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Neue Atlas Maschinen

Mit Tempo diversifiziert und wieder rentabel

von Ebba Stoffregen
weycor, Bagger und Lader, Bauwirtschaft, Unternehmen, Unternehmenszahlen

Fil Filipov (l.), Inhaber der Atlas Maschinen GmbH, und Brahim Stitou, seit Februar 2014 Geschäftsführer von Atlas Maschinen, führten die Fachpressevertreter gut gelaunt durch das Werk in Ganderkesee.

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GANDERKESEE. - Gute Nachrichten aus Ganderkesee: Auf einer Pressekonferenz verkündeten Fil Filipov, Inhaber der Atlas Maschinen GmbH und Brahim Stitou, seit Februar letzten Jahres Geschäftsführer von Atlas Maschinen, dass das Unternehmen wieder rentabel ist.

Mit einem Umsatz von voraussichtlich ca. 175 Mio. Euro sei insbesondere 2014 ein gutes Jahr. Seit Filipov 2010 die defizitären Atlas-Werke an den Standorten Ganderkesee, Delmenhorst und Vechta von Terex kaufte, schraubt der Investor an der Entwicklung der traditionsreichen Marke.

Mit harter Hand und heftig umstritten legte sich der als Hardliner bekannte Sanierer mit dem Betriebsrat und der IG Metall an, reduzierte die Belegschaft um mehr als 300 Mitarbeiter (2010: 744; 2014: 416), verdoppelte damit nahezu den Umsatz pro Mitarbeiter und stellte – bis hin zum Streik – eine Schließung des Standorts Delmenhorst in Aussicht. Die Schließung und damit die Verlagerung der Kranproduktion nach Ganderkesee oder Vechta stehe nun nicht zur Disposition hieß es gegenüber der Fachpresse Ende letzten Jahres. Welche Maßnahmen der Firmeninhaber ergreifen will, um Kosten zu senken und die Produktivität zu steigern, blieb allerdings offen. Er denke über Möglichkeiten einer Optimierung nach, so Filipov. Die bis dato angespannte Beziehung zwischen Geschäftsführung und Betriebsrat würde sich verbessern, so der Firmeninhaber. Nichtsdestotrotz hat es Filipov geschafft, den Sanierungsfall "Atlas-Werke" auf Kurs zu bringen. Mit "Speed" habe er ein "Neues Atlas" geschaffen, das seit vier Jahren wieder rentabel sei: Dazu gehört u. a. auch die Ausgliederung bzw. der Ausbau des Ersatzteilservice durch die Atlas Spare Parts GmbH. Die Gesellschaft wurde 2012 gegründet und werde laut Geschäftsführerin Britta Frey 2014 mit einem Umsatz von 26 Mio. Euro das bis dato beste Ergebnis erzielen (2013: 22 Euro Mio.).

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Atlas zeigte erstmals das eigens entwickelte Schnellwechselsystem. Mit an Bord ist beim 160W zudem ein sogenanntes Powerpack, das für eine unabhängige Stromversorgung sorgt und so bspw. das Betreiben eines Schweißgerätes erlaubt.

Die Atlas Maschinen GmbH setzt für eine positive Unternehmensentwicklung zudem auf Diversifikation. Neben der Produktion der Mobil- und Kettenbagger, Zweiwegebagger und Umschlaggeräte werden am Standort Ganderkesee seit Ende 2013 die vier Radlader-Modelle L160, L210, L260 und L310 gefertigt. Vertrieben werden die Maschinen mit Ladekapazitäten von 1,6 bis 3,1 m³ unter den Marken Kaelble/Atlas in blauer, als Terex-Radlader in weißer Lackierung. Auf Kundenwunsch wurden bereits einige Geräte auch im klassischen Atlas Orange ausgeliefert, so Geschäftsführer Brahim Stitou auf dem Werksrundgang. Zudem sei jeder RAL-Ton auch als Sonderfarbe möglich. Bis jetzt wurden 54 Radlader abgesetzt, wovon mehr als die Hälfte als Terex-Modelle vom Band liefen, hieß es in Ganderkesee. Ausgerüstet mit Cummins Motoren werden die Radlader die Abgasvorschriften Tier 4 final bis Mitte 2016 erfüllen. Zum Radlader-Portfolio zählen gleichfalls die Kaelble-Radlader L420 und L450 mit 4,2 und 4,5 m³.

Bei den Baggern werden Verbesserungen in der Ausstattung, der Bedienung und bei individuellen Kundenwünschen vorgenommen. Atlas entwickelt zzt. ein eigenes Schnellwechselsystem auf Basis des Systems T620. Kleine Details in der Weiterentwicklung der Bagger sind u. a. der Minilift, bei dem die Kabine vertikal bis 600 und 1200 mm hochgefahren werden kann. Der Fahrer kann die erforderliche Augenhöhe per Knopfdruck einstellen und hat somit einen idealen Blickwinkel bei der Lkw-Beladung. Die neuen Kabinen erhalten u. a. eine abnehmbare untere Scheibe für eine bessere Sicht und ein längeres Glasdach. Als Option ist für bestimmte Typen auch eine Schiebtür erhältlich.

Der Kurzheck-Mobilbagger 160Wsr erhält eine neue Serienausstattung und hat jetzt die gleiche Ausrüstung wie die übrigen Standard-Mobilbagger, inklusive der damit verbundenen 05er-Elektronik sowie der nun serienmäßigen Klimaautomatik. Außerdem ist beim 160Wsr die Programmierung von Öldruck bzw. -menge für bis zu zehn verschiedene Anbauwerkzeuge möglich. Lastschaltgetriebe und Rohrbruchsicherung für Hebe- und Verstell-Zylinder sind jetzt serienmäßig. Der neue Deutz Tier4i-Motor leistet nun 95 kW.

Alle Atlas-Maschinen mit Deutz- und Cummins-Motorisierung sind mit einer Motor-Stopp-Funktion ausgestattet. Diese Funktion wird vom Fahrer im Bedien- und Anzeigefeld aktiviert. Der Motor schaltet dann automatisch nach einer frei gewählten Zeiteinheit zwischen min. 1 Min. bis max. 10 Min. ab. Nach der automatischen Abschaltung kann der Motor wieder ganz normal mit dem Zündschlüssel gestartet werden. Die Kraftstoffersparnis liegt nach eigenen Angaben damit zwischen 20 und 30 %.

Der Zweiwegebagger 1604ZW wird mit einer Druckzuschaltstufe für die Funktion "Hebezylinder Senken" geliefert, um das Eingleisen auf unebenen Untergrund zu erleichtern. Mit dieser Ausrüstungserweiterung sei das Ausheben der Maschine außerhalb des Bahnübergangs schneller und einfacher möglich. In diesem Zusammenhang wurde auch der Betriebsdruck der Funktion "Fahren" angehoben, wodurch die Fahrleistung des 1604ZW im Anhängerbetrieb mit Waggons wesentlich gestiegen sei. Bei den Zweiwege-Baggern wird zudem ein Kombiunterwagen entwickelt, der es ermöglicht, den computergestützten Atlas Carsy-Antrieb mit geringem Aufwand auf einen Reibrad-Antrieb umzubauen.

Alle Bagger und Umschlaggeräte werden zukünftig auch als Elektroversion erhältlich sein. Als erstes Modell wird die Umschlagmaschine MH350 angeboten, die es in drei Versionen gibt: Eine Version wird mit Kabeltrommel und einem Aktionskreis von rund 75 m vom Stromanschluss zur Verfügung stehen. Mit einer Stromversorgung über einen Galgen und mit kleinem Aktionsradius bietet die zweite Version die Möglichkeit, das Gerät mit Dieselantrieb zu fahren. Auch eine Version auf einem stationären Pylon, bei dem die Stromversorgung von unten über ein Erdkabel erfolgen kann, soll angeboten werden. Als Seriengerät benötigt die Elektroversion einen Stromanschluss, der für 90 kW geeignet ist. Und nicht zuletzt können alle Umschlageräte mit Schiebetüren ausgestattet werden, die den Einstieg bequemer machen.

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Atlas hat die Lizenzrechte für Schaeff-Fräsen erworben und bietet sie nun zum Vertrieb unter dem bewährten Markennamen an. Gefertigt werden sie in verschiedenen Größen für Trägergeräte mit einem Einsatzgewicht von 2 bis 60 t.

Gleichfalls präsentierte Atlas ein neues Kontrollsystem für Lkw-Ladekrane. Ohne eine große Anzahl von Mess- und Einstellwerten wird mit dem Atlas/Ahmeko-System die Standsicherheit gewährleistet. Vier Spezial-Ultraschallsensoren an den Achsen messen in Bruchteilen von Sekunden den horizontalen Abstand zum Boden. Sobald sich ein Rad nach oben bewegt, wird der Ladekran automatisch gestoppt. Die Ladung auf dem Fahrzeug oder auch Kontergewichte werden automatisch berücksichtigt. Das System erfüllt die neue Vorschrift der Maschinenrichtlinie für Ladekrane und ist für fast alle Lkw nachrüstbar – auch Dreiachser lassen sich damit ausrüsten. Die Inbetriebnahme und die jährlichen Prüfungen sind nach eigenen Angaben einfach und kostengünstig. Schwenkwinkelabhängige Lastbereichsreduzierungen sind nicht mehr erforderlich.

Die Atlas Maschinen GmbH hat auch die Modelle der Kranreihe weiterentwickelt. Neue Funkfernbedienungen, ein neues Sicherheitsabstützsystem und Möglichkeiten zur Ausrüstung mit Greifern sollen die Ladekrane zu einem gefragten Gerät für den Umschlag machen. Der AK440.2 ist bspw. ein neues Modell mit 246 kNm, einer Reichweite bis maximal 22 m und einer Traglast von 880 kg. Zu den Vorteilen des neuen Ladekrans zählt die serienmäßige Rückölverwertung, die sich durch schnelle Ausschubgeschwindigkeiten auswirkt. Eine Fernsteuerung ist für das Modell lieferbar.

Anbaufräsen der Marke Schaeff sind gleichfalls Teil des Produktprogramms. Atlas hat die Lizenzrechte für die Fräsen erworben und bietet sie nun zum Vertrieb unter dem bewährten Markennamen an. Gefertigt werden sie in verschiedenen Größen für Trägergeräte mit einem Einsatzgewicht von 2 bis 60 t. Die Fräsen können mit einer Rotatoreinheit ausgestattet werden, die eine Drehbarkeit von 360° gewährleistet und konturgenaues Arbeiten ermöglicht. Der Hydraulikmotor kann an den Durchfluss der Baggerhydraulik angepasst werden und erreicht eine maximale Leistung durch das patentierte Getriebekonzept.

Gemäß der Maxime "Alles ist möglich" bietet Schaeff neben Tunnelvortriebs- und Bergbaumaschinen auch Spezialmaschinen an, die auf serienmäßigen Baggern und Radladern basieren. Alle Maschinen können mit Sonderwerkzeugen wie Bohrlafetten, Hubplattformen, Fernsteuerungen oder auch einem elektrischen Antrieb ausgerüstet werden.

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Dieser Artikel erschien in der Ausgabe Allgemeine Bauzeitung 4/2015.

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