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Nachhaltigkeit

Dämmung mit Mineralwolle spart Energie

Berlin (ABZ). – Der Immobilienbestand verursacht fast ein Drittel der jährlichen CO2-Emissionen und verbraucht etwa 40 % Energie. Die energetische Modernisierung des Gebäudebestands (einschließlich deren effektiver Dämmung, damit diese zukünftig mit erneuerbaren Energien beheizt und gekühlt werden können) gehört daher nach Meinung des Fachverbandes Mineralwolleindustrie e. V. (FMI) zu den drängendsten Aufgaben (nicht nur) in Deutschland. "Aktiver Umwelt- und Klimaschutz sind bei der Planung, Realisierung, aber auch der Modernisierung von Gebäuden nicht mehr wegzudenken, denn: Für die kommenden Generationen müssen jetzt schnelle und wirksame Lösungen insbesondere im Immobilienbestand gefunden werden, um die Erderwärmung einzudämmen", sagt Dr. Thomas Tenzler, Geschäftsführer des FMI.

Die energetischen Vorgaben und Ziele an Bauten aller Art würden anspruchsvoller. Was und wie im Neubau und Bestand energetisch umgesetzt werden müsse, definiere zzt. die Energieeinsparverordnung (EnEV). Aktuell werde deren Weiterentwicklung durch die Verschmelzung mit dem Gesetz für erneuerbare Energien im Wärmebereich (EEWärmeG) zum neuen Gebäudeenergiegesetz (GEG) in Berlin verhandelt. Nach EnEV ist bei zu sanierenden Gebäuden zu beachten: Werden mehr als 10 % der Fläche eines Bauteils saniert (das betrifft z. B. die Fassade oder das Dach), muss ein in der aktuellen EnEV festgelegter Energiestandard erfüllt werden. Und: Ein bisher ungedämmtes Mauerwerk muss gedämmt werden, wenn der Hausbesitzer etwa den Putz an der Fassade erneuert.

Abgesehen davon, wie wenig oder viel Energie die in den Gebäuden verbauten Aggregate verbrauchen, gebe es eine energetische Kennziffer, die für alle Bauteile der Gebäudehülle am aussagekräftigsten sei, so der FMI. Dies sei der Wärmedurchgangskoeffizient, auch U-Wert genannt. Er beziffere, wie viel Energie, d. h. Wärme, pro m² über die Außenwände und Dächer von beheizten Gebäuden an die Umwelt abgegeben werde. Je niedriger der U-Wert, desto wärmetechnisch effizienter sei das Bauteil oder Haus.

Die Wärmedämmung von Gebäuden sei die einfachste, effektivste und – bezogen auf die lange Lebenszeit von Bauwerken – preisgünstigste Variante, Energie und Kosten einzusparen, so der FMI. Denn mit jeder Dämmmaßnahme sinke der U-Wert weiter. Neben dem Dach sei die Dämmung der Außenwand die wirkungsvollste Maßnahme zur Einsparung von Heizenergie, so der FMI. Bis zu 25 % Energieverlust entstünden durch eine ungedämmte Fassade. Durch eine gute Dämmung von außen würden Heizkosten sinken und die Behaglichkeit steigen. Zudem sei die Dämmung der Fassade eine nachhaltige Maßnahme zur Wertsteigerung einer Immobilie.

Es gebe drei wesentliche Alternativen für die Dämmung der Außenwand: Wärmedämmverbundsystem (WDVS), vorgehängte hinterlüftete Fassade und Kerndämmung eines zweischaligen Mauerwerks. Das Wärmedämmverbundsystem (WDVS) sei die in Deutschland am meisten verbreitete Art der nachträglichen Fassadendämmung bei Putz- und Mauerwerksfassaden, z. B. von Wohngebäuden. Sie werde direkt auf die alte Putzfassade aufgebracht, dann werde neu verputzt, gespachtelt und gestrichen. Durch diese Methode würden schnell sehr gute Dämmwerte erzielt.

Seien Fassaden mit Schiefer, Metall, Keramik oder Glas bedeckt, komme in der Regel ein hinterlüftetes System zur Anwendung. Die vorgehängte hinterlüftete Fassade bedeute, dass die Dämmung und eine Unterkonstruktion (heute meistens aus Metall) auf die bestehende Fassade angebracht werden. Zwischen der Dämmung und der Außenbekleidung, z. B. aus Schiefer, werde mit Hilfe der Unterkonstruktion ein mehrere Zentimeter breiter Abstand gehalten, sodass die Luft dazwischen zirkulieren könne.

Die Kerndämmung eines zweischaligen Mauerwerks komme v. a. bei Alt- und Klinkerbauten zum Einsatz. Bei einem Neubau werde der Spalt zwischen den Mauerwerksschalen vollständig mit Dämmplatten ausgekleidet, bei einem Bestandsbau könne die Dämmung eingeblasen werden.

Über den Grad der Nachhaltigkeit von Gebäuden entscheide zum einen, was hinsichtlich der Bausubstanz technisch möglich und ökonomisch sinnvoll sei, zum anderen aber auch die Gründlichkeit, mit der Bauherren und Fachfirmen die energetischen Ziele umsetzen. Dies betreffe auch die Auswahl der Baumaterialien z. B. bei der Wärmedämmung. "Mineralwolle – Glaswolle oder Steinwolle – eignet sich hervorragend für die Fassadendämmung, denn sie ist ein flexibler Dämmstoff und passt sich somit der Oberfläche der Außenwand lückenlos an. Das heißt, im Winter bleibt die Kälte bzw. die Wärme im Sommer draußen. Das verbessert nicht nur die Behaglichkeit im Gebäude, sondern spart auch Jahr für Jahr ordentlich Heizkosten und CO2 ein", sagt dazu Dr. Thomas Tenzler. Neubauten und modernisierte Gebäude müssten in Zeiten des Klimawandels besonders hohen energetischen Anforderungen gerecht werden. Entsprechend selektiv und fundiert müssten auch die darin verbauten Baumaterialien ausgewählt werden. Das Dämmmaterial spiele dabei eine wesentliche Rolle, denn es habe mitunter den größten Einfluss auf die Verringerung des U-Werts eines Bauteils und damit auf die Einsparung von Energie.

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Dieser Artikel erschien in der Ausgabe Allgemeine Bauzeitung 27/2019.

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