Natürlicher Baustoff

Holzkonstruktion ist mehrere Geschosse hoch

Die sichtbaren Holz-Decken verleihen den Räumen eine besondere Atmosphäre.

Overath (ABZ). – Neue Technik und Konstruktionen machen Holz zum idealen Kandidaten für die vielfältigen Anforderungen im mehrgeschossigen Bauen. Mit einem nachhaltigen Baukonzept und der Ausrichtung auf eine zukunftsfähige soziale Wohnstruktur für viele Altersklassen realisierte Holzhausbau Hamacher in Overath bei Köln ein fortschrittliches mehrgeschossiges Gebäude in Holzrahmenbauweise. Die Experten sind Mitglied in der seit nun 30 Jahren deutschlandweit aktiven Gruppe ZimmerMeisterHaus. Auf einer Grundstücksfläche von 1300 m² mit einer Netto-Geschossfläche von insgesamt 1030 m² verwirklichte man binnen kurzer Bauzeit Generationengerechtes und Zukunftsfähiges in Holzrahmenbauweise mit acht Eigentumswohnungen plus einem flexiblen Appartement – bspw. für einen Pfleger.

"Wir schaffen neuen Wohnraum – mit dem Fokus auf nachhaltiges Wirtschaften und ausgelegt auf die Generation der geburtenstarken Jahrgänge", sagt Projektleiter Ulrich Hamacher, der sich als beteiligter Bauherr besonders auf diesen Aspekt konzentriert. "Aktuelle Zahlen und Untersuchungen haben gezeigt, dass in den kommenden Jahren der Bedarf an Unterstützung und Pflege stark steigen wird." betont er. "Wir orientieren unsere Baukonzepte im Hinblick auf diese Zahlen neu."

Das Mehrfamilienhaus mit Wohnungen zwischen 80 und 120 m² Größe und einem 40 m² –Appartement wurde barrierearm erstellt, es gibt einen Fahrstuhl und extra breite Innentüren für die Aufenthaltsräume. Nicht nur ältere Personen interessieren sich für barrierefreien oder barrierearmen Wohnraum. "Wir stellen fest, dass auch Familien mit Kindern, die mit Buggys und größeren Spielgegenständen hantieren, das Konzept dankbar aufnehmen" sagt Hamacher. Die beauftragte Architektin Christina Jonas aus Much sieht ebenfalls viel Potenzial in dieser Ausrichtung. "Auf die Änderung der Altersstruktur wird leider noch viel zu wenig reagiert", sagt sie. "Dabei lässt sich Wohnraum gut an die neuen Anforderungen anpassen."

Die Experten erstellten das Gebäude "diffusionsoffen", das heißt, dass Bauteile zwar grundsätzlich luftdicht, aber nicht dampfdicht sind. Die Holzbauexperten haben schon viele Wohnhäuser aus Holz entworfen, bislang jedoch nur für 1 bis 4 Wohneinheiten. "Wir sind überzeugt, dass der Holzbau über mehrere Geschosse generell eine große Zukunft hat", sagt Hamacher.

Das dreigeschossige Bauwerk wurde in KFW 70 Standard errichtet und besteht aus Holzelementen für Boden-, Wand und Decken. Markantes Merkmal des Gebäudes ist die hochwärmegedämmte Gebäudehülle aus heimischen Hölzern wie Fichte und Tanne. Der Hauskern – das Treppenhaus – besteht aus brandschutztechnischen Gründen aus Stahlbeton. Für die raumbildenden Bauteile haben die verantwortlichen Experten sehr effiziente und ökologische Materialien wie Zellulose-Dämmung als Wärmeschutz verwendet. Die Dämmschicht kam im Dach und in den Wänden zum Einsatz, in den Decken wurde diese ergänzt durch Mineralfaserplatten mit WLG 032. Die Decken selbst wurden in Holz-Beton-Verbundweise hergestellt, was einen besonders hohen Schall- und Brandschutz garantiert. Das Gebäude erhielt eine Putzfassade aus Silikonharz. Moderne Energiespar-Fenster mit 3-facher Wärmeschutzverglasung runden das Bild ab.

Der Mehrgeschosser entsteht.

Bei der angewendeten nachhaltigen Holzbauweise werden die vorproduzierten Außenwände mit einer Stärke von ca. 36 cm fertig an die Baustelle geliefert. Die Bauelemente enthalten bereits eine Installationsebene für Leitungssysteme, die zukünftig nötig sind. Dabei ist für zukünftige Anforderungen noch vieles offen, denn die elementierte Holzsystembauweise ermöglicht zukünftig veränderbare Räume und Raumnutzungen innerhalb der jeweiligen Wohneinheiten. Die Innenwände können nach neuen Vorstellungen umgebaut werden. Die Statik wurde hierfür so konzipiert, dass aktuelle und zukünftige Lasten über Stahlträger und Stützen abgeleitet werden. Somit wird langfristig die größte Flexibilität ermöglicht.

Die energetische Versorgung des Gebäudes erfolgt mittels wirtschaftlicher Nutzung von Erdwärme. Das Gebäude kann mit durchschnittlich 33 kWh/m²a einen äußerst niedrigen Energieverbrauch erreichen. Dies ist auf den hohen Dämmstandard und den Einsatz der effizienten Wärmerückgewinnung bei den Komfortlüftungen zurückzuführen. Das KfW-Effizienzhaus 70 hat einen Jahresprimärenergiebedarf von nur 70 % eines vergleichbaren Neubaus nach EnEV. Energetisches Bauen wird von der KfW gefördert.

"Mit den ausgefeilten Brandschutz-Konzepten sind mehrgeschossige Holzbauten extrem sicher. Die wichtigsten Punkte sind dabei die Fluchtwege und Zugänge, denn die Bauweise selbst ist äußerst feuerresistent", erklärt Ulrich Hamacher. Mit Holz zu arbeiten ist ohnehin etwas Besonderes." fügt er hinzu. "Wenn wir hier für viele Menschen eine zukunftsfähige Wohnform schaffen können – und das mit einem so flexiblen und langlebigen Baumaterial – sind wir am Puls der Zeit und auf die nachhaltige und energiesparende Bauweise besonders stolz", betont er.

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