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Moderne Fertigteilarchitektur

Neues Stadion wird in Einzelteilen angeliefert

Baustellen, Betonfertigteile

Bis zu neun Tribünenelemente können pro Tag hintereinander in der Produktionsstraße in der Betriebshalle gefertigt werden.

WIEN/ÖSTERREICH (ABZ). - Die Österreichische Bauwirtschaft und heimische Fußballfans beschäftigt zzt. dasselbe Thema: der Neubau des SK Rapid Stadions in Wien-Hütteldorf. Bemerkenswert am neuen "Allianz Stadion" ist die moderne Fertigteilarchitektur aus vorgefertigten Beton- und Stahlbetonteilen, so der Verband Österreichischer Beton- und Fertigteilwerke (VÖB).

In der Niederösterreichischen Marktgemeinde Gars am Kamp im Waldviertel werden seit 1975 Betonfertigteile hergestellt. Seit nunmehr 13 Jahren wird unter dem Dach des österreichweiten Oberndorfer-Firmennetzwerks, einem langjährigen Mitglied des VÖB, gefertigt. Seit Jahresbeginn wird hier auch das neue Stadion des SK Rapid Wien, das zukünftige "Allianz Stadion" produziert – bis auf wenige Ausnahmen – komplett in Beton-Fertigteilarchitektur. "Die Tribünenelemente, die wir hier in Doppel-L-Elementen für das neue Rapid Stadion produzieren, sind eine hundertprozentige Eigenentwicklung, in die wir viel Zeit und Forschung investiert haben", so das Unternehmen. Die technische Besonderheit besteht dabei im Zusammenspiel von drei Faktoren: Der selbstverdichtende SCC-Spezialbeton ("Self Compacting Concrete"), ein homogener, weicher und äußerst fließfähiger Beton, fließt ohne Einwirkung zusätzlicher Verdichtungsenergie, allein unter dem Einfluss der Schwerkraft, entlüftet und füllt jeden Hohlraum innerhalb der Schalung und Bewehrung aus. Zum Einsatz kommt außerdem, heißt es weiter, eine spezielle und in ihrer Art weltweit einzigartige, dichte Schalung. Nicht zuletzt ermöglicht eine mit 12 t Zugkraft durch Halbzoll-Spannstahllitzen vorgespannte Bewehrung, Tribünen-Doppelelemente mit insgesamt 10,5 m Länge und knapp 15,5 t Gewicht zu produzieren.

Mit insgesamt 850 Mitarbeitern im Oberndorfer Konzern – davon 94 in der Produktionsstätte Gars am Kamp – werden Großaufträgen wie jener des Allianz Stadions im verlängerten Schichtbetrieb bearbeitet. Bis zu neun Tribünenelemente können pro Tag hintereinander in der Produktionsstraße in der Betriebshalle gefertigt werden. "Der gesamte Auftrag verschlingt mehr als ein Drittel unseres Jahresverbrauchs an Beton. Rechnet man die umfassende Planung und Vorbereitung sowie die konkrete Forschungs- und Testphase inklusive dem Bau von Prototypen mit ein, dann dauert die Produktion der insgesamt 880 Tribünen-Doppelelemente knapp acht Monate.

Läuft alles nach Plan, verlässt das letzte Fertigteil Anfang August unser Werk in Richtung Wien-Hütteldorf", informiert Erwin Pfannhauser, zuständiger Betriebsleiter im Beton-Fertigteilwerk, über den Umfang und Zeitplan des Großauftrags. Aber nicht nur die Tribünenelemente in doppelter L-Form stecken voller Innovationen, auch die rund 150 Fertigteilstiegen und Treppenläufe, die im Inneren des Allianz Stadions zum Einsatz kommen werden, wurden nach einem eigens entwickelten und lizenzierten Konzept gefertigt. In jahrelanger Forschung ist es gelungen, Fertigteilstiegen in sogenannten "stehenden Schalungen" zu gießen und damit nach dem mittlerweile lizenzierten "Top-Steps"-System zu produzieren. Damit können Betontreppen und Fertigteilstiegen noch schneller produziert und mehr Kundenwünsche als bisher umgesetzt werden.

Neben Tribünenelementen, Fertigteilstiegen und den dazugehörigen Sonderteilen werden für das neue Allianz Stadion zusätzlich Beton-Doppelwandelemente, Hohldielen und Elementdeckenplatten sowie Außen- und Innensäulen und Tribünenträger aus Beton nach Hütteldorf geliefert. Besonders stolz ist man im Unternehmen auf die vielfältigen Möglichkeiten und unterschiedlichen Größen und Ausführungen der Beton- und Stahlbetonfertigteile: "Wir produzieren für den SK Rapid Wien von kleinteiligen Spezialanfertigungen, über die große Serienproduktion von insgesamt 880 Tribünenelementen und 150 Fertigteiltreppen, bis hin zu Außenstützen in geringeren Stückzahlen, dafür mit 18 m Höhe und über 40 t Gesamtgewicht. Die Arbeit für den namhaften Auftraggeber sorgt für Stimmung und Spaß unter unseren Mitarbeitern, die darum auch Verständnis für hin und wieder notwendige Mehrarbeiten und vereinzelte Überstunden zeigen", so Pfannhauser.

"Die herausragenden Arbeiten Österreichischer Beton- und Fertigteilwerke und ihre langjährige Erfahrung mit derartigen Großprojekten, aber auch der innovative Einsatz von Betonfertigteilen bei einem so prestigeträchtigen Bau wie dem neuen Allianz Stadion, machen mich als Vertreter der Fertigteilbranche außerordentlich stolz. Wir freuen uns bereits auf die ersten Fußballspiele im neuen Rapid Stadion", zeigt sich DI Dr. Bernd Wolschner, VÖB Präsident, über die Leistungen der Branche und den Einsatz massiver Betonfertigteile im öffentlichen Raum begeistert. Vom Hotel-, Büro- und Gewerbe-, bis hin zum Lift- und Stadionbau reicht die Palette der Anwendungsmöglichkeiten von Betonprodukten. Eines haben aber alle Projekte gemeinsam: Bauwerke aus Beton- und Stahlbetonfertigteilen lassen sich dank Umwelt- und Ressourcen schonender Vorproduktion im Werk schnell und effizient errichten und bieten beste statische Eigenschaften.

Darüber hinaus wird Beton aufgrund höchster Brandschutzeigenschaften, Stabilität und Langlebigkeit besonders gerne beim Bau von Objekten eingesetzt, die starken Witterungs- und Umwelteinflüssen ausgesetzt sind. Zudem stammen die Grundstoffe für Beton (Wasser, Sand, Gesteinskörnungen) aus regionalen Bezugs- und Produktionsquellen und garantieren damit neben kurzen Transportwegen auch regionale Wertschöpfung. Der Zement für die Fertigteile des Rapid Stadions stammt aus dem Lafarge-Werk in Mannersdorf, der Zuschlag kommt von der Kiesunion aus Grafenwörth.

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