Neues Schiffshebewerk Niederfinow in Betrieb

"Meisterwerk der Baukunst" eröffnet

Niederfinow (ABZ). – Mit dem neuen Schiffshebewerk in Niederfinow im Nordosten Brandenburgs soll künftig der Gütertransport auf dem Wasser einen Schub bekommen. Bundesverkehrsminister Volker Wissing (FDP) gab die 520 Millionen Euro teure Anlage vor Kurzem nach rund 14 Jahren Bauzeit frei.
Baupolitik
Das alte (l) und das neue (r)Schiffshebewerk (Luftaufnahme mit einer Drohne). Die Dimensionen des neuen Schiffshebewerks sind gewaltig. Der Trog, in dem die Schiffe im Fahrstuhl die rund 36 Meter hinauf oder hinab fahren können, wiegt 9800 Tonnen. Rund 520 Millionen Euro hat die Wasserstraßen- und Schifffahrtsverwaltung des Bundes in das neue Hebewerk investiert. Foto: picture alliance/dpa | Patrick Pleul

"Damit führen wir die Binnenschifffahrt in die Zukunft", sagte er. Das Binnenschiff sei besonders klimafreundlich und könne sehr viele Lkw-Fahrten ersetzen. "Wir brauchen eine Stärkung der Binnenwasserstraßen."

Im Schiffshebewerk fuhr Wissing auch ein Stück auf einem Eisbrecher mit, ein Band über dem Wasser wurde durchgeschnitten. Dank der neuen Anlage – 55 Meter hoch, 46 Meter breit und 133 Meter lang – können künftig größere Güterschiffe als bisher die Oder-Havel-Wasserstraße befahren. Wichtig ist die Verbindung für den Gütertransport von Berlin bis zur Ostsee. Neben Getreide und Kraftstoffen können große Bauteile wie etwa Turbinen und Rotoren für Windkraftanlagen per Schiff transportiert werden.

Verkehrsminister Wissing bezeichnete das Schiffshebewerk als "Meisterwerk der Ingenieurbaukunst". Es sei auch ein echter Hingucker und ein Publikumsmagnet. Zahlreiche Zuschauer verfolgten am Dienstag von Zufahrtswegen aus die Inbetriebnahme.

Mit dem Hebewerk überwinden die Schiffe in einem riesigen Trog – also wie in einer Art Badewanne – einen Höhenunterschied von 36 Metern. Dieser Trog wiegt mit Wasserfüllung fast 10.000 Tonnen. Wissing machte einen bildhaften Vergleich: Das Gewicht der Hebewanne entspreche "etwa dem Gewicht von 50 ausgewachsenen Blauwalen oder 1600 Elefanten".

Das neue Schiffshebewerk im Kreis Barnim wurde etwa acht Jahre später fertig als ursprünglich vorgesehen. Auch die Kosten stiegen beträchtlich auf 520 Millionen Euro. Neben der gewaltigen Anlage wird vorerst auch noch das fast 90 Jahre alte und kleinere Schiffshebewerk weiter betrieben. Wissing sagte, Planungsverfahren dauerten noch zu lange in Deutschland und sollten beschleunigt werden.

Der Minister kündigte an, den Anteil der Binnenschifffahrt am gesamten Güterverkehr erhöhen zu wollen. Das sei ein Beitrag zu mehr Klimaschutz, und das Potenzial der Binnenwasserstraßen werde bei weitem noch nicht genug genutzt.

Die Schiffe sollten künftig auch klimafreundlicher angetrieben und der Ausstoß an Schadstoffen verringert werden. Als ein Beispiel nannte Wissing ein emissionsfreies Schubboot mit dem Namen "Elektra", dessen kommerzieller Betrieb ab dem Jahr 2025 erfolgen soll.

ABZ-Stellenmarkt

Relevante Stellenangebote
Leitung für den Fachbereich Bauordnung, Planung..., Jever  ansehen
Tiefbauleiter Laga (m/w/d), Lutherstadt Wittenberg  ansehen
Alle Stellenangebote ansehen

Ausgewählte Unternehmen
LLVZ - Leistungs- und Lieferverzeichnis

Die Anbieterprofile sind ein Angebot von llvz.de

ABZ-Redaktions-Newsletter

Freitags die aktuellen Baunachrichten direkt aus der Redaktion.

Jetzt bestellen