Mecklenburg-Vorpommern

Bauunternehmen ächzen unter hohen Energiekosten

von: Joachim Mangler
Rostock (dpa). – "Handwerk hat einen goldenen Boden". Dieser Jahrhunderte alte Spruch, wonach sich mit Handwerk viel Geld verdienen lässt, hat schon in den letzten Jahren an Bedeutung verloren. Doch die aktuell steigenden Energiepreise bedrohen jetzt viele Betriebe. Die Kostensteigerungen für Energie und Treibstoffe bringen das Handwerk zunehmend in Schwierigkeiten.

"Es ist existenzgefährdend", sagt Rainer Bauer, Chef des gleichnamigen Straßenbau-Unternehmens aus Kritzmow bei Rostock. In seiner Branche werde teilweise über zwei Jahre vorkalkuliert. "Preissprünge von bis zu 100 Prozent innerhalb weniger Wochen sind nicht kalkulierbar."

An den Spritkosten macht Bauer das Problem deutlich. An der eigenen Tankstelle laufen jährlich rund 120.000 Liter durch. "Vor gut einem hat das 120.000 Euro gekostet, heute sind es 240.000 Euro." Das Problem sei, dass er das nicht an die meist öffentlichen Auftraggeber weitergeben kann. Die Corona-Krise hätte den Gewinn 2021 schon halbiert. "Jetzt ist da nicht mehr viel Luft nach oben." Bauer, der aktuell 24 Mitarbeiter beschäftigt, befürchtet, dass bis Ende des Jahres 30 bis 40 Prozent der Unternehmen in der Branche aufgeben.

"Natürlich werden die Preiserhöhungen Auswirkungen auf die gesamte Bauwirtschaft haben", zeigt sich der Geschäftsführer der Warnemünder Bau GmbH, Björn Liefke, überzeugt. Bereits 2021 hätte es teils massive Preissprünge bei Holz und Stahl gegeben, nun kämen die Energiepreise dazu. "Die Preise haben nur eine Richtung – nach oben"

Liefke sieht die Gefahr, dass viele Bauherren ihre Bauvorhaben nun zurückziehen. Hintergrund sei, dass die hohen Kosten nicht mehr auf die Mieten umgelegt werden können.

"Das können sich dann viele Mieter einfach nicht mehr leisten", sagte Liefke. Dann könnte es passieren, dass halbfertige Häuser herumstehen. Derzeit sei der Betrieb, der im Hochbau tätig ist, mit seinen 65 Mitarbeitern aber gut ausgelastet.

Die Belastungsgrenze für das Handwerk sei längst überschritten, sagt der Präsident der Handwerkskammer Ostmecklenburg-Vorpommern, Axel Hochschild.

Die Kosten träfen die Betriebe gleich von mehreren Seiten mit voller Wucht. Die Spritkosten belasteten die Betriebsbilanzen, energieintensive Betriebe könnten immer weniger auskömmlich produzieren. Und die Mitarbeiter mit langen Anfahrtswegen müssten sehr viel tiefer in die Tasche greifen.

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