Anzeige

Mehr als 100 Jahre altes Bauwerk

Mineralischen Spezialmörtel bei Sanierung eines Abfangkanals eingesetzt

Bauzustand des Übergangsbereichs vom Hauptkanal zum Entlastungsbauwerk vor (Bild l.) und nach der Beschichtung mit ombran MHP-SP 3000.

Im Rahmen der Sanierung des Neustädter Abfangkanals in Dresden wurden zwischen Januar und März 2020 in einem Teilobjekt entlang der Elbe zwei Überlaufbauwerke mit einer Gesamtfläche von rund 1200 m² neu beschichtet. Planer und Verarbeiter folgten der Empfehlung der MC-Bauchemie und setzten auf den mineralischen Spezialmörtel ombran MHP-SP 3000.

Dresden (ABZ). – Der Sanierungsabschnitt zwischen dem Ballhaus Watzke und der entlang der Elbe verlaufenden Flutrinne umfasst in etwa 1000 m Maulprofil mit einer Höhe zwischen 2 und 2,4 m sowie zwei Überlaufbauwerke (RUE 09H59/RUE 09H65), in denen sich das Maulprofil zum Entlastungsbauwerk aufweitet. Hier sorgen Überlaufschwellen bei Starkregenereignissen für kontrollierte Entlastungen in die Elbe. Bei der Instandsetzung sollten, neben der Sanierung des Abfangkanals mit GFK-Kurzrohren, die Überlaufbauwerke samt den Zugangsbereichen und -stollen neu beschichtet werden. Die Stadtentwässerung Dresden GmbH vergab die Planung der Sanierungsmaßnahmen an die DAR Deutsche Abwasserreinigungsgesellschaft mbH aus Berlin, Niederlassung Dresden sowie die Ausführung der Instandsetzungsarbeiten an die Echterhoff Bau GmbH aus Dessau-Rosslau. Echterhoff setzte die Maßnahmen mit der Rohrrenovation Förster GmbH aus Pausa und der ESB Oberflächentechnik GmbH aus Sandersdorf-Brehna um.

Der Neustädter Abfangkanal, der ab 1906 im Zuge des Baus der Kläranlage Kaditz als einer von zwei Abfang- und Transportkanälen für Mischwasser errichtet wurde, verfügte im Ausgangszustand über eine bis zu 25 mm dicke mineralische Putzschicht, die auf Stampfbeton aufgebracht worden war. Sie zeigte vor allem Abnutzungsspuren durch mechanische Belastung sowie Absandungen, Risse und diverse Fehlstellen. An einzelnen Stellen, vor allem im Bereich der Überlaufschwellen, waren grobkörnige Zuschläge infolge von Materialabplatzungen sichtbar.

Da die Entlastungsbauwerke vom Maulprofil abweichende Geometrien aufwiesen, sollte die Sanierung in diesen Bereichen mittels Beschichtungstechnik erfolgen. Auftraggeber und Planer folgten der Empfehlung der Experten der MC für die unterirdische Abwasserinfrastruktur, eine mineralische Reprofilierung und Beschichtung mit dem Hightech-Mörtel ombran MHP-SP 3000 der MC-Bauchemie in einer Schichtstärke von etwa 20 bis 25 mm direkt auf den "gesunden" Stampfbeton ausführen zu lassen. ombran MHP-SP 3000 zeichnet sich vor allem durch eine optimierte chemische Beständigkeit aus. Die Basis bilden CEM III-Hochleistungszemente, die dazu beitragen, dass die höchstmögliche Expositionsklasse XWW4 gemäß DIN 19573 erreicht wird.

Die Putzschicht sollte mittels Hochdruckwasserstrahlen mit bis zu 2000 bar bis auf den tragfähigen Betonuntergrund entfernt, Kanten und Innenecken ab- beziehungsweise mittels Hohlkehlen ausgerundet sowie vorhandene Risse kraftschlüssig verpresst werden. Mögliche auftretende Undichtigkeiten sollten zudem abgedichtet werden. Die Beschichtung sollte samt vorausgehender Reprofilierung im Nassspritzverfahren mit ergänzender händischer Verarbeitung erfolgen. Schließlich sollten die abrasionsbelasteten Gerinne mit GFK-Elementen ausgekleidet und wasserdicht an die Beschichtung angebunden werden. Über den gesamten Bauzeitraum hinweg sollte die Abwasserhaltung über eine oberirdisch verlegte Stahlleitung parallel zur Elbe aufrechterhalten werden. Mit Beginn der Beschichtungsarbeiten Mitte Januar 2020 konnte ombran MHP-SP 3000 seine flexible Handhabung und gute Verarbeitbarkeit als Dual-Performance-Systeme unter Beweis stellen. Während herkömmliche Instandsetzungssysteme aus verschiedenen Produkten für Reprofilierung und Beschichtung bestehen, löst ombran diese Aufgabe mit nur einem Produkt. Sowohl die Hand- als auch die Spritzapplikation kann ohne Materialwechsel umgesetzt werden. Das bedeutet eine Zeitersparnis und eine vereinfachte Baustellenlogistik.

Während Wände und Decken der Entlastungsbauwerke in Dresden per Spritzapplikation beschichtet wurden, erfolgte die Applikation in horizontalen Bodenbereichen händisch. Dabei wurden die Sohl- und Bermenbereiche sowie die Wände bis 2/3 Ihrer Höhe geglättet, der Rest verblieb spritzrau. Die Beschichtungsarbeiten, bei denen rund 50 t ombran MHP-SP 3000 verarbeitet wurden, konnten in einem Zeitraum von rund sechs Wochen in allen Bauabschnitten wie geplant termingerecht durchgeführt werden. Dies ist umso höher zu bewerten, da die Witterungsbedingungen aufgrund der Ausführung im Winter ausgesprochen problematisch waren und sogar beheizte Zelte für die Lagerung des Mörtels notwendig machten. Zudem war das Mischen in den Kanalbauwerken wegen der Staubentwicklung nicht möglich, so dass außerhalb des instand zusetzenden Bereichs gemischt werden und das Material über rund 40 m in die Kanäle gepumpt werden musste.

Die Resultate der abschließenden Haftzugprüfungen im Rahmen der Bauabnahme lagen Ende Februar mit > 2 N/mm² deutlich über den Vorgaben des Regelwerks DIN 19573, Hohllagen wurden nicht festgestellt. Nach der erfolgreichen Abnahme der Beschichtungsmaßnahmen in den beiden Entlastungsbauwerken konnten Anfang März 2020 die Sanierungsarbeiten mit dem Einbau der Sohle mittels GFK-Halbschalen wie geplant fortgesetzt werden. Nachdem die Hohlräume unter den Halbschalen vergossen worden waren, wurden die Anschlüsse zwischen GFK-Elementen und der Mörtelbeschichtung mit der dauerhaft flexiblen Reaktionsharz-Spachtelmasse Konudur Flexfit CS der MC-Bauchemie und Edelstahlschutzprofilen ausgebildet.

Aufgrund eines reibungslosen Zusammenspiels aller Beteiligten konnte die Sanierungsmaßnahme am Neustädter Abfangkanal in Dresden ohne Verzögerung und mit einem hervorragenden Ergebnis abgeschlossen und ohne Beanstandung abgenommen werden.

Ausgewählte Unternehmen

Die Anbieterprofile sind ein Angebot von llvz.de
Anzeige

Weitere Artikel