Neuer Standort für Fachverlag

Holzfassade für Lagerhalle realisiert

Die Halle verfügt über Toröffnungen mit einer Durchgangsbreite und -höhe von 4,25 auf 4 m.

Dortmund (ABZ). – Einen Hallenbau mit besonderer Fassade setzte der Projektbauspezialist Brüninghoff im Rheinland um. Dort entstand ein neuer Standort eines Fachverlages, bestehend aus Verwaltungsgebäude und Lagerhalle. Letztere erhält durch den Baustoff Holz einen speziellen Charakter. So kamen für die Gebäudehülle Holzrahmenbauwände mit Lärchenschalung zum Einsatz. Das über 7300 m² große Grundstück befindet sich auf einem ehemaligen Fabrikgelände, das zu Gewerbeflächen umgenutzt wurde. Es bietet genug Platz für eine Lagerhalle mit einem angeschlossenen, zweigeschossigen Verwaltungsgebäude. Geplant wurde das Projekt von Wilberg Architekten aus Köln, umgesetzt vom bauausführenden Unternehmen Brüninghoff. Letzteres begann im Juli 2016 mit den Bauarbeiten und hat diese planmäßig nach einer Bauzeit von sieben Monaten im Februar 2017 abgeschlossen.

Der Neubau deckt verschiedene Funktionsbereiche ab: zum Einen die Lagerung, Kommissionierung und Verpackung – zum Anderen die Verwaltung. Mit rd. 2650 m² erfüllt die Halle die räumlichen Anforderungen des Fachverlags. In der Vertikalen entsteht mit einer lichten Hallenhöhe von 7,11 m genügend Lagerfläche für die Produkte des Verlags. Die Verwaltung befindet sich in einem Baukörper, der direkt an die Halle anschließt. Auf zwei Ebenen bietet er eine Nutzfläche von rd. 590 m². Während das Gebäude für die Verwaltung in konventioneller Massivbauweise entstand, wurde die Halle in Skelettbauweise errichtet.

Vor der Umnutzung war das Gelände architektonisch durch das markante Fabrikgebäude aus Backstein geprägt. Ein Merkmal, das richtungsweisend für die Fassadengestaltung werden sollte. "Bei der Fassade der Verwaltung entschied sich der Bauherr bewusst für einen Klinkerstein, der den ehemaligen Charme der Fabrik widerspiegelt", so Sebastian Rüter, Bauleiter bei Brüninghoff. Es wurde ein Klinkerstein gewählt, welcher durch seine charakteristische rötliche Farbgebung und den Kohlebrand gekennzeichnet ist. Für den Innenausbau des Bürogebäudes kamen Mauerwerkswände mit Putzoberflächen sowie rückbaubare Trockenbauwände zur Ausführung. Die Innenseite der Trennwand im Büro erhielt eine Holzverschalung mit gedämpfter Kiefer. Die Primärkonstruktion der Lagerhalle besteht aus Betonstützen und Leimholzbindern. Den unteren Abschluss der Außenwand bildet ein Stahlbetonsockel mit einer innenliegenden 10 cm dicken Wärmedämmung. Die verwendeten Leimholzbinder im Dachtragwerk sind mit einer Breite von 16 cm und einer Höhe von 1,39 m so dimensioniert, dass sie eine Spannweite von bis zu 22,40 m überbrücken. Die Betonstützen verfügen über einen Querschnitt von 50 auf 50 cr und sind in einem Abstand von 7,75 m angeordnet. Eine Brandwand aus Beton separiert die Hallenschiffe 1 und 2 von 3.

Die feuerbeständige Abtrennung gewährleistet, dass sich Feuer im Brandfall nicht ungehindert in alle Bereiche ausbreiten kann. Außerdem verfügt die Halle über Toröffnungen mit einer Durchgangsbreite und -höhe von 4,25 auf 4 m. Die Toreinfassungen sind umlaufend mit einem 50 cm breiten Verblender ausgeführt. Insgesamt wurden bei dem Neubau 114 m³ Brettschichtholz und 216 m³ Betonfertigteile – davon 34 Stützen – verbaut.

Der Boden der Halle besteht aus 20 cm Stahlfaserbeton. Als Unterbau wurde eine 8 cm starke Wärmedämmung vollflächig verlegt. Die Beheizung der großen Halle erfolgt durch eine Industriefußbodenheizung. Hierzu wurden vor dem Betonieren Heizrohre auf Trägermatten montiert.

Der Einbau der Flächenheizung ist im Hallenbau besonders vorteilhaft, da die meiste Wärme am Boden benötigt wird. Außerdem sind eine kontinuierliche Wärmezufuhr und ein effizienter Wärmeübergang gewährleistet. Auch in der Verwaltung wurde eine Fußbodenheizung eingebaut. Diese wurde in den Estrich verlegt und sorgt für eine angenehme Temperierung der Büroräume. Die Heizenergie bezieht der Neubau aus einem Fernwärmekraftwerk. Über eine Photovoltaikanlage produziert das Gebäude Strom für die Eigennutzung.

Die rd. 1635 m² große Fassadenfläche gibt der angegliederten Halle einen eigenen Charakter. Denn auf Wunsch des Bauherrn kam hier naturbelassenes Holz zum Einsatz: So wurden die Holzrahmenbauwände mit einer horizontalen Verschalung aus Lärchenholzprofilbrettern versehen. Diese Lösung ist optisch wie auch bautechnisch besonders und stellt im Hallenbau eher eine Seltenheit dar.

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