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Neu in Szene gesetzt

Bunker wird pyramidenartig aufgestockt

Die spitzenlose Konstruktion der Obendreher ermöglicht Ausleger-Abstände von rund 10 m zueinander und damit ein niedriges und effizientes Krankonzept.

Hamburg (ABZ). – Im sonst so bunten Straßenbild des Hamburger Stadtteils St. Pauli sitzt ein imposanter grauer Koloss. Der 1942 gebaute Flakbunker am Heiligengeistfeld diente im Zweiten Weltkrieg zunächst der Flugabwehr und bot Zehntausenden Hamburgern Schutz vor Luftangriffen.

Heute ist der denkmalgeschützte Bunker St. Pauli Heimat einer Vielzahl junger Unternehmen aus Kultur und Medien und ein lebendiger Teil der Kreativszene im Viertel. Im Rahmen eines landschaftsarchitektonischen Pionierprojekts wird der Bunker nun um fünf pyramidenartige Geschosse aufgestockt. Highlight des Aufbaus wird ein öffentlicher Dachgarten mit Panoramablick über die Hansestadt sein. Zusätzlich erhält der Bunker einen Gedenk- und Informationsort für die Opfer des NS-Regimes, Kultur- und Ausstellungsflächen sowie ein Hotel. Seit rund einem Jahr laufen die Arbeiten bei denen vier Wolff-Krane den grauen Riesen im Auftrag der Ingenieurbau Georg Bähr GmbH neu in Szene setzen.

Dreimal im Jahr findet auf dem Heiligengeistfeld in direkter Nachbarschaft des Bunkers St. Pauli der Hamburger Dom statt. Das größte Volksfest Norddeutschlands war für das Planungsteam rund um die Kranarbeiten am Bunker gleich zu Beginn auch eine der größten Herausforderungen. "Während des Festbetriebs konnten wir die Krane aus Platzgründen nicht montieren. Bei zwölf Wochen Kirmes im Jahr war es gar nicht so einfach, die Zeitfenster für die Montagen mit der Stadt und dem Bauunternehmen zu koordinieren", schildert Carsten Druske, Leiter Miete Deutschland und Niederlassungsleiter Wolffkran Dortmund.

Die beiden ersten Krane, zwei spitzenlose Wolff 6031.8 clear, wurden im Sommer 2019 innerhalb von vier Tagen mithilfe eines 500-Tonnen-Autokrans mit Wippe montiert. Beide Krane wurden vom selben Autokranstellplatz aus aufgebaut, da es aufgrund der räumlichen Enge im belebten Stadtteil St. Pauli schwierig war, einen Platz für den ausladenden Autokran zu finden. Der dritte Wolff 6031.8 clear nahm im Herbst seinen Platz am Bunker ein, der vierte, ein 6020.8 clear, im Januar dieses Jahres. Alle vier Krane wurden freistehend auf ihre Endhakenhöhen von 88,4 m, 78 m, 70,2 m und 59 m montiert. Notwendig sind die großen Turmhöhen, da die Baustelle in rund 30 m Höhe auf dem Dach des Bunkers liegt. Eine Abspannung am Bunker war aufgrund von Denkmalschutzauflagen und der Gebäudestatik nicht möglich. Die Wolff-Krane stehen deshalb auf Kreuzrahmen mit jeweils 200 t Zentralbalast. "So können die großen Höhen freistehend realisiert und die gesamte Baustelle mit vier Kranen abgedeckt werden", erläutert Carsten Druske.

Aufgrund der spitzenlosen Konstruktion der Krane können die Wölffe sehr dicht übereinander schwenken und das Krankonzept kann insgesamt möglichst niedrig gehalten werden. "Die einzelnen Ausleger haben gerade einmal einen Abstand von rund 10 Metern zueinander, was Montagezeit und Kosten spart", so Druske.

"Die geringen Platzverhältnisse im Baustellenumfeld sind angesichts der riesigen Mengen an Schalungen, Fertigteilen, Material und Verbrauchsstoffen auch während der Bauphase ein Knackpunkt", berichtet Bauleiter Falko Stephan von der Ingenieurbau George Bähr GmbH über die Komplexität des Projekts. Zudem sei es eine logistische und sicherheitstechnische Herausforderung, dass der komplette bestehende Bunker während der Bauarbeiten vermietet und frequentiert ist.

"Doch die Zusammenarbeit mit Wolffkran ist sowohl in der laufenden Bauphase als auch schon bei der vorausgehenden Planung, Dimensionierung der Kranlasten und des Kranaufbaus lösungsorientiert und reibungslos", sagt Falko Stephan. "Mit Herrn Druske von Wolffkran haben wir einen Partner, der jeden Projektschritt persönlich begleitet und für alle Hürden eine kreative Lösung findet." Das, gepaart mit einem Komplettpaket aus einem überzeugenden Krankonzept und Servicedienstleistungen aus einer Hand zu einem hervorragenden Preis-Leistungsverhältnis, machte es dem Dresdner Bauunternehmen leicht, sich für den Heilbronner Kranhersteller zu entscheiden, bestätigt Falko Stephan.

Wenn 2021 die Bauarbeiten an der fünfgeschossigen Aufstockung des Bunkers St. Pauli abgeschlossen sind, werden hoch über den Dächern der Stadt rund 4700 meist immergrüne Bäume, Gehölze, Hecken, Großsträucher, Büsche und Kletterpflanzen gepflanzt. Dann besitzen die Hamburger eine spektakuläre öffentliche Naturoase in Sichtweite zu "Elphi" und "Michel" – und ein weiteres imposantes Wahrzeichen.

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