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Modulare Ziegelbauweise

Raumvielfalt dank Baukastensystem möglich

Dank monolithischer Ziegelbauweise konnte auf eine zusätzliche Außendämmung verzichtet werden, sodass eine lange Lebensdauer sowie ein wirtschaftlicher Unterhalt der Fassaden gewährleistet ist. Mit Vorsatzschalen aus Klinkern sind die Eingangsbereiche und die Einhausungen für Abfallbehälter optisch akzentuiert.

Berlin (ABZ). – Wenn sich kluge Achitektur mit hochwertigen Baustoffen verbindet, kann preiswürdiger und sozial verträglicher Wohnbau entstehen. Für das Siedlungswerk Fulda eG realisierte das Architekturbüro Sturm und Wartzeck 39 Einheiten mit Nettokaltmieten von 5,73 bis 7,64 Euro/m². Ende 2016 erhielt das Projekt Horasbrücke den Preis der hessischen Landesinitiative Baukultur im Rahmen des Wettbewerbs "Zusammen gebaut – Wohnen: bezahlbar, vielfältig, attraktiv". Die Verarbeitung des dämmstoffverfüllten Poroton-Ziegels T8-MW für die Gebäudehülle erfüllte den Wunsch des Bauherrn nach Langlebigkeit. In Proportion und Farbgebung orientieren sich die sechs Gebäude an der Villenarchitektur einer naheliegenden Siedlung. Konzipiert sind sie nach einem Baukastensystem. Frank Nieburg, Vorstandsvorsitzender des Siedlungswerks Fulda eG, hatte großes Interesse an einem Mix verschiedener Grundrisse, sodass sich unterschiedliche Wohnungs- und Grundrisstypen innerhalb der Kubatur kombinieren ließen. "Damit erreichen wir eine für die Siedlung belebende soziale Durchmischung der Bewohner über alle Lebensphasen hinweg", erläutert Nieburg. Jeweils versetzte Gebäudehälften gruppieren sich um den Erschließungskern mit Treppe und Aufzug. Die innenliegenden Wohnungen sind über diesen Erschließungskern barrierefrei zu erreichen. Durch zwei zusätzliche seitliche Eingänge können Maisonettewohnungen oder gar ein Reihenhaustyp ausgebildet werden. Wird die Etage nicht geteilt, entsteht eine große durchgängige Wohnung. Die außenliegenden Erdgeschosswohnungen haben jeweils einen seitlichen Eingang. Die Flächen reichen von 55 m² für die Single-Wohnung bis zu 145 m² für den Typ Reihenhaus. Eine Erdgeschosseinheit bietet Abstellmöglichkeiten für die Hausgemeinschaft. Auf eine Unterkellerung musste aufgrund der Hochwasserproblematik des Auengrundstücks verzichtet werden.

Errichtet wurden die Gebäude mit dem dämmstoffverfüllten Poroton-Ziegel T8-MW in der Stärke 36,5 cm. Martin Gerhardt, Projektleiter bei Sturm und Wartzeck, entschied sich aus mehreren Gründen für diesen Baustoff. Das Wohnquartier Horasbrücke liegt am Rand der Fuldaer Kernstadt in der Auenlandschaft des Flusses Fulda. Die Tragfähigkeit des Baugrunds reichte aufgrund der moorigen Zusammensetzung für den Geschossbau nicht aus, zur Stabilisierung mussten Schotterstopfsäulen eingesetzt werden. Durch sein vergleichsweise geringes Gewicht eignete sich der T8-MW besser für die Verarbeitung auf dem schwierigen Untergrund als alternative Baustoffe.

Die regionale Verfügbarkeit des Baustoffs Ziegel half, Kosten zu minimieren. "Und wegen des großen Marktanteils in der Region konnten wir eine hohe Verarbeitungsqualität durch lokale Handwerker sicherstellen." Hinzu kamen die Eigenschaften des T8-MW hinsichtlich Hygroskopizität und Langlebigkeit. Dämmstoffverfüllte Ziegel bieten beste raumklimatische Eigenschaften und ermöglichen, monolithisch ohne Außendämmung zu bauen. Aufwendige Erhaltungskosten fallen somit weg. Die Anforderungen an Statik, Wärme-, Brand- und Schallschutz werden selbstverständlich erfüllt. "Außerdem sind Ziegelgebäude langlebig. Mit Standzeiten von über 100 Jahren sind sie eine nachhaltige Wertanlage für Investoren", erläutert Gerhardt.

Nicht nur bei der Gebäudehülle wurde auf langlebige Materialien und Qualität Wert gelegt. Die Verglasungen der Penthäuser sind als Pfosten-Riegel-Fassade mit Holz-Aluelementen ausgeführt. Die Böden der Treppenhäuser, Bäder sowie Küchen sind mit Naturstein belegt, ansonsten wurde geöltes Eichenstabparkett verlegt. Die Versorgung mit Nahwärme übernimmt eine zentrale Pelletheizung im Technikgebäude der Siedlung, flankiert durch Solarthermie auf den Hausdächern für die Warmwasserbereitung. Die Wärmeverteilung in den Wohnungen erfolgt über Fußbodenheizungen. Eine zentrale Lüftungsanlage mit Wärmerückgewinnung unterstützt das gesunde Raumklima und reduziert Lüftungswärmeverluste, indem die Frischluft über die Abwärme der Fortluft vorgewärmt wird.

Neben den sehr günstigen Nettokaltmieten profitieren die Mieter von Dauernutzungsverträgen und lebenslangem Wohnrecht. Direkt vor dem Wohnpark hält der Stadtbus, mit dem die Innenstadt von Fulda mit ihren historischen Gebäuden, kulturellen Einrichtungen und Einkaufsmöglichkeiten schnell zu erreichen ist. Frank Nieburg bilanziert: "Schon als ich das Gelände zum ersten Mal sah, wusste ich: Das ist ein sehr guter Platz zum Wohnen."

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Dieser Artikel erschien in der Ausgabe Allgemeine Bauzeitung 17/2018.

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