Neubau

Kombination ermöglicht Fortschritt

Größeres Verkehrsaufkommen: Derzeit errichtet die Arlt Bauunternehmen GmbH, Frankenhain, an der B 27 bei Hammelburg eine 173 m lange Brücke. Sie dient als Ersatz für eine Spannbetonbrücke, die 1955 errichtet wurde und heute dem täglichen Verkehrsaufkommen von 8500 Kraftfahrzeugen nur schwer standhält. 

Hammelburg (ABZ). – Derzeit errichtet die Arlt Bauunternehmen GmbH, Frankenhain, an der B 27 bei Hammelburg eine 173 m lange Brücke. Sie dient als Ersatz für eine Spannbetonbrücke, die 1955 errichtet wurde und heute dem täglichen Verkehrsaufkommen von 8500 Kraftfahrzeugen nur schwer standhält. Zusätzlich soll ein neuer Geh- und Radweg die Verkehrssicherheit für Fußgänger und Radfahrer verbessern. Das neue Ingenieurbauwerk führt über die Fränkische Saale und erhöht den Hochwasserschutz, da es eine größere Durchflussöffnung hat als die bisherige Brücke. Das Erscheinungsbild des neuen Bauwerks orientiert sich am Aussehen der Bestandbaus.

Dies erzielen die Verantwortlichen, indem sie eine Strukturmatrize von Noe-Schaltechnik, Süssen, verwenden. Um das Objekt innerhalb des knappen Zeitplanes errichten zu können, nutzte das ausführende Bauunternehmen Arlt einen besonderen Noe-Service: Die Strukturmatrize wurde auf der NoeRatio Trägerschalung vormontiert und alles einsatzfertig auf die Baustelle geliefert.

Die neue Brücke wird in einem Abstand von 4 m nördlich der bestehenden errichtet. Diese bleibt während der gesamten Bauzeit erhalten, was den Vorteil hat, dass der Verkehr weitestgehend ungehindert fließen kann. Das neue Objekt wird als zweistegiger Spannbetonplattenbalken gebaut und besitzt sieben Felder. Das Bauunternehmen erstellte die Gründung mit Hilfe von Bohrpfählen, die einen Ø von 1,50 m haben. 

Die neue Saalebrücke bei Hammelburg entsteht wenige Meter neben der alten Saalebrücke.

Damit die neue Brücke nicht nur verkehrstechnisch eine Verbesserung, sondern auch optisch ansprechend ist, entschieden sich die Verantwortlichen dafür, ihre Pfeiler ab einer Höhe von 2,13 m mit Hilfe von Strukturmatrizen zu gestalten. Damit wurde kostengünstig der Wunsch des Gemeinderates nach einer Natursteinverblendung erfüllt. Gewählt wurde das Motiv "Kufstein" von Noe-Schaltechnik, da dieses Design der Natursteinverblendung der alten Brücke sehr nahe kam. Es bildet die Oberflächenbeschaffenheit von steinmetzmäßig bearbeiteten Natursteinquadern wieder, die im Läuferverband gemauert ab. 

Der Aufbau der Strukturmatrize ist so gewählt, dass sie in Länge wie Höhe beliebig ergänzt werden kann. Spätestens, wenn das Bauwerk etwas "Patina" angesetzt hat, wird es nur noch für den Fachmann ersichtlich sein, dass es sich bei der "Natursteinverblendung" um eine strukturierte Betonoberfläche und nicht um eine echte Natursteinverblendung handelt. Der Aufbau der Strukturmatrize ist gewählt, dass sie in Länge wie Höhe beliebig ergänzt werden kann.

Der Hersteller vertreibt Strukturmatrizen unter dem Markennamen NoePlast und bietet sie in ca. 100 Standarddesigns an. Darüber hinaus realisiert Noe-Schaltechnik individuelle Motivwünsche. Alle Strukturmatrizen haben unterschiedliche Größen und Dicken. Eine besondere Maßhaltigkeit wird durch ein rückseitiges Glasfasergewebe erreicht. Die Strukturmatrizen lassen sich – je nach Materialausführung – bis zu 100-mal wiederverwenden.

Mit der Noeplast Mauerwerk-Strukturmatrize "Kufstein" wurden die Betonoberflächen so gestaltet, dass sie das Aussehen einer Natursteinverblendung haben. Damit konnte das Bauunternehmen Arlt kostengünstig eine Vorgabe des Bauherren erfüllen.

Um die gewünschte Textur im Beton zu erreichen, muss die Strukturmatrize auf der Schalung befestigt sein. Beim horizontalen Betonieren – wie es im Fertigteilwerk üblich ist – genügt es, die Matrize in die Schalung zu legen. Bei vertikalem Einsatz – z. B. auf der Baustelle – muss sie direkt mit der Schalung oder einer Trägerplatte verklebt sein. Die Trägerplatte wird anschließend auf die Schalung montiert. Sobald sichergestellt ist, dass die Matrize nicht verrutschen kann, kann nach dem Auftragen eines speziellen Trennmittels betoniert werden. Nachdem der Beton ausgehärtet ist, wird ausgeschalt und das Ergebnis sichtbar.

Die Pfeilerschalung setzte sich aus NoeRatio-Elementen zusammen. Diese Trägerschalung mit vorgefertigten Schalelementen wurde speziell für den Ingenieur- und Systembau konzipiert. Sie besteht im Wesentlichen aus H 20-Holzträgern und Stahlprofilen für die Gurtungen. Dank des 25-cm-Breitenrasters und dem umfangreichen Zubehör ist sie äußerst flexibel einsetzbar. Durch die Verschraubung der H 20-Belagträger mit der Gurtung erweist sich die Schalung als extrem stabil und verwindungssteif. Die Gurtungslagen befinden sich bei allen Grundelementen bis 6000 mm Elementhöhe auf einem Niveau von 400 + 1250 + 1250 + 1250 mm. Dadurch wird die Kombination von verschiedenen Elementhöhen bis 6000 mm Höhe problemlos möglich. Je nach gewähltem Ankerabstand hält eine Schalung, die mit der NoeRatio erstellt wurde, einem maximalen Betondruck von 50 bis 60 kN/m² stand.

Um bei der Saalebrücke einen zügigen und reibungslosen Bauablauf zu gewährleisten, unterstützten die Noe-Techniker der Noe Niederlassung Cottbus das ausführende Unternehmen durch eine detaillierte Einsatzplanung sowie die komplette Matrizen- bzw. Ansichtsplanung für Pfeiler und Widerlager. Noe Cottbus übernahm auch die Montage der Strukturmatrizen auf der Schalung. Sofort einsatzbereit wurde alles auf die Baustelle nach Hammelburg geliefert. So konnte das Bauunternehmen Arlt Geld und vor allem Arbeitsstunden sparen. Was bei dem knappen Zeitplan wichtig war – denn um die sechs Pfeilerscheiben der Brücke zu errichten, hatten die Bauarbeiter lediglich sechs Wochen Zeit.

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