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Monolithische Erscheinung

Klinker sorgt für Identität und Lebendigkeit

Fünf Mehrfamilienhäuser entstanden in Rheinfelden auf dem Gelände einer ehemaligen Zahnradfabrik. Helle Klinker mit bündigen Fugen sollen für eine starke Homogenität sorgen, erläutert der Architekt. Die kohlegebrannte Sortierung hat weiß-hellbeige Grundtöne und eine handstrichartige Oberflächenstruktur. Durch das Brennverfahren ist die Oberfläche jedes Ziegels individuell.

Rheinfelden/Schweiz (ABZ). – Die Stadt Rheinfelden im schweizerischen Kanton Aargau wartet mit mittelalterlichem Charme, einer autofreien Altstadt und einem großen Angebot an Cafés, Restaurants und Einkaufsmöglichkeiten auf. Der Rhein lädt zum Flanieren ein. Unweit des Flusses ist nach dem Entwurf von Max Dudler Architekten ein neues Ensemble aus fünf Mehrfamilienhäusern entstanden, welches sich als urbane Insel in die städtische Umgebung nahtlos einfügt.

Die Klinkerfassade des Komplexes knüpft an die historische Bebauung an. Die weiß-hellbeige Objektsortierung Kaiserstraße HS des Nottulner Klinkerwerks Hagemeister schafft zusammen mit der passenden Fugenfarbe ein kräftiges monolithisches Gesamtbild. Die Arealüberbauung mit fünf Mehrfamilienhäusern liegt in fußläufiger Nähe zum Rheinufer und der Rheinfelder Altstadt. Auf dem Gelände einer ehemaligen Zahnradfabrik an der Kaiserstraße schließt das neue Quartier mit 40 Wohneinheiten, begrünten Gassen und einem zentralen Platz an die bestehenden Strukturen der Stadt an und führt diese weiter. Die zur Straße hin ausgerichteten Gewerbeflächen in den Erdgeschossen haben großzügige Öffnungen und runden das Ensemble ab. Der Wohnkomplex befindet sich an der Schnittstelle zwischen dem historischen Stadtkern von Rheinfelden und der daran anschließenden, großmaßstäblichen Umgebungsbebauung.

Das neue Quartier mit 40 Wohneinheiten, begrünten Gassen und einem zentralen Platz knüpft an die bestehenden Strukturen der Stadt an.

"Die Arealüberbauung wurde daher als aufgelöster Block ausformuliert, um zwischen den Maßstäben zu vermitteln", erklärt Projektarchitekt Clemens Wagner vom ausführenden Büro Max Dudler Architekten. Die Häuser würden fast kubisch anmutenden, die Wirkung ihrer Fassade sei subtil plastisch. Das Material Klinker spiele dabei eine entscheidende Rolle. Für die Gestaltung kam der Hagemeister-Stein Kaiserstraße HS im Dünnformat zum Einsatz. Die kohlegebrannte Sortierung weist weiß-hellbeige Grundtöne und eine handstrichartige Oberflächenstruktur auf. Die hellen Klinker erzeugen mit den bündigen Fugen eine starke Homogenität, welche die skulpturale Erscheinung der Gebäude unterstreicht.

"Im Vorfeld wurden die vereinzelt dunkel gebrannten, stärker gesinterten Ziegelsteine aussortiert sowie ein farblich abgestimmter Fugenton ausgewählt. Diese Maßnahmen in Verbindung mit der Ausführung von verzahnten Dilatationsfugen führten dazu, dass die Baukörper ein sehr monolithisches Erscheinungsbild aufweisen", weiß Wagner.

Ein besonderes Brennverfahren verleiht zudem jedem Ziegel eine individuelle Oberflächenbeschaffenheit, sodass eine lebendige Fassade entsteht. Die Architekten haben sich bewusst dafür entschieden, anderen Materialien nicht so viel Raum zu geben, um das Hauptaugenmerk auf den Klinker zu legen. So zeichnet sich die Verwendung von bronzefarbenem Metall und Beton für den Sockel durch Zurückhaltung aus, ergänzt jedoch das ganzheitliche Farbkonzept.

Die Fenster liegen zurückversetzt in schrägen Laibungen, die geschossweise die Seiten wechseln. Dadurch entsteht ein rhythmisierendes Fassadenrelief, das durch die sich im Tagesverlauf wandelnden Schattenwürfe eine besondere Tiefe erhält. Mit den bündigen Fugen unterstreicht das Mauerwerk die homogene, skulpturale Erscheinung des Ensembles. Dieses setzt neue städtebauliche Akzente in Rheinfeldens Westen.

ABZ-Stellenmarkt

Dieser Artikel erschien in der Ausgabe Allgemeine Bauzeitung 17/2020.

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