mmGPS

3D-Maschinensteuerung ermöglicht schnelleren Asphalteinbau

Reibungsloser Einbau: Für eine große Ausbaumaßnahme der Bundesstraße B14 bei Waldrems in der Nähe von Stuttgart hat das Straßenbauunternehmen Lukas Gläser beim Bau einer Umgehungsstraße erstmals einen mmGPS-gesteuerten Fertiger eingesetzt. Bereits vor dem Deckeneinbau mit dem Fertiger hatten Bagger und Raupe – beide mit Topcon 3D-Maschinensteuerung versehen – ein sehr genaues Planum erstellt. 

Waldrems (ABZ). – Auch in traditionsreichen Straßenbauunternehmen gibt es immer wieder Premieren: Beim Straßen- und Tiefbauspezialisten Lukas Gläser GmbH & Co. KG mit Sitz in Aspach (Baden-Württemberg) nordöstlich von Stuttgart kam bei einem Straßenbauprojekt in Waldrems erstmals in der Unternehmensgeschichte ein mmGPS-gesteuerter Fertiger zum Einsatz. Und dass mit großem Erfolg: Alle Beteiligten waren begeistert von dem Mehrwert dank der 3D-Maschinensteuerung von Topcon.

Schauplatz für die Premiere der 3D-Fertigersteuerung bei Lukas Gläser war die rund 1 km lange Umlegung der B 14 bei Waldrems. Die bestehende Bundesstraße wird im großen Umfang ausgebaut und das in diesem Projekt zu bearbeitende Teilstück dient zur Umfahrung der Großbaustelle – ein ideales Pilotprojekt für den Einsatz neuer Technologie. Das Unternehmen Lukas Gläser besteht seit über 150 Jahren und hat sich überregional einen Namen in den Bereichen Straßen- und Tiefbau sowie Betonsanierung gemacht.

Außerdem verfügt Lukas Gläser über ein eigenes Asphaltmischwerk sowie ein eigenes Schotterwerk und kann daher die gesamte Prozesskette beim Asphalteinbau aus einer Hand anbieten. Schon seit gut zehn Jahren setzen die Verantwortlichen des Unternehmens auf eine Zusammenarbeit mit Topcon und haben Topcon-Systeme im Einsatz. Sowohl auf dem Bagger und der für das Planum verwendeten Raupe sind Topcon 3D-Maschinensteuerungssysteme installiert. So konnte vor dem Einbau von Tragschicht und Deckschicht dank der GNSS-Steuerung ein sehr genaues Planum erstellt werden. Da es sich bei dem hier fertiggestellten Teilstück um eine provisorische Straße handelt, konnte das Einbauteam auf eine Binderschicht verzichten. Um zusätzliche Präzision beim Deckeneinbau zu erreichen setzte Lukas Gläser erstmalig auf das mmGPS-System von Topcon.

Nach dem Einbau der Deckschicht folgt gleich die Walze zur fachgerechten Verdichtung.

Das erfahrene Bauteam unter der Leitung von Carolin Möhle, Vermessungstechnikerin bei Lukas Gläser und zuständig für Abrechnung, Erdmassenermittlung und Kalkulation, nutzte die vorhandene Topcon-Basisstation GB-500, um alle mit Maschinensteuerung ausgerüsteten Baumaschinen mit dem Referenzsignal für die GNSS-Höhen- und Lagekorrekturen zu versorgen: "Unser großer Vorteil war bei dieser Baustelle, dass wir bereits mit den Topcon-Systemen und ihrer Präzision vertraut sind. Aufgrund unserer jahrelangen und vertrauensvollen Zusammenarbeit mit Topcon haben wir uns nach einer Begehung und Besprechung dazu entschlossen, erstmals auch eine 3D-Maschinensteuerung für unseren Fertiger zu verwenden. Beim Einbau ohne diese Maschinensteuerungen und die exakte Vermessung müssen vorher Leitdrähte gespannt werden, was ziemlich zeitaufwändig ist und dadurch die Baukosten steigert – dieser Schritt entfiel hier komplett", bilanziert Carolin Möhle.

Christoph Bertsch, bei Topcon zuständig für den Vertrieb für die Baubranche in Süddeutschland, bestätigt: "Allein für die genaue Vermessung der Baustelle und das Spannen von Leitdrähten hätte sich die Bauzeit um mindestens zwei Tage verlängert, ganz abgesehen von den Mehrkosten durch Mannstunden, Material und Nachkontrolle. Eine Faustregel im Straßenbau besagt, dass man pro laufenden Kilometer Leitdraht mit rund 1750 Euro Kosten rechnen muss – das Einsparpotenzial dank mmGPS ist klar erkennbar."

Zunächst wurde die zu bearbeitende Strecke präzise vermessen. Die kundeneigene Topcon-Basisstation sorgte für das benötigte Referenzsignal.

Das Thema Bauzeit und dementsprechende Kosten spielte bei diesem Projekt eine große Rolle, wie Möhle erläutert: "Dieses Bauvorhaben war eine Ausschreibung des Regierungspräsidiums Stuttgart. Der Grundsatz ist, bei allen Bauvorhaben die Kosten im Blick zu haben und im Kosten- und Zeitplan zu bleiben". Der gesamte Oberflächeneinbau mit Trag- und Deckschicht konnte durch die eingesetzten Maschinensteuerungs- und mmGPS-Systeme in nur zwei Tagen vorgenommen werden. "Da wir erstmalig am Fertiger eine 3D-Maschinensteuerung verwendet haben, war es ein sehr spannendes Bauvorhaben. Die Firma Topcon hat sich außerordentlich engagiert und gemeinsam mit uns eine saubere Planung und Umsetzung ermöglicht. Wir mussten die Geräte organisieren, diese dann auf den Maschinen installieren und einmessen und schließlich den Einbau in kurzer Zeit vornehmen", freuen sich Carolin Möhle und Christoph Bertsch über den reibungslosen Ablauf des Projekts.

In Verbindung mit drei Zonenlasern, die dazu dienen, die Höhengenauigkeit des GNSS-Signals auf den Millimeter genau zu optimieren, sei der Einbau der Tragschicht problemlos in der gewünschten Genauigkeit möglich gewesen. Nach der mit mmGPS eingefahrenen Tragschicht wurde diese mit der gewünschten Genauigkeit abgenommen, sodass die Deckschicht dann auf Stärke aufgebracht werden konnte. "Wir wollten unseren Kunden natürlich von der Leistungsfähigkeit unseres mmGPS überzeugen und sind daher sehr zufrieden, weil es reibungslos funktioniert hat. Die Firma Lukas Gläser hat in diesem Step die notwendigen Geräte für diesen Auftrag zunächst gemietet, um Erfahrungen zu sammeln. Im Verbund mit unserem Kunden konnten wir zeigen, was alles mit millimetergenauer Messung und Maschinensteuerung erreichbar ist", sagt Bertsch.

Beim Einsatz bisher nicht genutzter Systeme ist auch immer von zentraler Bedeutung, dass Maschinisten und Einbauteams mit ins Boot geholt werden. Möhle weiß aus ihrer jahrelangen Erfahrung, dass das Einbauteam auch überzeugt werden muss: "Bis dahin war unsere Bedienmannschaft des Fertigers noch nicht mit Maschinensteuerung in Berührung gekommen. Aber alle waren von der einfachen und sicheren Bedienbarkeit begeistert.

Der automatisierte Eingriff in die Lenkung des Fertigers sowie die automatische Breitensteuerung der Bohle trugen ein Übriges zu dem perfekten Handling bei."

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Dieser Artikel erschien in der Ausgabe Allgemeine Bauzeitung 11/2017.

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