Anzeige

Neuer Bürotrakt

Intelligent verzahnte Arbeits- und Lebenswelten in der Heidelberger Bahnstadt geschaffen

  • Themen :

Klare Linien, hochwertige Materialien und plakative Strukturen schaffen eine lebendige Fassade.

Heidelberg (ABZ). – Eine intelligente Verzahnung der Bereiche Wohnen, Einkaufen, Freizeit und Arbeiten ist dem Büro Eike Becker Architekten in der Heidelberger Bahnstadt gelungen. Der Bürotrakt im Gesamtensemble "Colours" überzeugt mit neuen Arbeitskonzepten und besonderer Ausstattung. Vier Apartmenthäuser, ein Bürogebäude und ein unter Denkmalschutz stehendes Stellwerk hat das Büro Eike Becker Architekten aus Berlin in Heidelberg zu einem stimmigen Wohn- und Gewerbeensemble verbunden. Das in einem Wettbewerb siegreiche Konzept vereint verschiedenste Anforderungen an moderne Lebensqualität in einem konsequenten Gesamtkonzept. Nicht nur die Bauweise des Projektes ist dabei von Interesse. Die Art und Weise, wie hier Räume und ganze Etagen für stressfreie Büroarbeit konzipiert worden sind, könnte vielmehr ein Maßstab für die zeitgemäße Arbeitsauffassung sein, die mit der Work-Life-Balance nicht nur ein ausreichendes Maß an Freizeit gewahrt wissen will. Denn "New Work" dient nicht nur der Entspannung, vielmehr reagiert dieses Konzept auf eine sich ändernde Arbeitskultur, die nicht zuletzt durch die Digitalisierung im radikalen Wandel begriffen ist. Das Auflösen fester Arbeitszeiten und Anwesenheitspflichten entspringt auch dem Wissen, dass Flexibilität dazu führen kann, motivierter, effizienter und leistungsfähiger zu arbeiten. Voraussetzung ist, dass für den jeweiligen Arbeitsalltag eine maßgeschneiderte Infrastruktur in einem inspirierenden Arbeitsumfeld vorhanden ist und sich die Mitarbeiter in dieser Umgebung, alleine oder im Team, wohlfühlen.

Auf insgesamt sechs Etagen mit knapp 4800 m² bietet das Unternehmen Design Offices maßgeschneiderte Arbeitslandschaften mit Rundum-Service. Flexible, teils temporär zu mietende Büros und Coworking-Bereiche sowie unkonventionelle Räume für Tagungen und Events sind gefragt. Für einen erfahrenen Projektleiter wie Klaus Dieter Kotowicz von der Zech Bau, einem Unternehmen, das immer wieder zeitgemäße und nachhaltige Bauten mit hohem Qualitätsstandard baut, unterscheidet sich Colours in seiner Bauweise nicht von vergleichbaren Projekten. Selbstverständlich planten die Architekten in energieeinsparender Bauweise, die dem vorgegebenen Energiekonzept des Passivhausstandards der Bahnstadt folgt. Kontrollierte Be- und Entlüftung mit Wärmerückgewinnung und hochgedämmte Gebäudehülle mit Dreifach-Wärmeschutzverglasung gehören dabei zur üblichen Ausstattung. Die nachhaltige Energieversorgung erfolgt durch einen Fernwärmeanschluss der Stadtwerke Heidelberg. Eine Betonkerntemperierung macht dies besonders effizient. "Der Stahlbetonbau wurde mit entsprechender Dämmung und Haustechnik als Passivhaus geplant und ausgeführt", beschreibt Projektleiter Kotowicz das Projekt. Die Rohbauten mit vor Ort gegossenen, teils in Sichtbeton ausgeführten Stützen mit rd. 8300 m³ Beton in unterschiedlichen Festigkeitsklassen von C8/10 bis C50/60 mit einem Größtkorn von 32 bzw. 16 mm ausgeführt worden. Der Transportbeton kam von der Heidelberger Beton Kurpfalz aus den nahen Werken Eppelheim und Mannheim-Rheinau. Hauptbestandteil der just in time erfolgten Lieferungen waren 7600 m³ C35/45 Beton. Zech Bau hat das Projekt mitsamt Außenanlagen schlüsselfertig für die Bauherrin, die Deutsche Wohnwerte, ausgeführt. Während die zum Ensemble gehörenden Wohnbauten verputzt sind, zeigt die Fassade des Büro- und Gewerbebaus raumhoch verglaste Fenster und eine farbig differenzierte, Elementfassade aus Aluminium, die im Bereich der Zugänge mit gelaserten Ornamentblechen aus Stahl bekleidet ist. So bringt das Quartier mit seinen vier verschiedenen Haustypen und bewusst unterschiedlicher Fassadengestaltung Farbe und Lebendigkeit in die ansonsten weitestgehend "weiße" Bahnstadt. Für die Architekten trägt die lebendige Architektur der Fassaden die Vielfalt nach außen, die im Colours zuhause sein soll.

Die individuell buchbaren Büros können temporär, selbst stunden-, tage- oder wochenweise gemietet werden. Sie sind komplett möbliert oder leer, bieten außerdem kommunikative Zusatzflächen, die Austausch mit anderen ermöglichen. Von nahezu jedem Platz aus ist digitales Arbeiten möglich, wobei die Gebäudeerschließung mit Glasfaserkabeln über Doppel- oder Hohlraumböden mit Bodentanks Anschlüsse an unterschiedlichste Medien erlaubt. Im derartig unterstützten Workflow fühlen sich in Heidelberg v. a. Büronutzer aus der IT-, Software- und Telekommunikationsbranche wohl. Die Kabelkanäle verlaufen wie in angesagten Industrielofts sichtbar unter den hohen Decken. Es gibt Einzel-, Doppel-, Kombi-, Teambüros oder offene Strukturen, die nahezu stützenfreien Flächen sind flexibel teilbar, die Mittelzonen dienen den speziellen Funktionen. Nach individuellen Wünschen der Büronutzer kann auch die klassische Ausrichtung mit Server-, Sanitär- und Archivräumen entstehen. Darüber hinaus bieten Lounge-Bereiche auf der Dachterrasse, offene Kreativzonen oder Worklofts mit ihrer modernen Infrastruktur alles, was urbane Mitarbeiter in entspannter Atmosphäre benötigen.

Dieser Artikel erschien in der Ausgabe Allgemeine Bauzeitung 35/2019.

Anzeige

Weitere Artikel