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Mittelalter 2.0

Alter Gutshof wird zur modernen Wohnanlage

Das heutige Erscheinungsbild erhielt der rheinische Vierkanthof durch die Fertigstellung des großen Backsteinbaus mit repräsentativem Herrenhaus aus dem Jahr 1849.

Troisdorf (ABZ). – In Troisdorf bei Köln hat der vor Ort ansässige Architekt Joachim Kneutgen das Jahrhunderte alte Gut Kerpenhof zu einer modernen Wohnanlage umgestaltet. Die unterschiedlich großen Satteldächer auf dem Gut wurden mit dem historisch anmutenden Röben-Doppelmulden-Ziegel "Elsass anthrazit" ausgebildet.

"Ein einmaliges Wohnambiente in historischen und denkmalgeschützten Backsteinmauern", so lautet es in den Verkaufsunterlagen zu den neuen Wohnungen im historischen Gut Kerpenhof. Und in der Tat: Wer die umfangreich modernisierte Anlage in Troisdorf-Kriegsdorf bei Köln besucht, der kann sich beim Anblick der alten Stallungen und Scheunen gut vorstellen, wie hier vor Jahrhunderten gewohnt und Landwirtschaft sowie Pferdezucht betrieben wurde. Kern des Ensembles ist der sogenannte Abtshof aus dem Jahr 1414, der später in "Kerpenhof" umbenannt wurde. Das heutige Erscheinungsbild erhielt der rheinische Vierkanthof durch die Fertigstellung des großen Backsteinbaus mit repräsentativem Herrenhaus aus dem Jahr 1849.

Hinter den komplett erhalten gebliebenen, im Zuge des Umbaus aufwändig gesandstrahlten Backsteinfassaden sind 27 individuell geschnittene Wohneinheiten mit einer Gesamtwohnfläche von 2900 m² entstanden: "Der Wohnkomfort entspricht dabei modernen Standards", erklärt Joachim Kneutgen. "Ein Teil der Einheiten wurde sogar barrierefrei mit Aufzug ausgestattet." Zusätzlich stehen 27 Tiefgaragenstellplätze, sechs Carports sowie vier Außenstellplätze zur Verfügung. Besondere Sorgfalt legten die Planer auf eine hochwertige und denkmalgerechte Eindeckung der unterschiedlich großen, im Zuge des Umbaus durch moderne Gauben aus Aluminium geöffneten Satteldächer. Oberhalb der Sparren und der aufliegenden Holzfaserdämmplatten wurden zunächst eine 4 x 6 cm starke Konterlattung und eine 3 x 5 cm starke Decklattung verlegt. Abschließend kam dann entsprechend den Vorgaben des Denkmalschutzes der Röben-Tondachziegel "Elsass anthrazit" zum Einsatz. Die dunklen Doppelmulden-Ziegel entsprechen weitgehend dem Vorbild der historischen Dachpfannen und harmonieren somit hervorragend mit den aufwändig gesandstrahlten Backsteinmauern des Bestandes.

"Solche Doppelmulden-Ziegel wurden seit Ende des 19. Jahrhunderts vor allem für landwirtschaftliche Gebäude und Gutshäuser eingesetzt, der große Verschiebespielraum von 80 Millimetern sorgte dabei für eine maximale Flexibilität", erklärt der beauftragte Dachdecker Jürgen Reuter. Inzwischen haben viele Planer den rustikal anmutenden Charme des Doppelmulden-Ziegels wiederentdeckt, sodass er mehr und mehr auch auf Wohnhäusern zu sehen ist.

Typisch sind insbesondere die beiden parallelen Mulden und die harmonischen Proportionen.

Das ausgeprägte Falzsystem ermöglicht außerdem ein besonderes Maß an Regeneintragssicherheit und damit einen dauerhaften Schutz gegen Wind und Wetter.

Dieser Artikel erschien in der Ausgabe Allgemeine Bauzeitung 31/2020.

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