Neue Mobilbaggerserie

Mecalac will Innenstädte erobern

Von Robert Bachmann

Präsident und Vizepräsident von Mecalac: Henri (l.) und Alexandre Marchetta. Zur Präsentation der neuen Maschinen gaben der Firmengründer und dessen Sohn einen Ausblick auf die künftige Firmenentwicklung.

Annecy/Frankreich. – Bereits auf der bauma hatte der französische Baumaschinenhersteller Mecalac ein neues Mobilbagger-Konzept vorgestellt, dessen außergewöhnliches Design prompt mit einem Innovationspreis ausgezeichnet wurde. Während eines internationalen Kunden-Events am Sitz des Unternehmens in Annecy wurden nun die ersten vier Modelle der neuen MWR-Serie, mit denen die Franzosen auch auf der demopark in Eisenach vor Ort sein werden, enthüllt. Als "avantgardistisch" beschreibt Mecalac sein neues Mobilbaggerkonzept, mit dem der französische Baumaschinenhersteller im vergangenen Jahr zur bauma nach München gereist war. V-förmig fügt sich der Unterwagen der neuen MWR-Modelle zwischen die Räder des Fahrwerks, was den Schwerpunkt der Maschinen deutlich nach unten versetzt. Darüber der – charakteristisch für diesen Hersteller – elliptisch geformte Oberwagen sowie der mittig an der Seite angebrachte Ausleger. Für diese außergewöhnliche Konstruktionsweise, in der sich zahlreiche Optimierungen bestehender Mobilbagger-Konzepte verbinden, gab es 2016 den bauma Innovationspreis in der Kategorie Design. Vor hunderten Vertretern aus dem internationalen Handelsnetzwerk des Herstellers, der Fachpresse sowie Mitarbeitern aus dem eigenen Hause und angeschlossener Tochterunternehmen präsentierte Mecalac am Hauptsitz des Unternehmens im französischen Annecy jetzt die ersten vier Modelle der MWR-Serie, die im September dieses Jahres auf den Markt kommen sollen.

Zur Begrüßung gab Alexandre Marchetta, Vizepräsident der Mecalac Gruppe, einen kurzen Abriss zur Historie des traditionseichen Unternehmens und der aktuellen strategischen Ausrichtung. In der jüngsten Vergangenheit habe man sich vor allem der Internationalisierung des Geschäfts gewidmet. Vor allem in Nordamerika sehe man vor dem Hintergrund der Infrastrukturversprechungen der neu gewählten Regierung ein großes Potenzial. Gleichwohl bilde der europäische Markt nach wie vor die Basis aller Unternehmungen. Neue Maschinen wie die nun vorgestellte MWR-Serie würden in erster Linie für die Bedürfnisse der hiesigen Kunden entwickelt. "Der Mensch steht für uns dabei immer im Mittelpunkt", ergänzte Henri Marchetta, Gründer und Präsident des Unternehmens.

Insgesamt vier Modelle zwischen 7 und 15 t Einsatzgewicht werden dieses Jahr auf den Markt kommen.

Im Vordergrund der Produktentwicklung stehe damit das Ziel, die Maschinen so bedienerfreundlich, sicher und umweltbewusst wie möglich zu konstruieren. Zwischen Fullliner und Nischenanbieter angesiedelt, sieht sich Mecalac als Produktspezialist für den städtischen Bereich. Mit den im Ausland sehr beliebten Baggerlader-Modellen der MTX-Serie, den MCR-Raupenbaggern, den jüngst hinzugekauften Kompaktmaschinen der ehemaligen Terex-Fabrikation im britischen Coventry und den aus Deutschland stammenden Schwenkladern von Ahlmann habe man das Produktprogramm bereits stark auf den urbanen Einsatzbereich ausgerichtet. Jetzt will der Hersteller auch den bislang noch eher überschaubaren Markt für kompakte Mobilbagger erobern.

Insgesamt vier Modelle präsentierte Mecalac dem Fachpublikum in Annecy: den 7MWR, den 9MWR, den 11MWR und den 15MWR, wobei die jeweilige Zahl auf das Betriebsgewicht der Maschinen in Tonnen verweist. Patrick Brehmer, zuständig für Marketing, Produktmanagement und Design bei Mecalac, erklärte die Vorteile des neuen Konzepts. Die größte Herausforderung habe darin bestanden, den Schwerpunkt der Maschinen trotz der Reifen so niedrig wie möglich zu halten. Hierfür habe man auf kein vorhandenes Design zurückgreifen können, sondern eine komplett neue Konstruktion entworfen. Das Ergebnis ist die V-förmige Einbettung von Ober- und Unterwagen in das Fahrwerk. Im Vergleich zum Wettbewerb habe man damit den Schwerpunkt um 20 % senken können, was sowohl für Stabilität als auch eine bessere Zugänglichkeit und Sicherheit sorge.

Der seitlich eingeklappte Gelenkarm fügt sich in die Silhouette der Maschine ein. Damit bildet er nach Aussage des Herstellers ein natürliches Gegengewicht und optimiert die Hubleistung. Bis zu 50 % des Eigengewichts sollen die MWR-Modelle damit anheben können. Ebenfalls für Stabilität sorgt dem Hersteller zufolge die in den Maschinen realisierte Isostabilität von 360°. Die Bagger blieben damit in jedem Rotationswinkel des Oberwagens gleich.

Die neuen Modelle der MWR-Mobilbagger-Serie sorgten für großes Interesse beim anwesenden Fachpublikum. Zur Enthüllung hatte Mecalac zahlreiche Vertreter aus dem eigenen Unternehmen, dem Händlernetz und der Fachpresse geladen.

Vor allem in puncto Bedienerfreundlichkeit wollen sich die Franzosen vom Wettbewerb abheben. Für die neuen MWR-Modelle habe man die Ergonomie deshalb sowohl außen wie innen völlig neu überdacht. Neben der einfachen Zugänglichkeit dank des niedrigen Oberwagens sind auch die Service- und Betriebsstoffzugänge vom Boden aus erreichbar. Die gute Fahrersicht dank Panoramablick in der Kabine wurde durch eine zusätzliche Seitenkamera unterstützt. Der Wechsel zwischen den drei verschiedenen Betriebsmodi – Parkmodus, Arbeitsmodus und Fahrmodus – kann bequem mit einer Handbewegung vom zentralen Steuerhebel vorgenommen werden – laut Mecalac ein Alleinstellungsmerkmal am Markt. Durch seine kompakten Abmessungen kommen die Modelle selbst auf beengtesten Baustellen gut zurecht, bestätigt Brehmer. Dabei beschränke sich die Kompaktheit nicht nur den hinteren Teil der Maschinen, sondern umfasse auch das verfügbare Anbaugerät, welches sich dem Wenderadius der Bagger anpasse und dank des Mecalac-eigenen Schnellwechselsystems Connect einfach und schnell austauschen lässt.

Hier komme auch die von den Anwendern geforderte Vielseitig ins Spiel. Neben der kompromisslosen Baggerfunktionalität können die Maschinen mit dem entsprechenden Anbaugerät problemlos auch als Lader oder Stapler zum Einsatz kommen. Mit einer Höchstgeschwindigkeit von 40 km/h würden die Mobilbagger der MWR-Reihe darüber hinaus auch den Ansprüchen der Kunden an die Mobilität der Maschinen gerecht werden. Unterstützt werde dies durch die integrierte intelligente Geschwindigkeitskontrolle "Speed Control". Der 4-Rad-Antrieb mit Hundegang sei bei der 15 t-Version des MWR ebenfalls einzigartig am Markt, so Brehmer.

In den kommenden Monaten gehen die neuen Modelle auf Tour durch die europäische Messelandschaft. Auch auf der demopark in Eisenach werden die Fachbesucher Gelegenheit haben, das MWR-Konzept persönlich in Augenschein zu nehmen. Im Herbst dieses Jahres sollen die Mobilbagger dann auch den deutschen Markt erobern.

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Dieser Artikel erschien in der Ausgabe Allgemeine Bauzeitung 23/2017.

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