Anzeige

Mit Ausnahmeerlaubnis und Einschränkung in der Fahrzeugtechnik

Lkw transportiert Müll auf autofreier Insel

Die max. mögliche Geschwindigkeit des Lkw ist auf 45 km/h gedrosselt. Selbst diese geringe Höchstgeschwindigkeit darf der Fahrer aber auf der Insel nicht fahren.

Langeoog (ABZ). – Die ostfriesische Insel Langeoog hat knapp 2000 Einwohner und jährlich mehr als 200 000 Gäste und Urlauber. Fahrzeuge mit Verbrennungsmotoren sind auf der Insel nicht erlaubt. Es gibt aber einige, sehr wenige Ausnahmen wie für den Rettungsdienst, die Feuerwehr, die Landwirtschaft – und für einen Lkw, der Müllcontainer transportiert. Diese Aufgabe übernimmt seit Kurzem ein neuer Lkw mit aufgebautem Palfinger-Abrollkipper der Baureihe "Telescopic". Er transportiert Glas- und Papiercontainer von einem zentrumnahen Sammelpunkt zu einer Umladestation. Dort wird das Papier aus dem Sammelcontainer in Pressbehälter umgeladen. Der Restmüll, der inselweit mit Anhängern, gezogen von Elektrozugmaschinen, eingesammelt wird, wird ebenfalls an der Umladestation verdichtet und in Presscontainer verbracht. Der Abrollkipper transportiert dann alle Fraktionen von der Umladestation zur Verladestation direkt neben dem Fähranleger im Hafen. Von dort bringen Frachtschiffe der Inselgemeinde den Müll zum Festland.

Der Lkw legt beim Transport der Müllcontainer keine sehr großen Entfernungen zurück. Die Belastung für das Fahrzeug und besonders für den Abrollkipper ist der häufige Containerumschlag, voll wie leer. Mit bis zu 20 Ladespielen täglich bewegt der Abrollkipper "Telescopic 22", Container mit einem max. Gewicht bis 22 t und einer Länge von 5000 mm bis 7000 mm.

Die Ausschreibung der Ersatzbeschaffung für einen Alt-Lkw hatte die Firma Rudolf Bohlje Kraftfahrzeuge aus Westerstede in enger Zusammenarbeit mit Tirre Cranes, dem für die Region zuständigen Palfinger-Vertrieb, gewonnen. Der DAF Lkw – CF 370 FAQ 8X2 – weist durch Vorgaben in der Ausschreibung einige Besonderheiten auf. Um die geforderte Achslast von max. 6 t je Achslinie einzuhalten wurde der Lkw mit einer lenk-und liftbaren Vor- und Nachlaufachse als 4-Achser konzipiert. Seine max. mögliche Geschwindigkeit ist außerdem 45 km/h gedrosselt. Selbst diese geringe Höchstgeschwindigkeit darf der Fahrer aber auf der Insel nicht fahren. Zudem darf der Lkw auf der Insel nur auf ganz wenigen für ihn frei gegebenen Strecken fahren. Die Einschränkungen sollen die Belastung der Fahrtwege auf ein Minimum beschränken. Sonst sind auf diesen Wegen nur Spaziergänger, Radfahrer, Pferdefuhrwerke und gelegentlich einige Landwirtschaftsfahrzeuge unterwegs.

Der Inseleinsatz bei salziger Meeresluft ist für den Palfinger Abrollkipper kein Problem. Alle Einzelteile des Abrollkippers werden im Werk vor der Montage gereinigt, KTL-beschichtet, lackiert und dann erst zusammengebaut. Die Montage auf dem Lkw wird ausschließlich geschraubt. Das Ergebnis ist bestmöglicher Korrosionsschutz. Der Abrollkipper fährt Behälterlängen bis 7 m, wobei der Unterfahrschutz am Heck hydraulisch angepasst werden kann. Zusätzliche Spiegel, eine Heckkamera und eine stärkere Ausleuchtung machen den Einsatz sicherer. Der Fahrer ist mit seinem neuen Fahrzeug mehr als zufrieden, da fast alles, einschließlich diverser Funktionen des Abrollkippers, mit Automatik abläuft. Somit werden die wöchentlichen Transportanforderungen von 15 t Altpapier, 30 t Restmüll und 8 t Recyclingkunststoff problemlos gemeistert.

https://jobs-in-gruen-und-bau.de/index.php?id=123&tx_patzerboerse_paboeplugin[unterthemen]=167&no_cache=1

Dieser Artikel erschien in der Ausgabe Allgemeine Bauzeitung 08/2019.

Anzeige

Weitere Artikel