst natürlich dringend notwendige Investitionen in einer Zeit, in der Frankreich wirtschaftlich ohnehin nicht gut aufgestellt ist. Dies hat dazu geführt, dass gegenwärtig in unserem Nachbarland in vielen Bereichen ein Investitionsstopp gilt", erläuterte Dunkelberg. Das wirke sich auf die Baumaschinenbranche besonders problematisch aus, weil Frankreich der zweitwichtigste Markt in Europa ist.

Auf den deutschen Markt, auf dem der Wettbewerbsdruck in diesem Jahr dadurch sicher ansteigen werde, habe das natürlich auch Auswirkungen. Dunkelberg: "Das fällt in eine schwierige Zeit, in der wir die Motorenumstellung auf die neue Abgasnorm am Markt umsetzen müssen. Leider haben es die Hersteller generell versäumt – das gilt auch für uns – unsere Kunden darauf vorzubereiten, dass die Motorenumstellung diesmal wirklich mehr kostet als bei allen anderen Entwicklungen vorher. Der Sprung von Abgasstufe III A zu Abgasstufe III B ist technologisch für alle Hersteller ein Quantensprung. Das heißt, jetzt müssen wir zusätzliche Komponenten in die Maschine einbauen, um die neuen Abgasgrenzwerte zu erzielen. Und das hat seinen Preis." Der gesamte Motor, inklusive Umfeld, komme ungefähr doppelt so teuer als es bei Stufe III A der Fall gewesen sei. Mecalac habe darauf mit seinen Maschinen eine Antwort. "Wir können unseren Kunden bei richtigem Einsatz der Technik eine entsprechende Produktivität garantieren. Da ist der Anwender natürlich mit einem Multifunktionsgerät – einer Maschine, mit der unterschiedliche Arbeiten auf der Baustelle erledigt werden können – besser unterwegs, als wenn viele Maschinen zum Einsatz kommen, die beispielsweise nur baggern oder nur laden können", betonte Dunkelberg. Genau hier sei für Mecalac der multifunktionale Ansatz. "Das fängt beim Schwenklader an, der mit seinen Anbaugeräten mehr und effektiver eingesetzt werden kann als jeder klassische Frontlader. Der Anwender hat die Möglichkeit, den Schaufelarm um 90° nach rechts oder links zu schwenken. Um ein Anbaugerät zu positionieren, muss er dabei nicht die ganze Maschine bewegen, sondern nur den Schaufelarm. Dabei erzielt der Anwender eine höhere Produktivität bei gleichzeitiger Kraftstoffersparnis", erklärte der Geschäftsführer. Ein weiteres Beispiel für Vielseitigkeit sei der Einsatz eines Mecalac-Baggers auf der Baustelle. Die Maschine könne als Bagger, Lader oder Geräteträger arbeiten. Zur Ausrüstung gehöre auch eine breite Palette hydraulischer Werkzeuge, die es dem Mecalac ermögliche, unter anderem als Gabelstapler verschiedene Transportarbeiten zu erledigen. Dunkelberg: "Von den Vorteilen dieser Technik werden wir die Kunden überzeugen. Dabei betrachten wir die gesamte Baustellenorganisation. Eine produktive Baustelle "organisiert" sich um den Mecalac herum. So ist ein wirtschaftliches Arbeiten garantiert." In Frankreich hätten sich diese Bauabläufe vor allem auf engen, innerstädtischen Baustellen seit Jahrzehnten bewährt. "Mit unseren deutschen Kunden gehen wir oft dorthin, um ihnen zu zeigen, wie man die Abläufe mit einem Mecalac und seinen Anbaugeräten optimiert. Unser Motto: Bilder sagen mehr als tausend Worte." Unter dem Preisdruck, unter dem die Kunden stünden, werde das künftig ein zentrales Thema sein. "Irgendwann kommen sie nicht mehr daran vorbei, sich mit der Frage auseinanderzusetzen: Kann ich mir die vielfältige Maschinentechnik, die ich heute auf meiner Baustelle habe, morgen noch leisten?", so Dunkelberg.

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Einfach intuitiv: Mit einem einzigen Wahlschalter kann der Bediener beim neuen Mecalac 12MTX die Steuerung eines Baggers oder eines Radladers einstellen. Foto: Mecalac

Viele hätten Angst vor den Begriff "multifunktional". Sie würden das mit "kompliziert, anfällig, kann alles, aber nichts richtig" verbinden. Mecalac habe jedoch längst bewiesen, dass Multifunktionalität, wenn sie richtig konzipiert sei, tatsächlich funktioniere. Immerhin sei man bereits über 40 Jahre mit Baggern dieser Technik und über 60 Jahre mit Schwenkladern auf den Märkten vertreten. Wenn der Kunde z. B. den knickgelenkten Bagger einsetze, dann habe er einen vollwertigen Radlader, Bagger und Geräteträger in einer Maschine. Wenn dieses Konzept nicht zutreffen würde, dann wären unsere Maschinen nicht so erfolgreich in großen "Maschinen-Flotten" wie z. B. von Eurovia, Colas und Eiffage unterwegs. Weiterhin habe Mecalac bewiesen, dass Multifunktionalität auch für "dauerfest" stehe. "Das bedeutet, es gibt nicht mehr Ausfälle bei einem Mecalac auf den Baustellen – nur weil die Abläufe komplexer sind – als bei einer Standardmaschine", so der Geschäftsführer. Im Gegenteil durch den multifunktionalen Ansatz arbeiten Mecalac Maschinen durchschnittlich sogar deutlich mehr Stunden als Standardmaschinen.

Ein weiterer Pluspunkt sei, dass der Hersteller die Multifunktionalität der Maschinen für den Anwender erfahrbar mache. Das gelte für Einsätze mit Baggern genauso wie für Arbeiten mit Schwenkladern. "Wir wollen die Maschinen, wie ein iPhone, intuitiv erlernbar machen. Mit anderen Worten: Der Fahrer klickt sich durch, und die Technik führt den Anwender zur jeweiligen optimalen Maschineneinstellung für die gewünschte Tätigkeit. Das ist genau der Ansatz, den wir bei Mecalac haben. Auf der Intermat im kommenden Monat wird das bereits am Mecalac-Knicklenker 12 MTX – die komplexeste Maschine von der Bedienung her, die wir im Haus haben – demonstriert. Bei dieser komplett neuen Maschinengeneration geht es uns darum, den Bediener einfach an den Mehrfachnutzen heranzuführen", kündigt Dunkelberg an. Wie beim Skid-Bagger der MCR-Baureihe erteile der Bediener über einen einzigen Wahlhebel der Maschine das Kommando, ob sie als Bagger oder Radlader eingesetzt werden soll. Danach könne der Bediener jede Funktion, wie er es von einem Minibagger oder Radlader gewöhnt ist, einfach ausführen. Dieses bedienerfreundliche System werde nun auch für die Radlader eingeführt und erstmals auf der Intermat vorgestellt. "Der Schwenklader ist mit einer automotiven dreistufigen Fahrgeschwindigkeitsschaltung ausgerüstet. Damit kann der Bediener unter voller Last die Gänge wechseln, ohne die Maschine anhalten zu müssen", erklärte Dunkelberg. Mit der sogenannten MDrive-Funktion kann beim Kriechgang das Handgas auf das Fußpedal verlegt werden. Damit könne die Geschwindigkeit beim Einsatz entsprechender Anbaugeräte fein dosiert werden. Das sei mit Vorgängermodellen so komfortabel nicht möglich gewesen.

Außerdem könne der Fahrer intuitiv handeln. "Er wählt künftig vor, welche Tätigkeiten er durchführen will – parken, arbeiten oder Straßenfahrt, und die Maschine richtet sich ein. Alles nur über einen Schalter. So stellen wir sicher, dass zukünftig auch weniger geübte Bediener die Vorteile einer multifunktionalen Maschine voll ausnutzen können. Insgesamt ist das für uns als Hersteller eine Herausforderung, die wir mit unserem intuitiven Bedienkonzept jetzt umsetzen", informierte Dunkelberg.

Mecalac, Bagger und Lader, Kompaktmaschinen, Unternehmen, Unternehmenszahlen, Intermat Paris

Der Mecalac AX 700 garantiert den Kunden auf den engsten Baustellen wirtschaftliches Arbeiten.

Angesprochen auf die wirtschaftliche Lage seines Unternehmens sagte Dunkelberg: "In diesem Jahr werden wir in Europa keine wesentlichen Steigerungen erfahren. Dafür fehlt uns, wie ich schon sagte, zu Teilen der französische Markt. Leider sind auch die Vermietgesellschaften in Bezug auf ihre Investitionen aktuell sehr zurückhaltend. Wenn es uns 2015 gelingt, die Rückgänge, die wir in Frankreich erwarten, in Deutschland zu kompensieren, dann bin ich nicht unzufrieden. Deshalb gehen wir momentan davon aus, dass es nur eine Seitwärtsbewegung geben wird." Alle anderen europäischen Märkte seien auf dem Niveau wie im vergangenen Jahr. Das gelte für Italien oder Spanien, obgleich sich hier eine leichte Entspannung abzeichnet. Skandinavien habe sich gut entwickelt. Die Niederlande hätten sich nach zwei schweren Jahren wieder erholt. "Positiv ist, dass wir die Phase der Entwicklung von neuen Motoren abgeschlossen haben. Jetzt können wir uns wieder mit voller Kraft den "wirklichen" Innovationen widmen, mit denen wir unsere Kunden zukünftig bei ihrer Arbeit unterstützen möchten. Bereits zur bauma 2016 wird Mecalac einiges zu bieten haben. Ich gehe davon aus, dass wir für die Jahre 2017 und folgende dadurch einen deutlichen Wachstumsschub erzielen werden."

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