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Neuer Standort und neue Modelle

Bell stellt Weichen für die Zukunft

Bell, Nutzfahrzeuge, Unternehmen

Große Kontinuität für Region und Mitarbeiter (v. l.): Vorstandsvorsitzender Gary Bell, der Alsfelder Bürgermeister Stephan Paule und Bell-Vertriebsgeschäftsführer Andreas Heinrich beim Richtfest des neuen Standorts Anfang September.

Alsfeld (ABZ). – Rund 5 Mio. Euro investiert die Bell Equipment (Deutschland) GmbH bis April 2017 in ihren neuen Hauptsitz im oberhessischen Alsfeld. Auf 3,1 ha entsteht seit Juni dieses Jahres ein Gebäudekomplex mit insgesamt 4700 m² Büro-, Werkstatt- und Lagerflächen. Damit sichert sich Bell zusammen mit dem 2003 eröffneten Muldenkipperwerk in Eisenach langfris-tig zwei leistungsfähige Standorte in Deutschland. Insbesondere dem erweiterten "European Logistic Center" kommt dabei auch eine wichtige Rolle in der weltweiten Aftersales-Organisation des internationalen Muldenkipper-Spezialisten zu.

Seit 2000 ist Alsfeld Sitz der deutschen Bell-Hauptverwaltung und der koordinierenden Vertriebs- und Service-Strukturen für die Händlernetze in Deutschland sowie inzwischen 20 weiteren nationalen Märkten in Nord-, Mittel- und Osteuropa. Derzeit sind 28 Mitarbeiter in Alsfeld beschäftigt – mittelfristig sollen am neuen Standort 33 Menschen arbeiten. Mit insgesamt knapp 100 Beschäftigten erwirtschaftete die Bell Equipment (Deutschland) GmbH im vergangenen Jahr einen Gesamtumsatz von 96,7 Mio. Euro.

"Unser neuer Standort steht vor allem für Kontinuität – im Markt gegenüber unseren Kunden, aber vor allem auch gegenüber unseren Mitarbeitern hier in Alsfeld, auf deren überwiegend langjährige Erfahrung wir weiter bauen können", erklärt Bell-Vertriebsgeschäftsführer Andreas Heinrich die Standortentscheidung, die bereits 2013 mit dem Erwerb erster Flächen eingeleitet wurde.

Prägendes und weithin sichtbares Kennzeichen des neuen Standorts wird das 3500 m² große Hochlager des "European Logistic Center" (ELC) von Bell Equipment sein: Seit 2002 an die deutsche Bell-Niederlassung angegliedert, ist das europäische Ersatzteil-Zentrallager für den südafrikanischen Muldenkipper-Hersteller die "Logistik-Drehscheibe" auf der nördlichen Welthalbkugel. Über 12100 Positionen für alle Bell-Modelle ab 1998 sind bereits heute in Alsfeld gelistet – die gerade vollzogene Einführung grundlegend neuer Fahrzeuggenerationen wird diesen Bestand schnell erhöhen.

In enger Abstimmung mit Experten aus Vertrieb und Technischem Support erstellen die in Ein- und Verkauf eigenständig agierenden Ersatzteil-Logistiker (Jahresumsatz 2015: 10,5 Mio. Euro) Bedarfsprognosen, anhand derer die Bestände hinsichtlich Verfügbarkeit, aber auch Lagerwert optimiert werden. Ob originäre Bell-Teile aus dem südafrikanischen Stammwerk Richards Bay bzw. dem weltweiten Bell-Zentrallager Global Distribution Center in Johannesburg oder Aggregate, Komponenten, Kleinteile und Betriebsstoffe von den überwiegend europäischen Technologie-Partnern oder regionalen Zulieferern – alle Teile gelangen mit einer hohen Verfügbarkeit von derzeit etwa 95 % zuverlässig und schnell per Land-, See- oder Luftweg zu Bell-Niederlassungen, Händlern oder direkt zu Endkunden in mittlerweile über 30 Ländern.

Mittelfristig will Bell Equipment die deutlich vergrößerten ELC-Kapazitäten jedoch auch aktiv zur Koordination der eigenen weltweiten Produktionsabläufe nutzen. Dies gilt insbesondere für die Zusammenarbeit mit Zulieferern, in der das europäische Zentrallager als vorgeschaltetes "Teile-Hub" für die Produktionswerke in Richard Bay und Eisenach Bereitstellungszeiten und Kosten optimieren soll.

"Voll im Plan" meldet das Eisenacher Muldenkipperwerk für die Serienproduktion der zuletzt auf der bauma angekündigten neuen Muldenkipper-Modelle ab 33,5 t Nutzlast. Nach einer eingehenden "Preproduction"-Phase aller neuen Versionen parallel zur ausklingenden Vorgänger-Fertigung läuft seit August der 40-Tonner Bell B40E (Nutzlast: 39 t; 380kW) regulär vom Band. Im Oktober folgen die Highend-6x6 B45E (41 t; 39kW) und B50E (45,4 t; 430 kW). Alle Modelle im modernen E-Serien-Design verfügen über komplett neue Antriebsstränge (Mercedes-Benz/Allison) und erfüllen die Abgasnorm EU4/Tier4final.

Etwa 80 Fahrzeuge unterschiedlicher Versionen der "großen" E-Serie werden bis Ende 2016 Eisenach verlassen. Bei der voraussichtlichen Jahresproduktion von 440 Einheiten unterstreicht dies die große Flexibilität des ausschließlich für die "entwickelten" Abgas-Weltmärkte produzierenden Bell-Muldenkipperwerks. Dabei steht auch der mit langfristigen Ausbaureserven ausgestattete Standort vor neuen Herausforderungen:

Neben zukünftigen Anpassungen der Produktions-Palette (z. B. Bell B60E) soll auch die Lokalisierung auf Zulieferseite weiter forciert werden. Die dann unmittelbare Zusammenarbeit mit nationalen und europäischen Partnern etwa im Stahlbau oder im Antriebsbereich wird einige Produktionsschritte ins Werk verlagern, die über die reine Endmontage hinausgehen.

Dieser Artikel erschien in der Ausgabe Allgemeine Bauzeitung 42/2016.

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