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Mit mineralischem WDVS

Plattenbaufassaden saniert und neu strukturiert

Dämmstoffe, Modernisierung und Sanierung

Bei der erneuten Fassadensanierung setzte die SWG auf die das mineralische WDVS aus Multipor Mineraldämmplatten.

Eisenach (ABZ). – Die Wärmeschutzverbesserung ihrer Plattenbauten ist für die ostdeutschen Wohnungsbetreiber oft eine besondere Herausforderung. Bei der Fassadensanierung eines großen Plattenbau-Gebäudeblocks in Eisenach setzte die dortige Städtische Wohnungsgesellschaft (SWG) dabei auf die bauphysikalischen und materialtechnischen Pluspunkte eines mineralischen Wärmedämm-Verbundsystems (WDVS). Das eingesetzte Multipor WDVS WAP sorgte bei schwierigen Untergrundverhältnissen mit einer zweilagigen Dämmung laut Hersteller für einen wirtschaftlich und nachhaltig erzielten hohen baulichen Wärmeschutz.

Seit rund 25 Jahren wird von dem nach der Wende gegründeten Wohnungsunternehmen der umfangreiche Wohnungsbestand den heutigen Komfortansprüchen angepasst. Mittlerweile sind schon 92 % der Altbauten erfolgreich saniert. Einen Schwerpunkt des Sanierungsprogramms bildeten dabei die vorhandenen sanierungsfähigen Plattenbauten. Neben der Modernisierung von Heizungs- und Sanitäranlagen war bei Fassadensanierungen insbesondere eine deutliche Erhöhung des baulichen Wärmeschutzes gefordert. Die SWG nutzte entsprechende Wärmedämm-Maßnahmen gleichzeitig zur Verschönerung des Erscheinungsbildes.

Dies galt auch für die im Sommer und Herbst letzten Jahres durchgeführte Fassadensanierung eines fünfgeschossigen Plattenbau-Gebäudeblocks an der Stedtfelder Straße. Das für die Sanierungsplanung zuständige Architekturbüro Sauerbier, Wagner und Giesler sah u. a. eine vertikale und horizontale Strukturierung der neu gedämmten Fassaden vor. "Durch die Einteilung in Sockelgeschoss, Obergeschosse und Dachzone sowie das Einfügen von Gesimsbändern und Fensterrahmungen wurde eine gliedernde Ordnung geschaffen", erläutert Architekt Peter Sauerbier. "Optisch entstanden dadurch aus einem ehemaligen monotonen Großblockgebäude mehrere "Einzelhäuser" mit einer individuellen Zuordnung von Hauseingängen und Wohnungen."

Schon in den 90er Jahren wurden die Fassaden des Plattenbaus wärmeschutztechnisch verbessert. Die aufgebrachte 60mm dicke EPS-Dämmung wies aber mittlerweile erhebliche Mängel auf. Neben durch Spechte verursachten Löchern hatte zudem eine starke Veralgung stattgefunden sowie eine Ablösung des Putzes durch Verwitterung. Auch aufgrund der festgestellten Schäden entschied man sich mit der Wahl des Multipor WDVS WAP der Xella Deutschland GmbH für ein stabiles mineralisches Wärmedämm-Verbundsystem. Durch seine Diffusionsoffenheit ließ sich das Entstehen von Feuchte auf der äußeren Wandoberfläche verhindern. Damit reduzierte sich auch ohne enthaltene Biozide die Gefahr der Ansiedlung von Mikroorganismen.

Das gewählte WDVS konnte zudem Planer und Bauherrn durch weitere positive Eigenschaften überzeugen. So bot der nicht brennbare Dämmstoff (Baustoffklasse A) neben hohem Brandschutz ohne Anordnung von Brandschutzriegeln auch einen verbesserten Schallschutz von bis zu 2 dB gegenüber einer ungedämm-ten Wand. Mit dem ökologischen Gütezeichen natureplus und der vom Institut für Bauen und Umwelt zertifizierten Unbedenklichkeit erfüllten die Multipor Mineraldämmplatten außerdem die Forderung des Bauherrn nach hoher Nachhaltigkeit und eine garantierte Vermeidung gesundheitsgefährdender Inhaltsstoffe. Die hohe Verarbeitungsfreundlichkeit der Mineraldämmplatten erwies sich ebenfalls als vorteilhaft. Aufgrund der geplanten Gliederung der Fassade mit Vor- und Rückspringen sowie durch Fensterlaibungen und Gesimse war zudem von den Verarbeitern eine hohe handwerkliche Qualifikation gefordert. Mit der Montage des Multipor WDVS wurde das rumänische Bauunternehmen Novara beauftragt. Das Unternehmen hat sich schon über die Grenzen des Balkanstaates hinaus einen guten Ruf erworben. Für seine Innovationskraft wurde es z. B. im Jahr 2004 von der Organisation Business Initiative Directions mit dem Century International Quality Era Award in Gold ausgezeichnet.

Voraussetzung für die sichere Haftung der neuen WDVS war die Sicherstellung einer ausreichenden Tragfähigkeit des Untergrundes. Dafür mussten nach dem Entfernen der schadhaften EPS-Dämmung auch die freigelegten, verseifungsanfälligen Altanstriche aus DDR-Zeit mechanisch beseitigt werden. Eine besondere Herausforderung stellte die wegen der z.T. hohen Toleranzen der Betonfertigteilwände festgestellte Unebenheit des Untergrundes dar. Deshalb entschieden sich die Planer in Abstimmung mit der SWG trotz einer bauaufsichtlich zugelassenen einlagigen Dämmung von bis zu 30 cm Dicke für ein zweilagiges WDVS aus einer geklebten sowie gedübelten ersten Plattenlage und einer darauf geklebten zweiten Plattenlage. Die untere Dämmlage wurde genutzt, um die Fassadenfläche aufzuteilen und einzelne Flächen neu auszurichten. Größere Unebenheiten wurden dabei durch entsprechendes Zuschneiden oder durch Beischleifen der Dämmplatten ausgeglichen.

Die Verklebung der ersten Plattenlage erfolgte aufgrund des unebenen Untergrunds im Punkt-Wulst-Verfahren. Entsprechend den möglichen Windsogkräften wurden die Dämmplatten zum Schutz vor Abreißen zusätzlich mit Schraubdübeln fixiert. Als Kleber fungierte ein speziell auf die Multipor Mineraldämmplatten abgestimmter Leichtmörtel des WDVS-Herstellers. Bei dem vollflächigen Auftrag des Klebemörtels auf die Platten der zweiten Lage erhielt er zur besseren Haftung eine Durchkämmung per Zahntraufel. Als Putzbeschichtung kam anschließend ein zweilagiges System aus mineralischem Unter- und Oberputz zum Einsatz. Um spätere Putzrisse auszuschließen, wurde dabei wie bei Putzbeschichtungen von WDVS üblich im Unterputz ein Glasfaser-Armierungsgewebe eingelegt. Als Endbeschichtung diente abschließend ein witterungsbeständiger, diffusionsoffener und biozidfreier Silikat-Anstrich. Mit einem Wärmedurchgangskoeffizienten von nur 0,19 W/(m²K) erreich-te die neu gedämmte Betonaußenwand (d=29 cm) einen Wärmeschutz, der die Anforderungen der EnEV 2014 sicher erfüllte. Insgesamt wurden innerhalb von ca. 14 Wochen rund 1400 m² Multipor Mineraldämmplatten montiert. Planer und Bauherr waren mit dem neuen attraktiven Erscheinungsbild der Fassaden und der zügigen Durchführung der WDVS-Arbeiten sehr zufrieden. "Die Dämmplatten sind in besonderer Weise für reliefartige Fassadenstrukturen geeignet", konstatiert Sauerbier. "Kleinere Vor- und Rücksprünge ließen sich bspw. ohne zusätzliche Blechabdeckung realisieren."

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