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Mit neuem Flammschutz

Styropordämmung überzeugt auch ökologisch

Von Ulrich Meier

Baustoffe, Dämmstoffe, Brandschutz, Ökologisches Bauen

Dank neuem Flammschutzmittel überzeugt der Dämmstoff Styropor nun auch durch eine bessere Wiederverwertbarkeit.

HEIDELBERG. - Seit Jahrzehnten schon wird Styropor erfolgreich eingesetzt. Ob im Flachdach, im Fußboden, in der Fassade oder als Perimeterdämmung – mit neuem Flammschutz ist der Dämmstoff nun auch für die Zukunft gerüstet.

Ökologische Eigenschaften von Wärmedämmstoffen rücken bei der Produktauswahl immer mehr in den Fokus. Gerade Styropor, das oftmals als Synonym für Wärmedämmung herangezogen wird, überrascht mit ökologischen Eigenschaften. Denn wie kaum ein anderer erfüllt der Dämmstoff seit Jahrzehnten seine technischen und ökologischen Hausaufgaben und bestätigt diese in Form von Nachweisen. Damit können Bauunternehmer und Handel sowie Architekten und Energieberater oder auch ausschreibende Stellen neben der Wirtschaftlichkeit auch ökologische Aspekte als Argument pro Styropor ins Feld führen.

Grundsätzlich entspricht der Wärmedämmstoff Styropor einem expandierten Polystyrolhartschaum (EPS) nach DIN EN 13163. Genauer betrachtet unterscheidet sich Styropor von EPS jedoch durch eine stringente Qualitätsüberwachung seiner technischen Eigenschaften und durch den von unabhängigen Dritten überprüften Nachweis der ökologischen Eigenschaften. Letzteres wird für Styropor über Umwelt-Produktdeklarationen (Environmental Product Declaration, EPD) nachgewiesen. In diesen EPDs wird der Lebensweg des Produktes einschließlich des Entsorgungsstadiums betrachtet und lückenlos deklariert. Entsprechende Dämmstoffe, die nur von den Dämmstoffherstellern im Industrieverband Hartschaum hergestellt werden, sind durch das Gütesiegel der Bundesfachabteilung Qualitätssicherung EPS-Hartschaum (BFA QS EPS) auf den Etiketten eindeutig erkennbar.

Mehr als 50 Jahre war HBCD (Hexabromcyclododecan) erste Wahl als Flammschutzmittel für EPS bzw. Styropor. Da es in der Struktur des Dämmmaterials vollständig eingebunden war und sich nicht herauslösen lässt, ist es bei der Verwendung im Dämmstoff gesundheitlich unbedenklich. Für sich ist HBCD allerdings ein biologisch schwer abbaubarer Schadstoff, der sich in Lebewesen anreichert. Um ein eventuelles Risiko für Mensch und Natur zu minimieren, wurde die Substanz verboten. Das Verbot für den Stoff HBCD trat am 21. August dieses Jahres in Kraft. Produkte, die zu diesem Datum schon produziert waren und noch in Unternehmen oder im Handel lagern, dürfen weiterhin eingesetzt werden. Unabhängig davon haben die im IVH organisierten Hersteller den Wechsel zum neu entwickelten Flammschutzmittel Polymer-FR bereits vor über einem Jahr freiwillig begonnen und bis heute vollzogen. Wichtig zu wissen: an der Qualität und der Verarbeitbarkeit des Produkts hat sich durch den Austausch nichts geändert.

Gemäß der EU-weit gültigen Abfallhierarchie hat die Abfallvermeidung grundsätzlich oberste Priorität. Gerade im Baubereich ist das praktisch oftmals nicht umsetzbar. So fällt beim Gebrauch von Baumaterial unweigerlich Abfall an. Z. B. beim Zuschneiden von Materialien auf der Baustelle oder auch bei der Demontage von Gebäudeteilen. Im Idealfall können diese Reste weiterverwendet bzw. recycelt werden oder lassen sich ökologisch sinnvoll verwerten. An absolut letzter Stelle steht die Beseitigung von Baustoffen auf einer Deponie. Im Fall von Styropor kommt die Deponierung nicht in Frage, weil der Dämmstoff alleine schon wegen seines Brennwertes zu wertvoll ist.

Das frühere Flammschutzmittel HBCD ist so eng mit der Polymer-Struktur des Dämmstoffs verbunden, dass es bei der energetischen Verwertung rückstandsfrei zerstört wird. Gleichzeitig wird das energetische Potenzial von EPS zur Strom- und Wasserdampferzeugung genutzt. In Deutschland gibt es rund 80 Müllheizkraftwerke, die für diesen Zweck ohne Zusatzausstattung ausgerüstet sind. Das garantiert kurze Transportwege für Dämmstoffabfälle mit HBCD.

Nach Aussage des Zweckverbands Abfallwirtschaft liefern solche thermischen Abfallbehandlungsanlagen jedes Jahr rund 7 Mrd. kWh Strom. Styropor mit HBCD ist also eine wertvolle Ressource und keineswegs "Sondermüll".

Durch den Einsatz des neuen Flammschutzes Polymer-FR im Styropor ist nun auch ein Recycling möglich, wenn die Styroporabfälle nicht vorher schon wiederverwendet werden können. Sofern das Material den gewünschten Qualitätsanforderungen entspricht, kann es unmittelbar in der Herstellung neuer Dämmstoffplatten eingesetzt werden. Oder auch in der Zweitverwertung als Aussparungskörper oder Drainageplatten aus dem gebrauchten Styropor.

Zuletzt wäre auch eine stoffliche Verwertung möglich. Dabei wird der Dämmstoff in seine ursprünglichen chemischen Bestandteile zerlegt. Auf diese Weise ließe sich z. B. hochwertiges Polystyrolgranulat für die erneute Herstellung von Styropor gewinnen. Das notwendige Verfahren ist entwickelt, kann jedoch aufgrund der geringen Mengen von Styroporabfällen vom Bau nicht eingesetzt werde. Daher ist die energetische Verwertung heute in der Regel noch alternativlos.

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