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Neues Gutachten zur Fehmarnbelt-Querung

Kein wirtschaftlicher Bedarf gegeben

Hamburg (dpa). – Für die geplante feste Querung des Fehmarnbelt zwischen Deutschland und Dänemark gibt es nach einem Gutachten im Auftrag des Naturschutzverbandes NABU keinen Bedarf. Auf der Strecke gebe es lediglich zu saisonalen Spitzenzeiten Engpässe, insgesamt jedoch sei die vorhandene Infrastruktur nicht ausgelastet und völlig ausreichend, erklärte vor Kurzem in Hamburg der Autor der Studie, Thomas Rössler von der Beratungsfirma Hanseatic Transport Consultancy.

"Die aktuelle Verkehrssituation rechtfertigt es nicht, zum Preis von zweistelligen Milliardeninvestitionen eine neue verkehrsgeografische Situation zu erzeugen", sagte Rössler. "Diese Mittel fehlen anschließend für wirklich sinnvolle Projekte."

Durch die Digitalisierung zeichneten sich massive Auswirkungen auf den Transportmärkten ab; der Mobilitätsbedarf ändere sich grundlegend. Das sei in den bislang vorliegenden Verkehrsprognosen kaum berücksichtigt. "Die Fertigungsketten werden neu organisiert." Es sei nicht zu erkennen, dass der Straßen- und Schienenverkehr zwischen Dänemark/Schweden und Deutschland/Europa in der Konkurrenz zum Flugzeug und zum Schiffsverkehr nennenswert an Boden gewinnen werde. Die Entwicklungen der vergangenen zehn Jahre wiesen nicht in diese Richtung. "Schiene und Straße können keine Wachstumsstory präsentieren", sagte Rössler. Die Mittel könnten besser in den Ausbau der bestehenden Schienennetze investiert werden, die etwa in Schweden nicht mehr zeitgemäß seien. Durch die Fehmarnbeltquerung würde sich die Verkehrsinfrastruktur zwischen Dänemark und Deutschland verdoppeln, ohne echten Bedarf und ohne größere operative Vorteile für die Transportwirtschaft.

Die staatliche dänische Gesellschaft Femern A/S, die den Tunnel plant, bezeichnete die Ergebnisse des HTC-Gutachtens als "falsch". Die tatsächliche Verkehrsentwicklung zwischen Deutschland und Skandinavien und besonders auf der Fehmarn-Route liege im Rahmen der Prognosen oder gehe darüber hinaus.

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Dieser Artikel erschien in der Ausgabe Allgemeine Bauzeitung 29/2019.

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