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Netzwerk auf Fachmesse Composites Europe

Potenzial von Basaltfaser präsentiert

Baustoffe, Veranstaltungen

In der Norafin Industries GmbH, Mildenau, laufen Versuche zur Herstellung von Basaltfaservliesen.

STUTTGART (ABZ). - Dass der Rohstoff Basalt auch für die Verbundwerkstoff-Industrie zahlreiche technologische Möglichkeiten bietet, demonstriert das BasaltFaserNetzwerk auf der Fachmesse Composites Europe, die vom 22. bis 24. September in Stuttgart stattfindet. An einem Gemeinschaftsstand klären 28 Unternehmen und Forschungseinrichtungen aus Deutschland über das Potenzial der Basaltfaser auf. Ein besonderes Augenmerk des Netzwerkes liegt dabei auf der Entwicklung textiltechnologischer Prozesse sowie auf der Erforschung von Verbundwerkstoffen und Halbzeugen.

An insgesamt 38 Forschungs- und Entwicklungsprojekten beteiligt sich das BasaltFaserNetzwerk aktuell. Zu dem Netzwerk gehören unter anderem Roving-Hersteller, Spinnereien, Vliesstoffproduzenten und Hersteller von Halbzeugen für das Bauwesen oder für den Maschinen- und Anlagenbau.

Gemeinsam werden sie den Besuchern Fachmesse den aktuellen Entwicklungsstand sowie zukünftige Einsatzmöglichkeiten der Basaltfaser vorstellen. "Basalt hat eine ganze Menge spezifische Eigenschaften, die auch für den Composites-Markt zukunftsbringend sind", erklärt Torsten Bäz vom Forum Technologie & Wirtschaft e. V. "Z. B. sind Basaltfasern besonders biegestabil, wodurch Bauteile eine hohe Querfestigkeit erhalten. Dadurch können etwa 3D-Formen-Bauteile leichter hergestellt werden, denn die textilen Halbzeuge lassen sich durch die Basaltfasern besser drapieren. Da sie keinen Strom leiten, lassen sich die Fasern außerdem in vielen Fällen wesentlich einfacher in automatisierten Verarbeitungsprozessen verarbeiten. Natürlich ist Basalt keine Alternative zu Carbon und Glas, aber es ist eine sinnvolle Ergänzung, denn es hat Eigenschaften, die andere Verbundwerkstoffe nicht haben."

Am Gemeinschaftsstand des Netzwerkes zeigt u. a. die CG TEC GmbH eine Neuentwicklung für die Bauindustrie. "Der von uns entwickelte basaltfaserverstärkte, profilierte Bewehrungsstab zeichnet sich durch sehr hohe Korrosionsbeständigkeit bei überragender Zugfestigkeit aus", so Vertriebsassistentin Kerstin Zetterer.

Normalerweise müssten große Mengen an Bewährungsstahl bei der Herstellung von Betonbauteilen eingebracht werden, um deren geringere Zugfestigkeit zu kompensieren. Um eine Korrosion des Stahls zu verhindern, müsse zudem eine hohe Mindestüberdeckung mit Beton gewährleistet werden, um ein langlebiges Bauteil zu fertigen. Hierfür biete der BFK-Rebar eine Alternative. "Der in einem Prozessschritt hergestellte profilierte Stab wird auf vollautomatisierten Anlagen in einem neu entwickelten Verfahren in unserem Werk produziert." Dadurch sei eine dem Anwendungsfall entsprechende Dimensionierung der Stangen möglich, um die gesamte Bandbreite der Anforderungen an Bewehrungssysteme abdecken zu können.

Rund 450 Aussteller aus 30 Nationen zeigen auf dem Stuttgarter Messegelände Innovationen der Verbundwerkstoff-Industrie u. a. für die Luft- und Raumfahrt, die Windenergie-Wirtschaft und den Bausektor. Im Mittelpunkt steht die Automatisierung der großserientauglichen Fertigungsprozesse von Composites-Bauteilen. 11 000 Entscheider aus der Leichtbauindustrie werden zur 10. Auflage erwartet. Organisiert wird die Composites Europe vom Messeveranstalter Reed Exhibitions in Kooperation mit dem europäischen Branchenverband EuCIA, der AVK, dem VDMA Forum Composite Technology und der internationalen Fachzeitschrift Reinforced Plastics.

Den Auftakt zur Fachmesse bildet der "1st International Composites Congress (ICC)", der vom 21. bis 22. September im Internationalen Congresscenter Stuttgart stattfindet. Die Tagung bringt Composites-Experten aus Europa zusammen und dokumentiert die Innovationen auf dem Gebiet derfaserverstärkten Kunststoffe. Veranstaltet wird der Kongress von der Wirtschaftsvereinigung Composites Germany. Weitere Infos unter www.composites-europe.com.

Dieser Artikel erschien in der Ausgabe Allgemeine Bauzeitung 32/2015.

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