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Nachhaltiges Bauen erproben

Saarland startet Modellprojekt

Saarbrücken (dpa). – Das Saarland will künftig die Gebäude von Behörden und anderen Landeseinrichtungen nachhaltiger bauen und betreiben. Den Auftakt dazu bildet ein Modellprojekt für ein Gebäude der Hochschule für Technik und Wirtschaft, dessen Baukosten nach ersten Schätzungen bei 25 bis 30 Millionen Euro liegen sollen. Der Staatssekretär im Bauministerium, Christian Seel (CDU), kündigte am Dienstag an, dass das Bewertungssystem des Bundes für nachhaltiges Bauen (BNB) erprobt werden soll. Dabei stünden nicht nur Fragen des Klimaschutzes im Mittelpunkt, sondern auch ökonomische, technische und funktionale Aspekte. "Es geht darum, ein Gebäude ganzheitlich zu betrachten und Konzepte zu finden für den jeweiligen Standort, für das jeweilige Gebäude und für die jeweilige Nutzung, die optimal sind", sagte der zuständige Abteilungsleiter Daniel Kempf.

Der weitaus größte Kostenanteil ergebe sich nicht durch einen Bau selbst, sondern durch den späteren Betrieb über Jahrzehnte. So entstünden 80 bis 85 Prozent der Kosten durch Heizung, Wasserverbrauch, Reinigung und Bauunterhaltung. Wenn man es schaffe, durch entsprechende Qualitäten und Standards diese Langfristkosten zu senken, dann sei der Bau in der ersten Phase vielleicht teurer, aber in langer Sicht leiste man dadurch auch einen Beitrag zur Haushaltskonsolidierung und zur Ressourcenschonung. Der Wissenschaftscampus ist laut Seel "eine gut geeignete Location", um diesen Ansatz umzusetzen. Spätestens Anfang nächsten Jahres soll ein Architektenwettbewerb starten, mit einer Umsetzung des Projektes sei ab 2025 zu rechnen. Der Staatssekretär zeigte sich optimistisch, dass dieses Projekt für nachhaltiges Bauen "keine Eintagsfliege ist, sondern dass es in zukünftige Erwägungen der Bauverwaltung fest aufgenommen wird".

Dieser Artikel erschien in der Ausgabe Allgemeine Bauzeitung 41/2021.

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