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München will hoch hinaus

Bavaria Towers prägen Skyline

Zur Aussteifung der Dachkonstruktion wird der geneigte, polygonale Kranz auf den Betonstützen durch Betonverstrebungen miteinander verbunden.

München (ABZ). – Perfekt positioniert bereichert ein Ensemble aus vier Hochhäusern künftig den Osten der bayerischen Landeshauptstadt. Die Bavaria Towers der spanischen Architekten Nieto Sobejano Arquitectos setzen – als eines der wenigen Hochhausprojekte der letzten Jahre – neue Maßstäbe. In der bayerischen Landeshauptstadt nimmt ein ganzes Hochhaus-Ensemble mit Namen Bavaria Towers Gestalt an. An ihrem Standort in Bogenhausen setzen die drei Office-Türme und ein Hotelbau mit einer Höhe von 46 bis 84 m ein repräsentatives, städtebaulich prägnantes Zeichen. Das 380-Mio.-Euro-Projekt ist das erste größere Hochhausprojekt, das in München seit vielen Jahren genehmigt wurde. Dies gelang, weil das Projekt wesentliche Punkte erfüllt, die sich die Stadt zur Auflage beim Hochhausbau gemacht hat. Dazu gehören die angemessene Fernwirkung eines Projekts und seine Nahwirkung innerhalb des Quartiers.

Auch den Einfluss, den es auf den Blick auf verschiedene Sichtachsen und die wichtigsten Stadteinfahrten sowie auf markante Hoch- und Aussichtspunkte im Stadtbild ausübt, gilt es zu berücksichtigen. Aufgrund des städtebaulich bedeutenden Standorts haben der Projektinitiator und Projektentwickler vor dem Baustart zusammen mit dem Investorenpartner Zurich Gruppe und der Von der Heyden Group in Zusammenarbeit mit der Stadtverwaltung ein langjähriges Bauleitplanverfahren sowie einen Architektenwettbewerb durchgeführt. Diesen konnte das in Madrid und Berlin tätige Büro Nieto Sobejano Arquitectos für sich entscheiden. Die international renommierten Architekten entwarfen die vier hohen Türme mit jeweils pentagonaler Grundrissform. Sie sind mit ihrer vergleichsweise überschaubaren Höhenentwicklung zwar keine Skyscraper, setzen aber mit ihrem Erscheinungsbild im Osten der Stadt neue Maßstäbe. Drei der Bürohochhäuser streben hohe DGNB-Zertifizierungen in Silber und Gold an, das Hotel soll nach LEED in Gold zertifiziert werden. Zwar habe er nur Form und Gestalt der Bauten entwickelt, gleichwohl sei er stolz auf das gelungene Ensemble an diesem Ort, so Architekt Sobejano über die Bavaria Towers bei einer Ausstellungseröffnung der Architekturgalerie Aedes in Berlin.


Im Stadtteil Bogenhausen entsteht mit den Bavaria Towers ein neues repräsentatives, städtebauliches Ensemble. Das Projekt besteht aus drei Bürohochhäusern und einem Hotelturm sowie zwei Tiefgaragen.

Das Bauunternehmen Implenia hat im Spezialtiefbau auf dieser Baustelle zu Beginn rd. 2300 m³ Bohrpfahlbeton im Grundwasser eingebaut. Auch der Bau der massiven Bodenplatte erfolgte unter dem Bemessungsgrundwasserstand. Bauingenieur Kaiser ist die Baugrubenumrandung mit überschnittener Bohrpfahlwand und Spundwänden noch präsent, ebenso wie die Betonage der 2,4 m dicken Bodenplatte der beiden Gebäude, die als miteinander verbundene Platten in zehn Bauabschnitten ausgeführt wurde. Insgesamt lieferte Heidelberger Beton für die Bodenplatten des Hochhaus-Ensembles 30 000 m³ Beton, davon 10 000 m³ für Implenia. Dabei galt es, bei diesen massiven Bauteilen die Spannungen im Beton unter Kontrolle zu halten. Aus diesem Grund konzipierte Heidelberger Beton hierfür einen speziellen Massenbeton mit geringer Schwindneigung, der – zur Reduktion der Frischbetontemperatur – z. T. in Nachtbetonagen eingebaut wurde.

Aus einem der Türme im 14. Stock, gut gesichert hinter dem Absturzgitter, lässt sich bei der Baustellenbegehung des Rohbaus von oben die beeindruckende Betonkonstruktion des Neun-Geschossers vis-à-vis betrachten. "Die abgeschrägten Dächer sind der Architektur von Nieto Sobejano Arquitectos geschuldet", meint Simon Kaiser, der sich über die gelungene Betonage des komplexen Dachaufbaus freut.

Die Betonkonstruktion liegt wie ein geneigter, polygonaler Kranz auf den Betonstützen und wird durch Betonverstrebungen, welche zur Aussteifung der Dachkonstruktion dienen, miteinander verbunden. Um dies zu realisieren, setzten die Betonfacharbeiter mit Chronocrete einen beschleunigten Beton von Heidelberger Beton ein, der sehr schnell ansteift und eine hohe Frühfestigkeit aufweist. Der umlaufende Betonkranz wurde als Fahrrinne für die Hängevorrichtung der Körbe für die Fassadenreinigung ausgebildet. Eine verglaste Pfosten-Riegel-Konstruktion im Erdgeschoss und hängende Elementfassaden in den Stockwerken darüber werden abschließend die weich gerundeten Bauten umhüllen.

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Dieser Artikel erschien in der Ausgabe Allgemeine Bauzeitung 45/2018.

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