Neubau mit Gima-Klinkerriemchen umgesetzt

Von der Seifen- zur Denkfabrik

München (ABZ). – Im Münchner Norden planten GSP Architekten am Standort einer alten Siederei den Neubau eines modernen Bürogebäudes. Die Neue Siederei an der Taunusstraße greift den historischen Bezug nicht nur im Namen auf. Digitale Arbeitswelten, hoher technischer Standard und Nachhaltigkeitsaspekte verbinden sich hier mit dem gestalterischen Ausdruck vergangener Industriearchitektur heißt es seitens der Verantwortlichen. Der Bezug stelle sich vor allem über die symmetrische Lochfassade mit großzügigen Sprossenfenstern her, die von vertikal verlegten Gima-Klinkerriemchen gerahmt werden.
Gima Klinkerbau Klinker
Die Atrien oberhalb des Erdgeschosses bilden erschließbare Innenhöfe, in denen Gima-Pflasterklinker Teile der Farbkomposition an der Fassade wieder aufgreifen. Foto: Alexander Bernhard

"Klinker war von Anfang an als nachhaltiges Material gesetzt, auch um dem vormals industriellen Gebietscharakter seine Reverenz zu erweisen", erklärt der projektleitende Architekt Igor Cerwinski von GSP Architekten aus München. Der sechsstöckige Büroneubau entstand auf dem Firmengelände des Familienunternehmens Dr. Schnell. Wo früher aus Fetten, Ölen und Soda Seifenprodukte hergestellt wurden, ist nun Raum für kreative Schöpfung, Digitallösungen oder Medieninhalte geboten.

Der Neubau umfasst 24.000 m² vermietbare Bürofläche, ein Labor, circa 800 m² Archivfläche sowie rund 250 Pkw-Stellplätze. Darüber hinaus stehen Fahrradstellplätze samt Umkleiden und Duschen zur Verfügung. Eine repräsentative Lobby, ein öffentliches Gastronomieangebot im Erdgeschoss, Loggien, gemeinsam nutzbare Außenanlagen und eine großzügige Dachterrasse mit Cafébar und Ausblick über die Münchner Stadtsilhouette bis zu den Alpen sorgen für eine hohe Aufenthaltsqualität. Das Bürogebäude stellt den angemieteten Unternehmen flexible Grundrisse für Einzel- und Großraumbüros als individuell bespielbare Mieteinheiten ab 400 m² zur Verfügung. Die Arbeitsplätze werden über zwei Hauptfoyers erschlossen und gruppieren sich oberhalb des teilweise befahrbaren Erdgeschosses um drei Atriumhöfe. Vernetzte Haustechnik und ein energiesparender Gebäudebetrieb tragen laut den Verantwortlichen zu einem umfassenden Nachhaltigkeitskonzept bei. Die angestrebte Einstufung als KfW-Effizienzhaus 55 sowie einer LEED-Gold-Zertifizierung legen dem Büroneubau hohe Standards in Planung und Ausführung zugrunde.

Das traditionelle Fassadenmaterial Klinkerriemchen unterstreicht den industriellen Charakter sowie gleichzeitig den Anspruch an eine langlebige und wertbeständige Architektur, so die Architekten. Für die Umsetzung fiel die Wahl auf die Gima Girnghuber GmbH.

Deren Riemchenproduktion erfolgt ungleich marktüblicher Fertigungstechniken in Form echter Klinkersteine, die dann zu Riemchen gespalten werden. Dadurch bleiben die authentische Optik und Haptik sowie die Qualität ganzer Klinkersteine gewahrt, anstatt diese lediglich als serielle Reproduktionen zu imitieren, erläutert der Hersteller. Für das Projekt an der Taunusstraße fertigte Gima Klinkerriemchen im Sonderformat 52 x 15 x 386 mm sowie elf verschiedene Winkelformsteine.

Die Winkelsteine sind ebenfalls in einem Stück produziert und nicht nachträglich geschnitten und geklebt. Darüber hinaus hat Gima ungefähr 500 m² Pflasterklinker im Format 200 x 200 x 71 mm für die Gestaltung der Innenhöfe beigetragen.

Projektspezifische, individuelle Fertigung sowie ein hoher Nachhaltigkeitsanspruch gehören laut eigener Aussage zur Arbeitsweise von Gima. So floss etwa der gesamte Spaltabfall als Rohstoff wieder der Produktion zu, um eine ressourcensparende Fertigung sicherzustellen. Für die individuelle Optik erhielten die rotscherbigen Klinker speziell auf die Tonmasse abgestimmte Antikengoben. Das sogenannte Einbrandverfahren, bei dem die Engobe noch vor dem Brand auf den Scherben aufgebracht wird, stellt Gima zufolge eine optimale Haltbarkeit der Tonmineralmasse und der Farben sicher. Für einen hohen Widerstand gegen Witterungs- und Umwelteinflüsse ist zudem das spezielle Kohle-Salzbrandverfahren verantwortlich, mit dem die Klinkerriemchen wie auch die Pflastersteine gefertigt wurden.

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